Sixx Paxx live am 18. Juli 2020 beim CARStival auf dem Maimarktgelände Mannheim

Sixx Paxx in Mannheim: Showfieber zwischen den Autos

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Am 18. Juli 2020 bekam das CARStival auf dem Mannheimer Maimarktgelände eine ganz andere Stimmung als bei den Konzerten der Wochen zuvor. Diesmal standen die Sixx Paxx auf der Bühne. Rund 1.600 überwiegend weibliche Gäste verfolgten die Show, jubelten, hupten und machten ziemlich schnell deutlich, dass sich auch ein Autokino in eine große Showfläche verwandeln lässt. 

Für Sixx Paxx in Mannheim war das ungewöhnliche Umfeld durchaus eine Herausforderung. Ihre Shows leben normalerweise von Nähe, direkter Reaktion und dem Spiel mit dem Publikum. Nun standen zwischen Bühne und Zuschauerinnen plötzlich Motorhauben und Windschutzscheiben. Viel Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, blieb allerdings nicht.

Sobald die ersten Tänzer auf der Bühne standen, war Bewegung auf dem Gelände.

Wenn Hupen plötzlich zum Kreischen dazukommen

Beim CARStival hatte sich im Laufe des Sommers längst eine eigene Sprache entwickelt. Nach einem Song oder einer Pointe wurde nicht einfach geklatscht. Warnblinker gingen an, Scheinwerfer blitzten auf und aus allen Richtungen kamen Hupen.

Bei den Sixx Paxx bekam das noch einmal eine andere Lautstärke.

Schon bei den ersten Choreografien war zu merken, dass viele Besucherinnen genau auf diesen Abend gewartet hatten. Aus geöffneten Fenstern wurde gerufen, in den Fahrzeugen getanzt und jede Gelegenheit genutzt, den Männern auf der Bühne eine möglichst deutliche Rückmeldung zu geben.

Das offizielle Veranstaltungsarchiv des Maimarktgeländes führt die Show für den Abend des 18. Juli 2020. Fotografisch ist der Auftritt ebenfalls genau für diesen Termin auf dem Maimarktgelände dokumentiert. 

Sixx Paxx setzen auf Tanz statt bloß auf nackte Haut

Natürlich gehört Erotik zum Konzept. Darum muss man bei einer Sixx-Paxx-Show nicht lange herumreden.

Der Abend bestand aber nicht einfach daraus, dass ein paar gut trainierte Männer ihre Shirts auszogen. Die Gruppe arbeitete mit durchchoreografierten Tanznummern, wechselnden Rollen, Musik und Showelementen. Körperbeherrschung spielte dabei mindestens genauso eine Rolle wie der offensichtliche optische Reiz.

Gerade von weiter hinten auf dem weitläufigen Maimarktgelände waren die synchronen Bewegungen wichtig. Die große Bühne und die CARStival-Technik machten die Show auch für die hinteren Fahrzeugreihen sichtbar.

Zwischendurch griffen die Männer selbst zum Mikrofon. Solche Gesangspassagen nahmen für einige Minuten das Tempo heraus, bevor die nächste Tanznummer folgte.

Nähe funktioniert auch mit einer Windschutzscheibe dazwischen

Eigentlich lebt eine Show dieser Art von der unmittelbaren Nähe zum Publikum.

Normalerweise verschwinden Tänzer schon einmal von der Bühne, suchen den direkten Kontakt und spielen mit den Reaktionen der ersten Reihen. Genau das war im Corona-Sommer 2020 nur sehr eingeschränkt möglich.

Also musste die Bühne stärker arbeiten.

Blicke wurden länger gehalten, Gesten größer und die Choreografien so gespielt, dass auch die Menschen weiter hinten etwas davon hatten. Die Besucherinnen erledigten ihren Teil. Nach gelungenen Nummern leuchtete das Gelände auf.

Der „Mannheimer Morgen“ berichtete von 1.600 Gästen und einer deutlich weiblich dominierten Zuschauerschaft. Damit gehörte die Show zu den Abenden, bei denen das Autokino-Konzept seine vielleicht skurrilste Seite zeigte.

Wo sonst Menschen dicht vor einer Bühne stehen, saßen nun Freundinnen gemeinsam im Auto und feuerten die Tänzer mit der Hupe an.

Aus dem Maimarktgelände wird für einen Abend eine Showbühne

Das CARStival war 2020 aus der Not entstanden. Konzerte, Comedy und Shows konnten unter den damaligen Einschränkungen stattfinden, weil die Zuschauer zunächst in ihren Autos blieben. Seit Ende Juni kamen zusätzlich sogenannte Lounge-Boxen hinzu, in denen kleine Gruppen die Veranstaltungen ohne Fahrzeug verfolgen konnten. 

Gerade bei den Sixx Paxx passte dieses offenere Konzept.

Die Show brauchte Publikum, das sichtbar reagierte. Gleichzeitig zeigte Mannheim, dass Unterhaltung selbst unter diesen Bedingungen nicht zwangsläufig steril wirken musste.

Natürlich war es anders als im Theater. Kein dicht besetzter Saal, kein direkter Kontakt mit den ersten Sitzreihen und keine normale Partystimmung.

Dafür entstand etwas, das vermutlich weder die Sixx Paxx noch die Besucherinnen vorher schon einmal erlebt hatten.

Ein ziemlich ungewöhnlicher Mädelsabend

Im Laufe des Abends rückte die Tatsache, dass alle auf einem ehemaligen Parkplatz saßen, immer weiter in den Hintergrund.

Die Musik lief, die Tänzer wechselten ihre Nummern, zwischendurch wurde gesungen und von den Fahrzeugen kam zuverlässig die Antwort. Ein klassischer Mädelsabend sah 2020 eben etwas anders aus.

Das CARStival hat in diesem Sommer viele seltsame Konzertbilder produziert. Rapper vor Windschutzscheiben. Reggae zwischen Autos. Comedy mit Lichthupe.

Am 18. Juli kamen noch durchtrainierte Tänzer dazu.

Mannheim war inzwischen einiges gewohnt.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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