Sänger Alea von Saltatio Mortis performt live und voller Energie auf der Bühne im Schlachthof Wiesbaden vor feierndem Publikum.

Saltatio Mortis feiern „Brot und Spiele“ im ausverkauften Schlachthof Wiesbaden

Beitrag teilen

Ein grauer Novemberabend, doch vor den Toren des Schlachthofs herrschte bereits früh am 23. November 2018 dichtes Gedränge. Die Abendkasse konnte pünktlich ein freudiges „Ausverkauft!“ vermelden. Ganze 2.300 Fans hatten sich in der hessischen Landeshauptstadt versammelt, um gemeinsam mit Saltatio Mortis deren Erfolgstour zum aktuellen Nummer-eins-Album „Brot und Spiele“ zu zelebrieren. Es sollte ein Abend werden, an dem nicht nur sprichwörtlich das Feuer geschürt wurde.

Firkin sorgen für die perfekte musikalische Betriebstemperatur

Bevor jedoch der Headliner die Bühne in Beschlag nahm, gehörte das Feld den ungarischen Folk-Punkern von Firkin. Wer die Truppe kennt, weiß: Stillstehen ist hier schlichtweg unmöglich. Mit ansteckender Energie und ordentlich Gas auf dem musikalischen Pedal trieben sie die Stimmung im ohnehin schon warmen Saal rasant nach oben. Als der letzte Ton ihres Sets verklang, war das Feld für die Spielleute von Saltatio Mortis perfekt bereitet – das Publikum stand buchstäblich unter Strom.

Die volle musikalische Wucht von „Brot und Spiele“

Als schließlich das Saallicht erlosch und Saltatio Mortis die Bretter enterten, gab es im Schlachthof endgültig kein Halten mehr. Schlagzeuger Lasterbalg der Lästerliche ließ es sich nicht nehmen, direkt zu Beginn tiefen Dank für das volle Haus auszusprechen, bevor die Band ein packendes musikalisches Brett auffuhr. Der Fokus der Setlist lag unüberhörbar auf dem aktuellen Doppelalbum.

Dabei zeigte die Band eindrucksvoll ihre Bandbreite. Während die erste CD der Platte deutlich rockiger, mit unverkennbaren Punk-Anleihen und modernem Zug nach vorne daherkam, atmete die zweite CD die traditionelle Marktmusik vergangener Tage. Live verschmolzen diese Welten hervorragend. Die Band integrierte die kompletten harten neuen Tracks in ihr Set, drosselte aber im Mittelteil gekonnt das Tempo, griff zu den klassischen, akustischen Instrumenten und ließ die mittelalterlichen Wurzeln aufleben. Eine Mischung, die vollends aufging: Langjährige Wegbegleiter und frisch dazugestoßene Fans kamen gleichermaßen auf ihre Kosten, da neue Hymnen und alte Klassiker Hand in Hand gingen.

Flammen, Stagediving und eine klare Ansage von Lasterbalg

Optisch ließen sich die Musiker ebenfalls nicht lumpen. Wer in den vordersten Reihen stand, durfte sich über eine kostenlose Sauna-Einlage freuen, denn die Crew hatte massiv in Pyrotechnik investiert. Spätestens bei hymnischen Titeln wie „Prometheus“ schossen die Flammen derart hoch in die Luft, dass die Hitze bis weit in den hinteren Saal zu spüren war.

Mitten in diesem feurigen Spektakel suchte Frontmann Alea der Bescheidene den direkten Kontakt und ging kurzerhand im schwitzenden Publikum baden. Sein Ausflug auf den Händen der Fans wurde von Lasterbalg mit dem gewohnt trockenen Humor kommentiert: Er bat die Menge augenzwinkernd, den Sänger doch bitte in einem Stück wieder an der Bühne abzuliefern und „besser nicht an ihm zu lutschen“, damit das Konzert noch ein vernünftiges Ende finden könne. Das Publikum hielt sich lachend an die Vorgabe.

Ein Abend, der an der Bühne noch nicht endete

Nach gut zwei Stunden geballter Spielmanns-Power, unzähligen hüpfenden Körpern und einer drückenden Atmosphäre ging das reguläre Set schließlich zu Ende. Doch wer Saltatio Mortis kennt, weiß, dass die Jungs keine Allüren pflegen. Trotz der offensichtlichen Erschöpfung nach der energiegeladenen Show ließen es sich die Künstler nicht nehmen, wenig später wieder im Saal aufzutauchen. Beim entspannten Plausch und Autogrammeschreiben am Merch-Stand klang ein rundum gelungener Konzertabend aus, der die 2.300 Besucher restlos glücklich in die Wiesbadener Nacht entließ.

Text & Foto © by Jan Heesch

Beitrag teilen