Die Mittelalter-Rock-Band Feuerschwanz steht live und energiegeladen auf der Bühne in der Batschkapp Frankfurt vor einem feiernden Publikum.

Feuerschwanz in der Batschkapp Frankfurt: Der „Methämmer“ schlägt gnadenlos zu

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Wenn ein massiver Hammer aus reinstem Met auf die Mainmetropole trifft, dann bleibt kein Stein auf dem anderen. Genau das passierte Ende November in der gut gefüllten Batschkapp Frankfurt. Feuerschwanz, die unangefochtenen Meister des satirischen Mittelalter-Rocks, machten mit ihrer „Methämmer“-Tour halt und brachten ein Erfolgsalbum mit, das kurz zuvor völlig verdient auf Platz 6 der deutschen Charts eingeschlagen war. Wer an diesem Abend ein ernstes, historisch trockenes Minnesang-Konzert erwartete, war definitiv im falschen Club. Stattdessen gab es eine schweißtreibende Lehrstunde in Sachen kollektiver Feier-Therapie.

Illuminaten, Templer und der geheimste Kult der Welt

Die Bühne verwandelte sich schnell in den Dreh- und Angelpunkt einer weltumspannenden Verschwörung. Die Regierungen dieser Welt mögen es geheim gehalten haben, doch Hauptmann Feuerschwanz und seine Spießgesellen brachten in Frankfurt die nackte Wahrheit ans Licht: Illuminaten? Freimaurer? Templer? Alles nur Ablenkung. In Wahrheit werden unsere Geschicke, so verkündete es die Band voller Inbrunst, seit jeher von den Schergen des METHÄMMER-Kults gelenkt.

Diese herrliche Parodie auf die grassierende „alternative Faktenlage“ und allerlei Aluhut-Theorien zog das Frankfurter Publikum sofort in ihren Bann. Es war eine biblische Urgewalt von zyklopischem Ausmaß, die sich da auf den Brettern entlud und den Saal von der ersten Sekunde an zum Kochen brachte.

Mittelalter-Rock mit ordentlicher 80er-Metal-Schlagseite

Musikalisch haben Feuerschwanz dem gelegentlich etwas angestaubten Genre des Mittelalter-Rocks mit dem neuen Material einen frischen, wirklich dicken Anstrich verpasst. Zwischen treibenden Dudelsäcken, peitschenden Flöten und stampfenden Beats blitzte in der Batschkapp immer wieder eine tiefe Verneigung vor den Metal-Heroen der Achtzigerjahre durch.

Die Riffs waren wuchtig, der Sound von der ersten Reihe bis ganz hinten zum Mischpult transparent, aber drückend abgemischt. Das Publikum nahm diese alkoholgetränkte Energie dankend an. Es wurde lauthals gegrölt, wild getanzt und so mancher Becher in die schwitzige Luft gereckt. Die Band präsentierte sich extrem spielfreudig und nutzte jeden Zentimeter der Bühne, um die Menge weiter anzustacheln.

Sarkasmus und Sauf-Humor als echte Selbsttherapie

Was diese Truppe seit nunmehr 15 Jahren so unverwechselbar macht, ist die brillante Art, wie sie hintergründige Satire in astreinem, festivaltauglichen Sauf-Humor verpacken. Im Stil von bandeigenen Klassikern wie „Metnotstand im Märchenland“ oder „Sex Is Muss“ wurden auch die neuen Songs frenetisch abgefeiert. Es ist die gewohnt bissige Antwort auf den oft viel zu ernsten öffentlichen Diskurs unserer Zeit.

Wenn Hunderte Menschen gemeinsam diese Form der verschwitzten Ironie zelebrieren, funktioniert dieser Spaß als echte Selbsttherapie. Man entflieht dem Alltag und nimmt die Welt einfach mal mit einem lachenden Auge. Am Ende entließen Feuerschwanz eine vollkommen erschöpfte, aber dauergrinsende Menge in die dunkle Frankfurter Nacht. Eines ist sicher: Der Methämmer hat eindrucksvoll geliefert.

Text & Foto © by Jan Heesch

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