
Hard Rock der Extraklasse: CoreLeoni erwecken die frühen Gotthard-Jahre zu neuem Leben
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Wenn man als gestandener Musiker auf eine dermaßen erfolgreiche Karriere zurückblickt, läuft man oft Gefahr, es sich in der eigenen Komfortzone etwas zu bequem zu machen. Doch Leo Leoni, seines Zeichens Gitarrist und Gründungsmitglied der Schweizer Vorzeige-Rocker Gotthard, hatte andere Pläne. Anstatt sich entspannt zurückzulehnen, verspürte er den unbändigen Drang, die raue, ungestüme Energie der Anfangstage noch einmal richtig von der Leine zu lassen. Unter dem Banner CoreLeoni hat er genau das getan – und liefert Hard Rock der absoluten Extraklasse, der direkt ins Mark geht.
Ein lang gehegter Traum zum 25. Jubiläum
Der Anlass für dieses kraftvolle Ausrufezeichen war ein ganz besonderer Meilenstein: Das großartige Debütalbum von Gotthard feierte seinen 25. Geburtstag. Für Leo Leoni war dies der perfekte Moment, um sich einen lange gehegten Traum zu erfüllen. Das Ziel war klar definiert: Er wollte den Songs der ersten Stunde, die im aktuellen Live-Set seiner Hauptband über die Jahre etwas in den Hintergrund gerückt waren, endlich wieder den verdienten Tribut zollen.
Mit CoreLeoni kehrt der Gitarrist musikalisch exakt dorthin zurück, wo alles begann – in eine Zeit, als Gotthard noch spürbar roher, härter und kompromissloser agierten. „Das Projekt CoreLeoni hat so viele Emotionen ausgelöst, schöne Erinnerungen zurückgebracht und mein Herz mit großer Freude erfüllt“, beschreibt Leoni seine Motivation. Eine spürbare Leidenschaft, die in jedem Riff und jedem Beat mitschwingt.
Rohe Energie und ein Ausnahmesänger am Mikrofon
Um diese ungeschliffene Wucht authentisch auf die Bühne und ins Studio zu bringen, bedarf es natürlich der richtigen Mitstreiter. Und hier hat Leoni ein absolutes Traum-Line-up um sich geschart. An den Drums sitzt Gotthard-Kollege Hena Habegger, der exakt weiß, wie dieser spezielle Groove zu klingen hat. An der zweiten Gitarre sorgt Igor Gianola, ehemals bei U.D.O. und bekannter Saitenhexer der „Dial Hard“-Tour, für das nötige Riff-Gewitter, während der befreundete Tessiner Mila Merker den Bass bedient.
Der absolute Joker dieser Formation steht jedoch am Mikrofon: Ronnie Romero. Der Ausnahmesänger, der bereits bei Lords Of Black und als Frontmann von Ritchie Blackmores Rainbow-Neuauflage für offene Münder sorgte, drückt den alten Bandklassikern seinen ganz eigenen, gewaltigen Stempel auf. Seine Stimme hat exakt die richtige Mischung aus Melodie, Dreck und purer Power, um das alte Material im frischen Glanz erstrahlen zu lassen.
Nostalgie pur: Die Setlist lässt keine Wünsche offen
Was die Songauswahl betrifft, liest sich das Programm wie ein feuchter Traum für Fans der frühen 90er-Jahre. Knaller wie das treibende „Downtown“, das feurige „Firedance“, das groovende „Here Comes The Heat“ oder die emotionale Nummer „All I Care For“ wurden von der neuen Formation nicht einfach nur nachgespielt, sondern regelrecht revitalisiert. Man spürt förmlich den Schweiß und die Hitze kleiner Rock-Clubs, wenn diese Tracks mit voll aufgerissenen Verstärkern aus den Boxen drücken.
Das Ganze wurde schließlich auch für die Ewigkeit festgehalten: Am 23. Februar 2018 erschien das starke Album CoreLeoni – „The Greatest Hits – Part 1“. Neben einem runden Dutzend kernig neu eingespielter Bandklassiker gibt es darauf als besonderes Schmankerl auch den brandneuen Titel „Walk On Water“ zu hören, der nahtlos an die Qualität der alten Hymnen anknüpft.
Zwischen Studio-Frische und ungebremster Live-Wucht
Egal ob auf Platte oder live auf der Bühne: CoreLeoni ist weit mehr als nur ein nostalgisches Nebenprojekt. Es ist eine ehrliche, musikalische Liebeserklärung an den echten, handgemachten Hard Rock. Wer schnörkellose Gitarren, eine peitschende Rhythmusfraktion und grandiosen Gesang zu schätzen weiß, kommt an diesem Kraftpaket schlichtweg nicht vorbei. Leo Leoni hofft, dass es den Fans beim Anhören genauso geht wie ihm selbst – und nach den ersten treibenden Takten kann man diese Frage mit einem lauten, überzeugten „Ja!“ beantworten.
Text & Foto © by Jan Heesch














