Milow bei seinem Konzert zur „Lean Into Me“-Ära auf der Bühne der ausverkauften Batschkapp Frankfurt

Milow bringt „Lean Into Me“ in die ausverkaufte Batschkapp Frankfurt

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Es braucht bei Milow oft nicht viel. Eine Gitarre, diese sofort erkennbare Stimme und ein Song, dessen Refrain sich ziemlich hartnäckig im Kopf festsetzt. In der ausverkauften Batschkapp Frankfurt präsentierte der belgische Singer-Songwriter 2019 sein damals neues Album „Lean Into Me“ und verband die frischen Stücke mit jenen Hits, die ihn über die Jahre weit über seine Heimat hinaus bekannt gemacht hatten.

Und davon gibt es einige.

„You Don’t Know“„Ayo Technology“„You And Me (In My Pocket)“ oder „Little In The Middle“ gehören zu den Songs, bei denen das Publikum kaum eine Erinnerungshilfe benötigt. Die ersten Zeilen reichen, dann wird mitgesungen.

Milow setzt in Frankfurt auf Songs statt große Show

Jonathan Vandenbroeck, wie Milow bürgerlich heißt, ist kein Künstler, der eine Bühne mit permanenten Effekten vollpacken muss. Seine Stärke liegt woanders.

Er kann Geschichten erzählen.

Das funktioniert in seinen Songs, aber auch zwischen den einzelnen Stücken. In der Batschkapp entstand dadurch schnell jene Nähe, die bei Singer-Songwriter-Konzerten den Unterschied machen kann. Trotz ausverkauftem Haus wirkte der Abend stellenweise erstaunlich persönlich.

Musikalisch stand natürlich das neue Material im Mittelpunkt. „Lean Into Me“, Milows siebtes Studioalbum, war am 31. Mai 2019 erschienen und zeigte einen Künstler, der seinen charakteristischen Pop-Sound weiterentwickelte, ohne plötzlich alles umzuwerfen.

Warum auch?

Die Kombination aus akustischen Elementen, eingängigen Melodien und Milows warmer Stimme funktioniert seit Jahren.

„Help“ zeigt die ruhigere Seite des Abends

Bereits im April 2019 hatte Milow mit „Help“ einen Vorgeschmack auf das neue Album geliefert.

Die gefühlvolle Nummer passte bestens in einen Abend, der seine Wirkung häufig gerade dann entfaltete, wenn es etwas leiser wurde. Statt jede Minute auf den nächsten großen Refrain hinzuarbeiten, ließ Milow seinen Songs Raum.

Das Publikum ging mit.

Natürlich warteten viele trotzdem auf die bekannten Nummern. Wenn ein Musiker seit mehr als zehn Jahren Hits veröffentlicht, lässt sich die eigene Vergangenheit schließlich nicht einfach aus der Setlist streichen.

Milow versuchte das auch gar nicht.

„You Don’t Know“ brachte den internationalen Durchbruch

Seine Karriere hatte einige Jahre zuvor deutlich bescheidener begonnen.

2006 erschien das Debütalbum „The Bigger Picture“. Zunächst spielte sich der Erfolg vor allem in Belgien ab. Ein Jahr später änderte „You Don’t Know“ die Situation grundlegend.

Der Song wurde zum großen Erfolg und öffnete Milow schließlich auch außerhalb Belgiens die Türen.

Was daran bis heute funktioniert, ließ sich in Frankfurt gut hören: Milows Musik will nicht komplizierter sein, als sie sein muss. Starke Melodien, verständliche Emotionen und Refrains, die nach wenigen Sekunden sitzen.

Manchmal reicht genau das.

Mit „Ayo Technology“ kam der große Überraschungshit

Den entscheidenden Schub für seine internationale Bekanntheit brachte anschließend ein Song, den Milow nicht selbst geschrieben hatte.

Seine akustische Interpretation von „Ayo Technology“, ursprünglich von 50 Cent mit Justin Timberlake und Timbaland, machte aus dem elektronisch geprägten Original etwas völlig anderes.

Gitarre statt Clubsound.

Gerade dieser Kontrast funktionierte. Milows Version entwickelte ein Eigenleben, erreichte hohe Chartplatzierungen in mehreren europäischen Ländern und wurde zu einem seiner bekanntesten Songs.

Live besitzt die Nummer noch immer diesen Wiedererkennungseffekt. Man hört die ersten Takte und weiß sofort, was kommt.

Neue Songs treffen in der Batschkapp auf alte Bekannte

Genau diese Mischung bestimmte den Frankfurter Abend.

„Lean Into Me“ bekam genügend Platz, ohne dass Milow seine bisherige Karriere ausblendete. Neue Stücke standen neben Songs, die manche Besucher vermutlich seit Jahren begleiteten.

Dabei wurde deutlich, wie sehr sich Milow auf seine Stimme verlassen kann. Sie klingt weich, besitzt aber genügend Druck, um auch in einem vollen Club nicht unterzugehen.

Dazu kommt seine entspannte Bühnenpräsenz.

Keine künstliche Rockstar-Pose. Kein hektisches Abarbeiten der Setlist. Milow wirkte vielmehr wie jemand, der ziemlich genau weiß, welche Songs er geschrieben hat und warum Menschen sie hören wollen.

Ein ausverkaufter Abend ohne unnötigen Schnickschnack

Die Batschkapp Frankfurt erwies sich dafür als passender Ort. Nah genug für die ruhigeren Momente, groß genug für die Refrains, bei denen das Publikum geschlossen einstieg.

Gerade bei den bekannten Hits wurde aus dem Konzert immer wieder ein großer Chor.

Dann sang eben nicht mehr nur Milow.

Mit „Lean Into Me“ hatte er neues Material im Gepäck, doch Frankfurt bekam keine reine Albumpräsentation. Stattdessen führte der Abend durch mehr als ein Jahrzehnt seiner Karriere.

Mal leise, mal deutlich poppiger und zwischendurch mit Songs, die sowieso jeder kannte.

Milow brauchte dafür keine riesige Produktion. Seine Gitarre, seine Band, seine Geschichten und diese Stimme erledigten den Job ziemlich gut.

Text & Foto © Jan Heesch

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