Avantasia verwandeln den Fuldaer Domplatz in ein Metal-Märchen

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Fulda, 16. Juni 2026. Es gibt Konzertabende, die lange in Erinnerung bleiben. Und es gibt jene seltenen Nächte, die schon während ihres Verlaufs zu Legenden werden. Der Auftritt von Avantasia auf dem Domplatz beim Hessentag 2026 gehörte zweifellos zur zweiten Kategorie.

Vor der imposanten Kulisse des Fuldaer Doms versammelten sich Tausende Fans, um Tobias Sammets Metal-Oper in ihrer Heimatregion zu erleben. Was sie bekamen, war nicht nur ein knapp dreistündiges Spektakel voller musikalischer Höhepunkte, sondern auch eine Ankündigung, die die Menge in Ekstase versetzte.

Bereits mit dem Opener „Creepshow“ machte Avantasia deutlich, dass an diesem Abend keine Gefangenen gemacht würden. Die aufwendig inszenierte Show verband bombastische Lichtinstallationen, eindrucksvolle Projektionen und eine perfekt aufgelegte Band zu einem Gesamtkunstwerk, das den historischen Domplatz in eine fantastische Parallelwelt verwandelte.

Mit „Reach Out for the Light“ betrat Kenny Leckremo erstmals die Bühne und begeisterte mit seiner kraftvollen Stimme. Tommy Karevik setzte bei „The Witch“ weitere Akzente, während Herbie Langhans bei „Devil in the Belfry“ die Zuschauer mühelos mitriss.

Einer der emotionalen Höhepunkte folgte mit „The Story Ain’t Over“, bei dem Bob Catley und Chiara Tricarico gemeinsam für Gänsehautmomente sorgten. Überhaupt zeigte sich einmal mehr die große Stärke von Avantasia: die einzigartige Mischung unterschiedlichster Stimmen und Persönlichkeiten, die sich dennoch perfekt in das Gesamtkonzept einfügen.

Mit „Runaway Train“, „Phantasmagoria“ und dem monumentalen „Let the Storm Descend Upon You“ nahm die Show weiter Fahrt auf. Ronnie Atkins erwies sich dabei erneut als Publikumsliebling und erhielt mehrfach Szenenapplaus.

Nach dem energiegeladenen „Dying for an Angel“ überraschte die Band mit einer besonderen Interpretation von „Promised Land“. Tobias Sammet überließ die Bühne vollständig Ronnie Atkins und Kenny Leckremo, die den Song eindrucksvoll trugen. Ähnlich ungewöhnlich gestalteten sich später „Twisted Mind“, „The Wicked Symphony“ und „Shelter from the Rain“, bei denen Sammet zeitweise den Fokus bewusst seinen Gästen überließ.

Als mit „The Toy Master“, „Avantasia“ und „Farewell“ weitere Klassiker erklangen, war längst spürbar, dass dieser Abend etwas Besonderes werden würde. Der Domplatz sang jede Zeile mit und verwandelte die historische Kulisse in einen gigantischen Chor.

Die Überraschung des Abends

Im letzten Drittel des Konzerts stoppte Tobias Sammet plötzlich die Show und richtete sich sichtbar bewegt an das Publikum. Der Fuldaer Musiker sprach über seine Heimat, seine musikalischen Anfänge und die besondere Bedeutung des Hessentags für ihn persönlich.

Dann folgte die Nachricht, mit der niemand gerechnet hatte.

Unter frenetischem Jubel verkündete Sammet, dass seine ursprüngliche Band Edguy für ein exklusives Konzert auf den Fuldaer Domplatz zurückkehren werde. Termin: 25. Juni 2027.

Für wenige Sekunden schien die Zeit stillzustehen, bevor die Zuschauer mit lautstarken „Edguy“-Sprechchören reagierten. Viele Fans konnten ihr Glück kaum fassen. Die Ankündigung entwickelte sich sofort zum Gesprächsthema des gesamten Abends und dürfte bereits jetzt zu den bedeutendsten Nachrichten der deutschen Metal-Szene des Jahres zählen.

Die Euphorie trug die Band durch die finale Phase des Konzerts. „The Scarecrow“, „No Return“ und das unverzichtbare „Mystery of a Blood Red Rose“ wurden von einer Atmosphäre begleitet, die selbst routinierte Konzertbesucher als außergewöhnlich beschrieben.

Im Zugabenteil legten Avantasia noch einmal nach. „Lucifer“ und „Lost in Space“ brachten den Domplatz endgültig zum Kochen, bevor das epische Finale „Sign of the Cross / The Seven Angels“ sämtliche Gäste des Abends auf die Bühne vereinte.

Gemeinsam schufen sie einen würdigen Abschluss für ein Konzert, das weit über einen gewöhnlichen Festivalauftritt hinausging. Es war eine Feier der Musik, der Heimat und der Geschichte eines Projekts, das längst zu den größten Namen des Symphonic- und Power-Metal gehört.

Als die letzten Töne über den Domplatz hallten und die Lichter langsam erloschen, war allen Anwesenden bewusst: Sie hatten einen besonderen Moment erlebt. Avantasia lieferten beim Hessentag 2026 eine Show der Extraklasse – und gleichzeitig den Startschuss für die wohl heiß ersehnte Metal-Veranstaltung des Jahres 2027.

Bilder und Text by Jan Heesch

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