
Academics kassieren gegen Wolmirstedt erste Saisonniederlage
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Der perfekte Saisonstart ist vorbei: Die MLP Academics Heidelberg haben am Samstagabend, 10.Oktober 2026, ihr Heimspiel gegen die SBB Börde Baskets Wolmirstedt mit 74:85 verloren. Nach drei Siegen zum Auftakt kassierte die Mannschaft von Carlo Finetti damit die erste Niederlage der ProA-Saison. Vor 2.524 Zuschauern im SNP dome geriet Heidelberg bereits im ersten Viertel deutlich ins Hintertreffen, kämpfte sich später zwar bis auf zwei Punkte heran, brachte die Partie aber nicht mehr zum Kippen.
Vor allem die Distanzwürfe der Gäste machten den Unterschied. Wolmirstedt traf im ersten Viertel sieben von neun Dreiern und setzte damit früh ein Ausrufezeichen. Dennis Nawrocki wurde mit 23 Punkten Topscorer der Partie und verwandelte alle sechs seiner Dreipunktversuche.
Heidelberg startet gut und verliert dann den Rhythmus
Eigentlich begann der Abend vielversprechend.
Nach einem frühen Dreier der Gäste antworteten die Academics mit einem 8:0-Lauf. Frank Champion brachte Heidelberg zum 8:3 nach vorne, der SNP dome war sofort da.
Dann änderte sich das Bild.
Wolmirstedt spielte schneller, physischer und fand immer wieder freie Würfe. Heidelberg produzierte bereits im ersten Viertel sechs Ballverluste, während die Gäste von außen beinahe alles trafen.
Besonders Nawrocki lief heiß.
Nach zehn Minuten stand es 20:32.
Zwölf Punkte Rückstand nach einem Viertel. Das hatte Heidelberg in dieser Saison bislang noch nicht erlebt.
Wolmirstedt zieht auf 18 Punkte davon
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts blieben die Gäste treffsicher.
Zwei weitere Dreier sorgten dafür, dass der Rückstand zeitweise auf 18 Punkte anwuchs. Heidelberg wirkte defensiv einen Schritt zu spät und bekam die Ballbewegung der Börde Baskets kaum unter Kontrolle.
Dann kam die Reaktion.
Die Academics erhöhten den Druck, verteidigten aggressiver und zwangen Wolmirstedt nun selbst zu schwierigeren Abschlüssen. Offensiv übernahm Chuck Harris mehr Verantwortung.
Der Guard war im ersten Viertel noch ohne Punkt geblieben, erzielte im zweiten Abschnitt aber acht Zähler.
Auch Kevin McClain setzte ein wichtiges Zeichen. Sein weiter Dreier trotz Foul brachte Heidelberg kurz vor der Pause wieder auf 43:50 heran. Den zusätzlichen Freiwurf verpasste er allerdings.
43:50 zur Halbzeit.
Aus 18 Punkten Rückstand waren sieben geworden.
Academics kommen bis auf zwei Punkte heran
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein echter Schlagabtausch.
Nawrocki traf für Wolmirstedt, Erol Ersek antwortete für Heidelberg. Sebastian Brach traf von außen, Frank Champion konterte. Dann war wieder Ersek zur Stelle.
Beim 54:58 war Heidelberg endgültig zurück im Spiel.
Die Halle spürte, dass hier noch etwas möglich war.
Wolmirstedt blieb allerdings bemerkenswert ruhig.
Immer wenn Heidelberg den Rückstand verkürzte, fanden die Gäste eine Antwort. Trotzdem kamen die Academics noch näher.
Paul Zipser sorgte beim 62:64 dafür, dass der Abstand nur noch zwei Punkte betrug.
Dreimal hintereinander hatte Heidelberg anschließend die Möglichkeit, auszugleichen oder sogar in Führung zu gehen.
Dreimal gelang es nicht.
Mit 64:69 ging es ins letzte Viertel.
Freiwürfe werden zum Problem
Im Schlussabschnitt blieb Heidelberg zunächst dran.
Nach einem starken Einzelangriff von Harris stand es 68:74.
Dann folgte eine Phase, die sinnbildlich für den Abend war.
Die Academics vergaben vier Freiwürfe in Serie.
Statt den Rückstand weiter zu verkürzen, blieb Wolmirstedt vorne. Die Gäste nutzten die Heidelberger Schwäche konsequent, spielten ihre Angriffe ruhig aus und setzten sich wieder deutlicher ab.
Heidelberg fand offensiv nun nicht mehr genügend Antworten.
Das Schlussviertel ging mit 16:10 an die Börde Baskets.
Endstand: 74:85.
Nawrocki trifft sechs Dreier ohne Fehlwurf
Der auffälligste Mann des Abends stand im Trikot der Gäste.
Dennis Nawrocki erzielte 23 Punkte und traf dabei sechs von sechs Dreiern. Dazu kamen Kyndahl Hill mit 17 Punkten, Brock Gardner mit 14 und Sebastian Brach mit elf Zählern. Als Mannschaft traf Wolmirstedt starke 54 Prozent seiner Dreipunktwürfe.
Bei Heidelberg verteilte sich die offensive Last breiter.
Chuck Harris und Cantia Rahming erzielten jeweils 14 Punkte. Kevin McClain kam auf zwölf, Erol Ersek auf elf und Frank Champion auf zehn Zähler. Nick Muszynski steuerte neun Punkte bei, Paul Zipser vier.
Niklas Würzner fehlte aus persönlichen Gründen, Dominic Vengert weiterhin wegen seiner gebrochenen Nase.
Erste Niederlage nach drei Siegen
Für Heidelberg war es die erste Pleite der laufenden ProA-Saison.
Zum Auftakt hatten die Academics in Tübingen mit 83:75 gewonnen. Danach folgte das deutliche 118:74 gegen Essen, ehe Heidelberg auch bei der OrangeAcademy mit 84:68 erfolgreich war. Gegen Wolmirstedt riss die Serie nun.
Die Niederlage kam allerdings nicht völlig aus dem Nichts.
Wolmirstedt war deutlich stärker als es der Tabellenstand vermuten ließ. Die Börde Baskets waren wegen eines Nachlizenzierungsverfahrens mit vier Minuspunkten in die Saison gestartet, hatten sportlich vor dem Gastspiel in Heidelberg aber bereits zwei ihrer ersten drei Spiele gewonnen.
Mit dem Erfolg im SNP dome folgte nun der dritte Sieg in Serie.
Karlsruhe-Derby als nächste Aufgabe
Für die Academics bleibt keine Zeit, lange über die erste Niederlage nachzudenken.
Am Samstag, 17. Oktober 2026, steht bereits das nächste Spiel an. Dann geht es zum Derby bei den PS Karlsruhe LIONS.
Für Heidelberg wird es darum gehen, die defensive Stabilität aus den erfolgreichen ersten Saisonspielen wiederzufinden. Vor allem ein Startviertel wie gegen Wolmirstedt darf sich nicht wiederholen.
Zwölf Punkte Rückstand nach zehn Minuten waren an diesem Abend einfach zu viel.
Spieldaten
MLP Academics Heidelberg – SBB Börde Baskets 74:85 (43:50)
Viertel:
20:32
23:18
21:19
10:16
Beste Werfer MLP Academics Heidelberg:
Chuck Harris 14
Cantia Rahming 14
Kevin McClain 12
Erol Ersek 11
Frank Champion 10
Nick Muszynski 9
Paul Zipser 4
Beste Werfer SBB Börde Baskets:
Dennis Nawrocki 23
Kyndahl Hill 17
Brock Gardner 14
Sebastian Brach 11
Evans 7
Martin Bogdanov 5
Jonah 5
Ceesay 3
Zuschauer:
2.524
Spielort:
SNP dome, Heidelberg
Foto © by Adler/PIX-Sportfotos














