Freitag 23. Januar 2026

„Acoustic Side of the Moon“ verzaubert Publikum im Capitol

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MANNHEIM – Einen außergewöhnlichen Konzertabend erlebten die Besucher des Mannheimer Capitols am vergangenen Sonntag. Über mehr als zwei Stunden hinweg präsentierte die Tribute-Band PULSE die Musik von Pink Floyd in einer ungewöhnlichen, bewusst reduzierten Form – ganz ohne große technische Raffinessen, dafür mit umso mehr musikalischem Feingefühl.

Mit ihrer erfolgreichen Akustikshow Acoustic Side of the Moon“, ergänzt durch ein hochklassiges Streichquartett aus Prag, fesselten die Musiker das Publikum von der ersten Minute an. Die Zuhörer lauschten gebannt, getragen von einem warmen, transparenten Klangbild, das den bekannten Songs eine neue, intime Tiefe verlieh.

Pink Floyd ist ein Phänomen der Rockgeschichte. Kaum eine andere Band hat die Musikwelt so nachhaltig geprägt. Namen wie David Gilmour, Roger Waters, Rick Wright oder Nick Mason stehen für Alben wie „The Dark Side of the Moon“„Wish You Were Here“ oder „The Wall“ – Meilensteine, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren haben. Genau diesem musikalischen Erbe hat sich die deutsche Band PULSE verschrieben.

Die Mitglieder der neu formierten Besetzung sind mit dem umfangreichen Werk bestens vertraut und blicken auf tausende Konzerte in ganz Europa zurück. Statt auf elektronische Effekte setzten sie an diesem Abend auf handgemachte Musik und pure Spielfreude. Jeder Künstler auf der Bühne zeigte eindrucksvoll, welches musikalische Können in ihm steckt.

Eine besondere Note verlieh dem Konzert das vierköpfige Streichquartett, das den Songs einen angenehm ungewohnten, stellenweise fast kammermusikalischen Charakter gab. Ausnahmegitarrist und Sänger Oliver Hartmann, Bassist Martin Hofmann und Pianist Markus Nanz überzeugten mit großer Routine und spürbarer Leidenschaft für die Musik von Pink Floyd.

Am Schlagzeug brillierte der französische Neuzugang Sébastien Angrand, der mit feinem Gespür für Dynamik überzeugte. Jessica Conte begeisterte mit einer atemberaubenden, gefühlvollen Stimme, die stellenweise fast überirdisch wirkte und dem Publikum den Atem raubte. Abgerundet wurde der Sound des Abends durch Saxofonist Gernot Dechert, der den Arrangements zusätzliche Tiefe verlieh.

Wer sich auf „Acoustic Side of the Moon“ mit PULSE einlässt, erlebt einen musikalischen Ausflug der Sonderklasse. Dieses Konzert zeigte eindrucksvoll, dass große Musik auch ohne monumentale Effekte überzeugen kann – und dass die emotionale Wucht der Pink-Floyd-Kompositionen durch handwerkliche Qualität und sensible Arrangements keineswegs geschmälert wird.

Text und Fotos: Helmut Dell

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