Sonntag 16. Juni 2024

Lakiko – What To Do, How To Live?

Genre: Alternative

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Ein Cello, das streicht, kratzt, sich wiederholt und verschwindet. 

Lakiko ist aber auch eine Stimme, die von ihrer nomadischen Existenz, die sie von Bosnien über Umwege in die Schweiz gebracht hat, singt. Sie singt von Alpträumen, vergangenen Zeiten und dystopischen Zukunftsvisionen. Lakiko – alias Lana Kostic entstand 2016 als Soloprojekt in der Neurologieabteilung in Biel. Angeschlossen an eine EEG-Maschine experimentierte die Cellistin mit Hilfe ihrer Instrumente an der Ausübung ihres freien Willens, indem sie ihre Hirnströme zeitgleich als Partitur verwendete. Das daraus resultierende Material – ein Abdruck ihrer musikalischen Biografie – könnte vielfältiger nicht sein: Einflüsse der Bosnischen Volksmusik vermischen sich mit klassischer Musik, hauchige Popmelodien mit zeitgenössischer Sprachperformance, getriebene Beats neben schier endlos dauernden Glissandi-Loops und dazwischen immer wieder das Cello. Lakikos Musik gleicht einer musikalischen Gehirnwäsche, die Augen und Ohren neu programmiert, die einen experimentellen Film vor dem inneren Auge abspielt und die Zuhörer in einem Zustand der bittersüßen Melancholie nach Hause schickt. 

Lakiko
What To Do, How To Live?

Label: Lakiko Music
VÖ: 14.04.2023
Genre: Alternative
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Das neue Album “What To Do, How To Live?” (14.04. TourboMusic)

Wie ist es, in der Nachkriegszeit Sarajevos aufzuwachsen? Welche Erlebnisse prägen das Welt- und Selbstbild? Als Frau, als Mensch, als Künstlerin? Was bedeutet Flucht? Wie wirken sich physische Distanz zur Heimat und kulturelle Einflüsse aus fremden Ländern auf die Psyche und die Kreativität aus? Und: Wie kann man zu einem gesunden Selbst- und Weltbild kommen in Mitten eines traumatisierten Umfeldes?

Fragen, deren Antworten mehrschichtig bleiben und die Ebenen des Persönlichen weit übersteigen. Vermag Musik solch komplexe Themen und Zusammenhänge effektiv zu vermitteln? Ja, denn bei Lakiko trifft hohe künstlerische Qualität auf persönliche Integrität. Technisch nicht nur am Cello, sondern auch gesanglich virtuos, vermögen Lana Kostics Kompositionen Welten zu vermitteln, die fremd und doch nicht fremd sind. Durch das Wechselspiel von Schönheit und Zerstörung dringt eine friedvolle Botschaft, die eine internationale Plattform verdient hat.

Lana Kostic

Die Cellistin Lana Kostic wurde 1988 in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) geboren. Nach ihrem Musikabitur folgte das Studium an der Hochschule für Künste Bremen, in der Cello – Klasse von Johannes Krebs und Prof. Alexander Baillie, welches sie 2014 mit Auszeichnung abschloss. Als Stipendiatin der Gesellschaft zu Ober-Gerwern spezialisierte sie sich an der Hochschule für Künste Bern in der Cello – Klasse von Prof. Conradin Brotbek sowie im Master für Komposition und Theorie (Théâtre Musical) welchen sie 2016 mit Erfolg abschloss. 

Als klassische Cellistin ist sie als Solistin, mit Orchestern und in unterschiedlichen Kammermusikalischen Besetzungen zu hören (Zürcher Oper, Theater Bern, Theater Bremen u.a.)

Ihr Interesse gilt der interdisziplinären Verknüpfungen der Künste, wobei sie in verschiedenen Projekten mitgewirkt hat, wie z.B. im Film „Dvorak who?“ (Regie Jan Harlan – ausführender Produzent von Stanley Kubrick), im zeitgenössischem Musiktheater (Biennale München), sowie in Konzept – Improvisationen mit Tänzern (Luzern Kunsthalle, Chollerhalle Zug).

In Kooperation mit der Neurologie Biel führte sie 2016 und 2017 die Performance „Das musikalische EEG“ auf, in der sie Techniken für Cello und Stimme entwickelte und an ein EEG – Gerät angeschlossen, ihre Gehirnwellen spielte. Aus diesem Projekt resultierte ihr Solo-Projekt Lakiko, mit welchem sie schon an Festivals wie Montreux Jazz Festival (CH), Jazzfest Sarajevo (BiH), See Festival Bruxelles (BEL), Musikfest Kyburgiade (CH), Musikfest Goslar – Harz (DE), Spike Cello Festival Dublin (IRL), Cully Jazz (CH) u.a. konzertierte.

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