Wincent Weiss bei seinem ausverkauften Konzert am 30. August 2026 auf der Freilichtbühne Kloster Schiffenberg

Wincent Weiss begeistert den Schiffenberg mit Gefühl und großer Nähe

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Ein ausverkaufter Schiffenberg, sommerliche Temperaturen und tausende Stimmen, die jeden Refrain mittragen: Am 30. August 2026 machte Wincent Weiss im Rahmen des Gießener Kultursommers Station auf der Freilichtbühne am Kloster Schiffenberg. Schon vor dem ersten Song war klar, dass dieser Abend nicht leise werden würde.

Die erste von zwei Shows war restlos ausverkauft. Ein zweiter Termin am 31. August folgte direkt hinterher.

LEVKA eröffnet mit modernem Indie-Pop

Den Anfang machte LEVKA. Der 20-jährige Newcomer hatte Wincent Weiss bereits bei mehreren Arena-Shows begleitet und entsprechend wenig Probleme mit einer großen Bühne.

Songs wie „alles verloren“„teil von dir“„nicht wir gemeint“ oder „kalt“ trafen auf ein Publikum, das aufmerksam zuhörte und schnell mitging. LEVKA wirkte nicht wie ein Lückenfüller vor dem Headliner, sondern wie ein Künstler, der genau weiß, welchen Sound er transportieren will.

Gefühlvoll, modern und ohne unnötigen Schnickschnack.

Wincent Weiss kehrt zurück auf den Schiffenberg

Dann wurde es laut.

Wincent Weiss stand nach seinen Auftritten 2019 und 2023 erneut auf dem Schiffenberg. Diesmal mit kompletter Band und einer deutlich größeren Open-Air-Produktion.

Der historische Ort passte trotzdem erstaunlich gut.

Kaum liefen die ersten Takte, war das Publikum komplett dabei. Mitsingen, tanzen, Arme hoch. Viel Überredung brauchte es nicht.

Weiss lebt von dieser Verbindung.

„Musik sein“ und „Feuerwerk“ funktionieren immer noch

Natürlich durften die großen Hits nicht fehlen.

„Musik sein“„Feuerwerk“ und „Wer wenn nicht wir“ gehörten zu den Songs, bei denen der Schiffenberg beinahe geschlossen mitsang. Genau hier zeigt sich, warum Wincent Weiss live so gut funktioniert: Die Refrains sind bekannt, direkt und dafür gebaut, von vielen Stimmen getragen zu werden.

Daneben präsentierte er Songs aus „Irgendwo Ankommen“.

Das Material wirkt persönlicher, teilweise ruhiger und nimmt sich mehr Zeit. Im Konzert entstand dadurch ein guter Kontrast zu den großen Mitsingmomenten.

Große Produktion, trotzdem keine Distanz

Die Bühne war größer, das Licht aufwendiger, die Band komplett.

Trotzdem wirkte der Abend nie weit weg.

Wincent Weiss suchte immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum, sprach mit den Fans und ließ Raum für spontane Momente. Gerade auf dem Schiffenberg funktioniert diese Nähe besonders gut.

Die historische Kulisse nimmt einer großen Produktion ein wenig von ihrer Arena-Distanz.

Das tat der Show gut.

Der Schiffenberg wird zur Sommerparty

Je weiter der Abend voranschritt, desto mehr verwandelte sich das Gelände in eine große Sommerparty.

Vorne standen die jüngeren Fans dicht an dicht, weiter hinten sangen Eltern und langjährige Konzertbesucher mit. Der Altersmix war breit.

Und das passte zu den Songs.

Wincent Weiss erreicht längst nicht mehr nur ein Teenager-Publikum. Seine Musik funktioniert generationsübergreifend, weil viele Themen ziemlich nah am Alltag bleiben.

Liebe, Zweifel, Aufbruch, Beziehungen.

Nichts überkompliziert.

Zwei Abende zeigen die Nachfrage

Dass ein zweiter Termin am 31. August 2026 angesetzt wurde, sagt einiges über die Nachfrage.

Die erste Show war ausverkauft, die Resonanz groß. Damit wurde Wincent Weiss zu einem der prägenden Acts des diesjährigen Kultursommers.

LEVKA hatte zuvor stark eröffnet, Weiss zog danach die große Linie weiter.

Viel Gefühl ohne Kitsch

Der Abend funktionierte vor allem, weil er nicht permanent auf große Gefühle gedrückt hat.

Es gab laute Refrains, ruhige Passagen und genug Momente, in denen das Publikum einfach selbst übernehmen durfte.

Kein künstliches Pathos. Nur Songs, eine starke Liveband und ein Künstler, der weiß, wie man Nähe erzeugt, ohne sie zu erzwingen.

Der Schiffenberg sang mit. Und zwar ziemlich laut.

Text & Foto © by Jan Heesch

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