
„Ich bin wieder da“: Westernhagen versöhnt sich mit der Festhalle Frankfurt
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Es gibt Veranstaltungsorte, mit denen verbindet ein Künstler eine Vorgeschichte. Wenn man in der Vergangenheit wegen durchwachsener Akustik seine Schwierigkeiten hatte, geht man mit einer gewissen Skepsis auf die Bühne. Doch an diesem lauten, lauen Mittwochabend im August sollte in der Festhalle Frankfurt alles anders werden. Marius Müller-Westernhagen gab der geschichtsträchtigen Halle eine zweite Chance – und wurde belohnt. Vom ersten Ton an stimmte der Sound, und die anfängliche Skepsis wich purer Spielfreude.
Zweieinhalb Stunden Unplugged-Intimität in der Arena
Gut gelaunt, nahbar und in absoluter Bestform bescherte Westernhagen seinen Fans einen rundum gelungenen Abend. Begleitet von seiner exzellenten Band präsentierte er ein zweieinhalbstündiges Unplugged-Programm, das die riesige Festhalle in ein fast schon intimes Wohnzimmer verwandelte. Es gelang ihm und seinen Musikern mühelos, eine fantastische Wohlfühlatmosphäre aufzubauen und die Energie über die gesamte Distanz hochzuhalten. Der Alltag musste draußen bleiben, während im Inneren gefeiert und genossen wurde.
Die Songauswahl bot einen umfassenden Querschnitt durch seine lange Karriere. Während Klassiker wie „Alkohol“ und „Dicke“ längst aus dem Programm gestrichen sind, blieben kaum Wünsche offen. Die verbliebene Setlist glich einem Hit-Feuerwerk: Nummern wie „Lass uns leben“ oder das nostalgische „Mit 18“ rissen die Zuschauer augenblicklich von den Sitzen, sodass an ein ruhiges Verweilen in den Stuhlreihen kaum zu denken war.
Bewegende Momente und ein stimmiger Abschied
Besondere emotionale Akzente setzte der Musiker bei den Zugaben. Zum Auftakt zollte Westernhagen einem im selben Jahr verstorbenen Ausnahmekünstler Tribut, indem er David Bowies Hymne „Heroes“ in einer eindrucksvollen deutschen Fassung interpretierte.
Wie es sich für einen echten Westernhagen-Abend gehört, schloss der Kreis schließlich beim ultimativen Klassiker: Mit „Freiheit“ sang sich das Publikum im vielstimmigen Chor in den späten Abend. An diesem Mittwochabend stimmte in der Festhalle Frankfurt schlichtweg alles – eine gelungene Revanche, die noch lange positiv nachhallen wird.
Text & Fotos © by Jan Heesch














