Zustra – Lullaby for Laing (feat. ANIQO & Joanna Gemma Auguri)

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„Schlaf, Kindlein, Schlaf“ und „La, Le, Lu“ sind wohl die bekanntesten deutschen Schlaflieder für Kinder. Aber warum gibt es eigentlich keine für Erwachsene? Das dachte sich vermutlich die Songwriterin und Autorin ZUSTRA. Während sie sich bisher mit epischem Indie-Pop einen Namen gemacht hat, der als James-Bond-Song taugen würde (Poule d’Or), Seefahrer in die Fluten verführen (YHHTMP) oder gar ins Stadion locken könnte (tip Berlin), klingt sie auf ihrer neuen Single „Lullaby for Laing“ so intim wie nie. Man könnte auch sagen: Statt Kino nun Kammerspiel.

Und während ihr Song „River“ 2024 tatsächlich als Filmmusik für den Thriller „UN/DRESSED“ auf Amazon Prime ausgewählt wurde, widmet sich ihr neustes Lied den Filmen, die nachts im Kopf ablaufen – und die einen nicht schlafen lassen. „Dear friend“, lautet darin die Ansprache, persönlich wie nie, „I would gather every tiny bit of each moment when you laugh and make a blanket out of it“. An wen sind diese zärtlichen Zeilen adressiert? „Ein Freund, der Musiker und Produzent ist, hat mir vor Jahren erzählt, dass er kaum mehr schläft. Das allein hatte mich schon besorgt, aber als er dann auch noch gesagt hat, dass er aufgehört hat zu singen und es auch nie wieder vor hat, war es, als wäre ein Licht erloschen.“ Die Idee wuchs heran zu einem Schlaflied für Erwachsene, die von Sorgen nachts wach gehalten werden. Ein Thema, das in einer Zeit, in der viele Menschen mit Angst, Erschöpfung und innerer Unruhe leben, eine besondere Resonanz bekommt.

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Ein wenig episch ist das Ganze dann doch geworden, denn produziert hat den Song niemand Geringeres als Simon Ralph Goff, der für seine Arbeit an der Filmmusik von „Joker“ mit Joaquin Phoenix zwei Grammys im Regal stehen hat. Klavier, Violine und Cello ergeben in „Lullaby for Laing“ einen in der Tat traumhaften Torch Song für Freunde. Und weil es sich gemeinsam besser Beistand leistet, hat ZUSTRA die Berliner Künstlerinnen ANIQO und Joanna Gemma Auguri für Backing Vocals eingeladen. Eine stimmige Wahl, bewegt sich der Sound der beiden Gast-Sängerinnen ähnlich wie ZUSTRA eher auf der dunklen Seite des Mondes. Dies führte Auguri unter anderem auch zu einer Zusammenarbeit mit Dark-Pop-Priesterin Keeley Forsyth.

Wann hat man zuletzt die Kraft von Frauenstimmen so vertont gehört wie auf dieser Single? Man denkt an Warpaint, das A-cappella-Kollektiv BODIES von Kat Frankie, oder vielleicht The Staves. „I want to become the holy night for you“ singt ZUSTRA ebenso zärtlich wie eindringlich, und ANIQO und Joanna Gemma Auguri harmonisieren. Das ist so schön, dass man eventuell doch nicht einschlafen kann. Aber Trost vor der Welt findet man allemal.

Bild: ZUSTRA © Katharina Jung

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