„Verrutscht“ In den letzten Jahren ist vieles verrutscht: In ihr drin, an ihr dran und vor allem um sie herum, in der Welt. So sehr, dass alles in Einzelteile zerfallen zu sein scheint. Mit ihrer neuen EP Verrutscht (08.05. TOURBOmusic) will Follia diesen Zustand, dieses Gefühl klanglich einfangen. Es ist der Versuch, die Fragmente stehen zu lassen, anstatt sie wieder zusammenzusetzen. Kein Kitt, keine Rekonstruktion, sondern ein musikalisches Beobachten, was bleibt, wenn die Dinge auseinanderfallen.
Nach mehr als zwei Jahren seit dem letzten Release, in denen sie auf den grösseren und kleineren Bühnen der Schweiz unterwegs war, reiste Follia mit Sack und Pack nach Berlin, um ihre zweite EP bei Daniel Freitag im Studio aufzunehmen. Zusammen mit Dino Brandão als Co-Produzent und der Perkussionist Maria Schneider (Projekt: Mascha Juno) entstehen fünf Songs.
Getragen werden sie nach wie vor von Follias Stimme und dem Kontrabass. Unterstützt durch Klavier, Synthesizer und Perkussion, bewegen sie sich im Grenzbereich von Songwriting, Pop und Kunstlied – auch genannt: Kontra-Pop. Dabei scheut sich Follia nicht vor Extremen: Sie spielt mit klanglicher Intimität und orchestraler Weite, stossendem, entrücktem Gesang und sanft wiegendem Summen. Darüber singt sie in deutschen und schweizerdeutschen Texten über Verschiebungen von Perspektiven, Beziehungen, gesellschaftlichen Gewissheiten. Sie erzählt von Brüchen, Neuanfängen und dem Versuch, sich inmiEen der Bewegungen nicht zu verlieren.
Zu den Songs:
Tausend Hälften
Ein zynischer, zugleich dringlicher Song, getragen von einer chromatisch wandernden Bassline und perkussiven Ausbrüchen. Er beschreibt die gegenwärtig schiefe Weltlage – mit einer simplen Botschaft: Wir sollten uns wieder getrauen, einander zuzuhören.
Verrutscht
Sanft gespielte Major-Septakkorde auf dem Klavier lassen einen in der Schwebe verharren. Das spiegelt die lyrische Aussage: Alles isch verrutscht, alles sogar du. Der Kontrabass antwortet wie ein entfernter Ruf, eine zweite Stimme aus der Tiefe.
Zundhölzli
Diese Song erzählt von der fragilen Grenze zwischen Macht und Ohnmacht. Der Song beginnt schmucklos mit simplen Viertelschläge, die ihn von Anfang an treiben. Darüber liegt ein Teppich eines vierstimmigen Chores – mystisch, die Stimmen beinahe kindlich. So bewegt sich der Song zwischen einer Sanftheit und einer gewissen Primitivität.
Zusammen mit den zwei weiteren Songs Uf und devo und Fieberliebe ergibt sich ein Gesamtbild, was passieren kann, wenn alles verrutscht: Kontrollverlust und Ekstase geben sich die Hand.

Follia
Verrutscht
Label: TOURBOmusic
VÖ: 08.05.2026
Genre: Pop
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Lia Maria Neff – Kurzbiografie
Lia Maria Neff, 2000 in Zürich geboren und aufgewachsen, ist eine Schweizer Sängerin, Kontrabassistin, Songwriterin und Autorin. 2025 schloss sie ihren Master of Arts an der Zürcher Hochschule der Künste im Departement klassische Musik mit dem Schwerpunkt Kontrabass Pädagogik bei Wies de Boevé ab.
Seit über vier Jahren ist sie mit ihrem Soloprojekt Follia auf den grösseren und kleineren Bühnen der Schweiz unterwegs. Unter diesem Namen erschafft sie einen genreübergreifenden Sound, den sie selbst als Kontra Pop bezeichnet. Wenn es denn Schubladen gibt in der Musik, dann bedient sich Follia an der ganzen Kommode. Mit Wurzeln in der klassischen Musik und einer grossen Begeisterung für Folk und Pop, kreiert sie vielschichtige, auf Loops basierende Klanglandschaften. In wortstarken Texten singt sie darüber sowohl über politische Themen wie auch über das alltägliche Leben, übers Lieben und das Leben Lieben. Als Frontfrau der Band Caspar von Nebenan ist sie schon mehr als sieben Jahre unterwegs. Die Band wirbelt mit Akkordeon (Florian Pezza\), Geige (Jonas Ebnöther), Drums (Dominik Läuchli), doppelter Basspower und Gesang (Dimitri Neff und Lia Neff) einen unkonventionellen Sound zwischen Indie-Pop, Folk und einem Hauch Klezmer auf. Ihr Songwriting ist geprägt von verschiedenen Workshops und Kursen unter anderem bei Gina Été und Sophie Hunger. Mit ihrem Debütroman Ein bisschen für immer, der 2025 beim Atlantis Verlag erschienen ist, gibt sie regelmässig Lesungen, die sie mit eigenen Songs ergänzt. Ihr jüngstes Projekt: Bass & Bieder. Als Duo mit der Schweizer Meisterin im Poetry Slam, Annika Biedermann, erkunden die beiden jungen Frauen wie es ist, Miee zwanzig zu sein: Zwischen Einheitsbrei und Individualismus, zwischen sich dem System fügen und sich verweigern, zwischen dramatischer Weltlage und Wohlstandsverwahrlosung. Durch warme Klänge und scharfsinnige Worte entsteht ein mehrstimmiger Monolog, der generationsübergreifend berührt.
Wenn Lia Maria Neff nicht schreibt, probt, singt oder auftritt, unterrichtet sie Kontrabass an der Musikschule Suhr.

