
J Balvin in Frankfurt: Intergalaktische Reggaeton-Party
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UFOs über London, Paris, Ägypten und China. Menschen blicken nervös in den Himmel, Nachrichtensprecher melden die Ankunft Außerirdischer. Dann folgt die entscheidende Botschaft: Die Besucher sollen feiern.
So beginnt am 26. April 2024 das Konzert von J Balvin in der Festhalle Frankfurt. Kein gewöhnliches Intro, sondern der Auftakt zu einer Show, die Reggaeton mit Science-Fiction, riesigen Visuals und einer gehörigen Portion Größenwahn verbindet. Frankfurt war dabei eine besondere Station: Hier startete J Balvin seine internationale „Que Bueno Volver a Verte Tour“ durch Europa.
Und Frankfurt verstand die Botschaft der Aliens ziemlich schnell.
J Balvin startet seine Europatour in Frankfurt
Als J Balvin schließlich auf der Bühne erscheint, ist die Richtung klar. Der Kolumbianer setzt nicht auf langes Herantasten. Beats drücken durch die Festhalle, Licht und Visuals übernehmen den Raum und vor der Bühne bewegt sich innerhalb weniger Minuten beinahe alles.
„Que Bueno Volver a Verte“ bedeutet sinngemäß „Schön, dich wiederzusehen“. Für Balvin war die Tour die Rückkehr auf die großen europäischen Arenabühnen, mit Frankfurt als Auftakt am 26. April. Danach führte ihn die Tour unter anderem nach Genf, Zürich, Mailand, Wien, Berlin, Amsterdam und später nach London.
Das Publikum musste sich an diesem Abend jedenfalls nicht erst warmtanzen.
Schon früh setzt Balvin auf Songs, die selbst bei Gelegenheitsfans sofort funktionieren. „Mi Gente“, „Reggaeton“, „Loco Contigo“ und „Con Altura“ gehören zu den Titeln des Frankfurter Sets.
Mi Gente bringt die Festhalle zum Tanzen
Vor allem bei „Mi Gente“ zeigt sich, wie wenig Sprachbarrieren bei diesem Konzert interessieren. Der Beat setzt ein, Tausende erkennen den Song nach wenigen Sekunden und die Festhalle wird zur Tanzfläche.
J Balvins Musik lebt genau von diesem direkten Zugriff. Reggaeton trifft auf Latin Pop, Hip-Hop und elektronische Elemente. Vieles ist auf Bewegung gebaut, manches beinahe minimalistisch. Bass, Rhythmus, Stimme. Mehr braucht es in diesen Momenten nicht.
Auch „Ay Vamos“, „X“, „I Like It“, „Blanco“ und „6 AM“ gehören zum umfangreichen Programm in Frankfurt. Die Setlist reicht quer durch mehrere Phasen seiner Karriere und macht deutlich, wie viele international erfolgreiche Songs Balvin inzwischen angesammelt hat.
Die Fans reagieren entsprechend. Handys gehen nach oben, Textzeilen werden mitgesungen, dazwischen wird getanzt. Sehr viel getanzt.
Aliens und riesige Visuals bestimmen die Show
Musikalisch allein wollte J Balvin diese Tour offensichtlich nicht bestreiten.
Die Bühne greift die außerirdische Geschichte des Intros immer wieder auf. Große Videoflächen, intensive Lichtwechsel und futuristische Motive schaffen eine Welt, die irgendwo zwischen Weltraumreise, Clubnacht und überdrehter Science-Fiction-Party liegt.
Das Konzept kam nicht aus dem Nichts. Bereits wenige Tage vor dem Tourauftakt in Frankfurt hatte J Balvin bei seinen Coachella-Auftritten 2024 mit einer aufwendigen Alien-Inszenierung gearbeitet, zu der riesige außerirdische Figuren und futuristische Bühnenelemente gehörten.
In der Festhalle wird dieser visuelle Ansatz zum roten Faden.
Dabei funktioniert die Show gerade deshalb, weil sie sich selbst nicht übermäßig ernst nimmt. Die Geschichte mit den UFOs ist groß, bunt und vollkommen überzogen. Genau so soll sie sein.
Con Altura und Loco Contigo liefern große Momente
Mit zunehmender Spielzeit folgen Hit auf Hit.
„Con Altura“, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Rosalía und El Guincho, gehört ebenso zum Set wie „Loco Contigo“, „Blanco“ und „I Like It“. Auch „X“, ursprünglich gemeinsam mit Nicky Jam veröffentlicht, findet seinen Platz im Programm.
Hier zeigt sich eine weitere Stärke des Abends. Viele Songs entstanden als Kollaborationen mit anderen Künstlern, funktionieren live aber trotzdem als eigenständige J-Balvin-Nummern. Die Stimmen der jeweiligen Studiopartner fehlen, die Refrains kennt das Publikum trotzdem.
Und Balvin lässt den Fans Raum dafür.
Statt jeden Moment mit Ansagen zu füllen, vertraut die Show häufig auf Musik und Bilder. Ein Beat endet, der nächste setzt ein. Die Übergänge halten das Tempo hoch.
Frankfurt feiert zwischen Reggaeton und Science-Fiction
Planet Radio beschrieb das Konzert einen Tag später als ersten europäischen Auftritt der „Que Bueno Volver a Verte“-Tour und hob besonders die Stimmung bei Songs wie „Mi Gente“, „I Like It“ und „Loco Contigo“ hervor.
Das trifft den Abend ziemlich genau.
Denn hinter der großen Produktion steckt letztlich ein einfaches Prinzip: tanzen. J Balvin braucht dafür keine komplizierte Geschichte. Die UFOs liefern den Rahmen, die eigentliche Energie entsteht vor der Bühne.
Mal leuchtet die Festhalle in grellen Farben, dann dominieren futuristische Bilder die riesigen Screens. Dazwischen stehen J Balvin und seine Tänzer im Zentrum und treiben die Show weiter.
Es ist laut. Bunt. Körperlich.
Und wenn man der Botschaft der Außerirdischen aus dem Intro glauben darf, war sowieso nichts anderes vorgesehen.
Text & Foto © Jan Heesch














