Donnerstag 30. Mai 2024

Lost Name – Bring Me To The Ocean

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Eine Zeitreise beginnt…Zurück in die 2000er Jahre…

Hört man heute – knapp 16 Jahre nach der Veröffentlichung auf CD – Bring me to the Ocean von Lost Name, so erzählt das Album eine Geschichte von Freundschaft und Sehnsucht. Es handelt von drei Freund:innen – nennen wir sie mal Andi, Steffi und Moni – die nichts Geringeres vorhatten, als die Musiklandschaft in Deutschland zu revolutionieren. Schon Anfang der 00’er Jahre haben sich die drei Mischpult, Lautsprecherboxen und ein Auto geliehen und sind durch Deutschland gefahren, um dort Konzerte zu spielen. So langweilig schien die hiesige Musik, schienen die gängigen Wege, wie man sich Gehör und Aufmerksamkeit verschaffte.

Lost Name
Bring Me To The Ocean

VÖ: 03.05.2024
Genre: Pop

Lost Name wollte einfach raus in die Welt, ohne Plan und ohne Promoverprechen. Im Tourauto wurden Modest Mouse, Silver Mount Zion, Smog und Scout Niblett gehört und den Vibe dieser Musik galt es in die deutschen Kleinstädte, Wohnzimmer und Hinterhöfe zu bringen. Bald schon kam der Wunsch das ganze auf einem Album festzuhalten. Nicht mehr im Low-Fo-DIY-Stil wie die früheren Aufnahmen, sondern laut, roh und fett sollte es klingen. So landeten unsere drei Freund:innen schließlich bei Holger Krzywon im Restgeräusch Studio und dort entstand Bring me to the ocean.

Wochenweise kamen die drei Freund:innen zu ihm ins Studio. Zwischen den sehr langen Aufnahmesessions wurde in Schlafsäcken auf dem Studioboden geschlafen. So fühlte sich das ganze an, als wäre man auf Tour und immer wenn Andi in der Aufnahmekabine verschwand, um den Gesang oder die Gitarre einzuspielen, war es ein kleines Konzert. Vielleicht ist es diese Liveatmosphäre während der Aufnahmen, die das Album so roh, so leidenschaftlich so brachial macht. Man hatte keinen Zuhörer:innen vor Augen, der sich das Album in Ruhe zu Hause über Kopfhörer anhört, sondern vielmehr verrauchte Kneipen, Lagerfeuer-Abende mit Freund:innen oder opulente Konzertsäle. Immer ging es darum, die Energie auf höchstem Level zu halten.

Schon der Beginn des Albums fragt mit Can you sing yourself alive? nach etwas Echtem und setzt dabei eine Energie frei, die auch im weiteren Verlauf des Albums nicht abebben wird. Burning Bridges in Venice und Punishment klingen fast so, als wären es Liveaufnahmen. Und mit Second Life und Dead Man sind auch zwei sehr rohe und mitreißende Ohrwürmer dabei. Am Ende halten unsere drei Freund:innen Bring me tot he Ocean in Händen und wenn man genau hinhört, dann kann man ihre Verbundenheit heute noch hören. 

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