Eric Clapton begeistert in der SAP Arena Mannheim – Zeitloser Bluesrock eines Gitarrenmeisters

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Mannheim, 13.05.2026 – Wenn Eric Clapton zur Gitarre greift, wird Musikgeschichte lebendig. Am Mittwochabend verwandelte der mittlerweile 81-jährige Ausnahmegitarrist die SAP Arena Mannheim in einen Tempel des Blues und Blues-Rock. Zwar fiel das Konzert mit rund 90 Minuten und lediglich 14 Songs vergleichsweise kompakt aus, doch die Qualität und Intensität der Darbietung machten jede Minute zu einem besonderen Erlebnis.

Schon beim Betreten der Bühne wurde deutlich, dass hier keine aufwendige Show oder große Effekte im Mittelpunkt stehen sollten – sondern allein die Musik. Und genau dafür liebt ihn sein Publikum seit Jahrzehnten.

Eric Clapton in Mannheim: Bluesrock auf höchstem Niveau

Der Abend begann mit einem elektrischen Set, das direkt die Wurzeln von Claptons musikalischem Schaffen offenlegte. Mit „Badge“, dem legendären Song aus seiner Zeit mit Cream, setzte der Brite früh ein Ausrufezeichen. Unterstützt von seiner eingespielten Band präsentierte Clapton einen warmen, präzisen und gleichzeitig erstaunlich kraftvollen Sound.

Bei „Key to the Highway“ und „I’m Your Hoochie Coochie Man“ zeigte sich einmal mehr seine tiefe Verbundenheit zum klassischen Blues. Besonders faszinierend war dabei die Großaufnahme auf den Leinwänden der SAP Arena: Jede Bewegung seiner Finger auf der schwarzen Fender Stratocaster wurde sichtbar und vom Publikum nahezu ehrfürchtig verfolgt.

Spätestens bei „I Shot the Sheriff“ war die Arena endgültig auf Betriebstemperatur. Der Reggae-Klassiker erhielt in Claptons Interpretation jene unverwechselbare Mischung aus Gelassenheit und Virtuosität, die ihn seit Jahrzehnten prägt.

Emotionale Momente im Akustik-Set

Nach dem elektrischen Auftakt wechselte Eric Clapton in ein intimeres akustisches Set – und genau hier entstand die emotionalste Atmosphäre des Abends.

Mit „Kind Hearted Woman Blues“ und „Nobody Knows You When You’re Down and Out“ würdigte Clapton erneut seine großen Blues-Idole und machte deutlich, wie stark Künstler wie Robert Johnson sein musikalisches Leben geprägt haben.

Der wohl bewegendste Moment folgte jedoch bereits nach wenigen Takten von „Layla“. Kaum erklangen die ersten Akkorde, ging ein kollektiver Entzückungsschrei durch die SAP Arena. Der Klassiker, den Clapton 1970 inspiriert von seiner unerfüllten Liebe zu Pattie Boyd schrieb, besitzt auch mehr als fünf Jahrzehnte später nichts von seiner emotionalen Kraft eingebüßt.

Ebenso berührend präsentierte sich „Tears in Heaven“. Der Song wurde nahezu andächtig aufgenommen, viele Besucher sangen leise mit und verwandelten die Arena für einige Minuten in einen Ort stiller Verbundenheit.

Finale mit Blues-Power und Kult-Hits

Zum Abschluss kehrte Clapton erneut zur elektrischen Gitarre zurück und erhöhte die Intensität spürbar. „Holy Mother“ leitete das finale Set ein, bevor mit „Cross Road Blues“ und „Little Queen of Spades“ erneut die tiefen Blues-Wurzeln des Gitarrenvirtuosen im Mittelpunkt standen.

Den Höhepunkt bildete schließlich „Cocaine“ – jener Song, der live bis heute eine enorme Wucht entfaltet und die SAP Arena noch einmal geschlossen zum Mitgehen brachte.

Nach großem Applaus verabschiedete sich Clapton zunächst, kehrte jedoch für die Zugabe „Before You Accuse Me“ zurück und setzte damit den letzten musikalischen Schlusspunkt eines besonderen Konzertabends.

Eric Clapton beweist erneut seinen Legendenstatus

Auch wenn sich manche Fans vielleicht ein längeres Konzert gewünscht hätten, blieb am Ende vor allem eines hängen: die Begegnung mit einer lebenden Musiklegende.

Eric Clapton benötigte in Mannheim keine spektakuläre Inszenierung, keine Feuerwerke und keine überdimensionierte Produktion. Seine Musik, seine Stimme und vor allem sein unverwechselbares Gitarrenspiel genügten vollkommen.

Der 81-jährige Superstar unterstrich in der SAP Arena eindrucksvoll seinen Ruf als einer der größten Gitarristen aller Zeiten – und schenkte seinem Publikum einen Abend voller zeitloser Bluesrock-Magie.

Setlist Eric Clapton – SAP Arena Mannheim, 13.05.2026

Set 1 – Electric

  • Badge
  • Key to the Highway
  • I’m Your Hoochie Coochie Man
  • I Shot the Sheriff

Set 2 – Acoustic

  • Kind Hearted Woman Blues
  • Nobody Knows You When You’re Down and Out
  • Golden Ring
  • Layla
  • Tears in Heaven

Set 3 – Electric

  • Holy Mother
  • Cross Road Blues
  • Little Queen of Spades
  • Cocaine

Encore

  • Before You Accuse Me

Text © by Christian W. Foto © Christie Goodwin

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