
Kathy Kelly begeistert das Capitol Mannheim mit einer musikalischen Reise durch ihr Leben
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Eine Stimme, viele Instrumente und Geschichten aus einem Leben, das alles andere als gewöhnlich verlaufen ist. Kathy Kelly war im Capitol Mannheim zu Gast und zeigte dort, dass ihre musikalische Identität weit über die großen Erfolge mit The Kelly Family hinausreicht. Spanische Lieder trafen auf Irish Folk, klassische Einflüsse auf deutschsprachige Songs. Und zwischendrin griff die Multiinstrumentalistin selbst zu Geige, Gitarre, Akkordeon oder Klavier.
Der Abend war damit weniger eine klassische Hitparade als eine musikalische Reise durch Kathy Kellys eigenes Leben.
Kathy Kelly zeigt im Capitol ihre ganze musikalische Bandbreite
Seit mehr als 20 Jahren steht Kathy Kelly auch als Solokünstlerin auf der Bühne. Die Erfahrung merkt man ihr an, allerdings nicht in Form einer routiniert heruntergespielten Show.
Kelly erzählt.
Über Musik, Erinnerungen und unterschiedliche Stationen ihres Lebens entsteht eine Verbindung zwischen den Songs. Ihre Kindheit und Jugend in verschiedenen Ländern, das Leben als Teil einer außergewöhnlichen Musikerfamilie und die jahrelange Öffentlichkeit haben reichlich Geschichten hinterlassen.
Im Capitol bekamen diese Geschichten ihren eigenen Soundtrack.
Dabei wechselte Kelly erstaunlich selbstverständlich zwischen verschiedenen musikalischen Welten. Ein irischer Folksong funktioniert neben spanischen Melodien, anschließend geht es in Richtung Klassik und wenig später wieder zurück zum Pop.
Von Irish Folk bis Leonard Cohens „Hallelujah“
Diese Vielseitigkeit kommt nicht von ungefähr. Kathy Kelly ist ausgebildete Opernsängerin und Multiinstrumentalistin. Ihre Stimme besitzt entsprechend eine enorme Bandbreite.
Mal kräftig und raumfüllend.
Dann wieder warm und erstaunlich zurückgenommen.
Begleitet von ihrer Band konnte sie genau mit diesen Gegensätzen spielen. Neben spanischen Songs und Irish Folkfanden auch klassische Elemente ihren Platz im Programm.
Natürlich gab es ebenfalls Musik, die viele Besucher sofort mit der Kelly-Familie verbanden. Songs aus dem Repertoire von The Kelly Family gehörten genauso zum Abend wie ihre Interpretation von Leonard Cohens „Hallelujah“.
Gerade bei solchen bekannten Melodien brauchte das Mannheimer Publikum keine lange Einladung zum Mitgehen.
Geige, Akkordeon, Gitarre und Klavier
Kathy Kelly lediglich auf ihre Stimme zu reduzieren, würde ohnehin zu kurz greifen.
Während des Konzerts wechselte sie zwischen verschiedenen Instrumenten und zeigte damit jene musikalische Vielseitigkeit, die bereits die Auftritte der Kelly Family über Jahrzehnte geprägt hatte.
Geige, Gitarre, Akkordeon und Klavier waren dabei keine Showrequisiten.
Kelly ist Musikerin durch und durch. Das wurde besonders in den Momenten deutlich, in denen das Programm etwas ruhiger wurde und weniger die große Inszenierung als vielmehr der Song selbst im Vordergrund stand.
Das passte zum Capitol.
Die Nähe zwischen Bühne und Publikum gab den persönlichen Geschichten genügend Raum, ohne dass daraus eine steife musikalische Biografiestunde wurde.
„Wer lacht überlebt“ zeigt eine andere Kathy Kelly
Eine besondere Stellung nahm ihr erstes deutschsprachiges Soloalbum „Wer lacht überlebt“ ein.
Damit betrat Kathy Kelly musikalisch neues Terrain. Statt ausschließlich auf jene Klangwelt zurückzugreifen, mit der sie über Jahrzehnte bekannt geworden war, sang sie nun auf Deutsch über persönliche Erfahrungen, Gefühle und Beziehungen.
Das machte die neuen Stücke unmittelbarer.
Die Songs erzählen von ihrem Leben, von Liebe und Erinnerungen, aber auch von Erfahrungen, die sich eben nicht mit zwei fröhlichen Refrains erledigen lassen. Kelly zeigte damit eine persönlichere Seite und richtete sich zugleich sehr direkt an ihr deutsches Publikum.
The Kelly Family bleibt Teil ihrer Geschichte
Natürlich lässt sich eine Karriere wie die von Kathy Kelly nicht von The Kelly Family trennen.
Muss sie auch nicht.
Die gemeinsame Geschichte gehört zu ihr, genauso wie die Jahre auf großen Bühnen und der enorme Erfolg der Familie. Im Capitol wirkte diese Vergangenheit jedoch nicht wie ein Schatten, aus dem Kelly unbedingt heraustreten müsste.
Sie nahm sie einfach mit.
Bekannte Songs standen neben Solomaterial, traditionelle Musik neben neuen deutschsprachigen Titeln. Gerade dadurch wurde deutlich, wie viele musikalische Einflüsse sich über die Jahrzehnte angesammelt haben.
Persönliche Geschichten statt großer Showeffekte
Das Konzert im Capitol Mannheim lebte nicht von Pyrotechnik oder gigantischen Videowänden. Hier standen Musik und Persönlichkeit im Mittelpunkt.
Kathy Kelly nahm sich Zeit.
Sie wechselte Instrumente, erzählte Geschichten und ließ ihrer Stimme genügend Raum. Gerade die Mischung aus kraftvollen Passagen und stilleren Augenblicken machte den Abend abwechslungsreich.
Wer ausschließlich die großen Kelly-Family-Hits erwartet hatte, bekam deshalb vielleicht ein anderes Konzert als gedacht.
Aber vermutlich das interessantere.
Denn Kathy Kelly zeigte in Mannheim nicht bloß, woher sie kommt. Sie zeigte vor allem, was sie musikalisch selbst draufhat.
Text & Foto © by Boris Korpak | bokopictures













