ZUSTRA – It’s All Been Done Before

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Huch, sind die 2000er zurück? Zumindest weckt die neue Single „It’s All Been Done Before“ von ZUSTRAeine wohlige Nostalgie für den Indie-Rock der Nullerjahre. Überraschend ist das allemal: Bisher war die Songwriterin vor allem für ihren sphärischen Dream-Pop bekannt, der eher an den Soundtrack eines James-Bond-Films oder an unendliche Weiten denken lässt als an verschwitzte Garagen. Umso erfrischender knallt nun diese Post-Punk-Energie in unseren viel zu heißen Sommer.

Die Musikerin, die bereits mit Florence + the Machine (SPIEGEL) und The xx (Musikexpress) verglichen wurde, bricht darin nonchalant mit den Erwartungen an ihren Epos-Pop-Sound. Stattdessen zeigt sie eine lässige, humorvolle Schlagseite. „I was made of soil, I guess that is why I’m dirty in the head“, singt sie über eine passenderweise dirty Gitarre, bevor im Refrain das Schlagzeug lospoltert. „It’s All Been Done Before“ klingt so rau und direkt und dabei verspielt, als hätten die Arctic Monkeys mit Bat for Lashes auf einer Schnitzeljagd heimlich einen Hidden Track aufgenommen.

Für ZUSTRA selbst fügt sich dieser Track durchaus in ihr Schaffen. Als Musikjournalistin, die unter anderem für den Rolling Stone geschrieben hat, hört sie seit jeher die unterschiedlichsten Genres – und ist als Musikerin von ihnen geprägt, erzählt sie. „Den Indie-Rock der 2000er habe ich natürlich auch gefeiert. In meinem Jugendzimmer liefen Franz Ferdinand, Bloc Party und Interpol rauf und runter“, sagt sie. Und ergänzt lachend: „Wenn erst Portishead oder Massive Attack laufen und dann plötzlich das Intro von ‚No One Knows‘ von Queens of the Stone Age ballert, kann man auf jeden Fall gut seine Eltern erschrecken!“ 

Auch textlich kommt die Single mit Augenzwinkern daher: ZUSTRA offenbart, dass sie sich sehnlichst einen Esel wünscht und gesteht, bei der Steuererklärung zu weinen. So ganz Lo-Fi bleibt der Song aber nicht, in der Bridge öffnet sich der Sound doch noch in für ZUSTRA typische transzendente Ebenen. Damit knüpft sie an ihre zuletzt zunehmend gegenwartskritischen Lyrics an und verbindet Retro-Vibe mit einem ganz eigenen Blick auf unsere Zeit. Während im Internet die Dreamcore-Ästhetik trendet, bei der die Gen Z in den unbeschwerten Zeiten ihrer Kindheit schwelgt, entwirft ZUSTRA mit ihrer neuen Single einen ganz eigenen Dreamcore.

Nach dem radiotauglichen „Down with the World“ und der zärtlichen Ballade „Lullaby for Laing“, die sie gemeinsam mit ANIQO und Joanna Gemma Auguri aufgenommen hat, ist „It’s All Been Done Before“ der letzte Vorbote ihres zweiten Albums „I Am Water“, das am 28. August erscheint. Diese Single lässt bereits erahnen, wie vielseitig sich „I Am Water“ entfalten wird.

Bild: Zustra © Katharina Jung

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