Álvaro Soler bei seiner „Mar de Colores European Tour“ in der ausverkauften Jahrhunderthalle Frankfurt

Álvaro Soler bringt „Mar de Colores“ in die ausverkaufte Jahrhunderthalle Frankfurt

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Sommerfeeling mitten in Frankfurt. Álvaro Soler machte mit seiner „Mar de Colores European Tour“ Station in der ausverkauften Jahrhunderthalle Frankfurt und traf dort auf ein Publikum, das bei seinen großen Hits kaum eine Einladung zum Mitsingen brauchte. Als Support war der simbabwisch-britische Singer-Songwriter Kelvin Jones mit dabei.

Latin-Pop, tanzbare Rhythmen und Melodien, die nach wenigen Sekunden im Kopf hängen. Soler weiß ziemlich genau, wie das geht.

Kelvin Jones stimmt Frankfurt auf Álvaro Soler ein

Bevor der Headliner die Bühne übernahm, gehörte der Abend zunächst Kelvin Jones. Der in Simbabwe geborene und in Großbritannien aufgewachsene Singer-Songwriter übernahm den Support und traf mit seiner Mischung aus Pop, Soul und Singer-Songwriter-Sound auf ein bereits gespanntes Publikum.

Keine leichte Aufgabe bei einer Halle, die hauptsächlich auf Álvaro Soler wartete.

Jones machte daraus das Beste und sorgte für einen gelungenen Auftakt, bevor nach dem Umbau die Spannung in der Jahrhunderthalle deutlich anzog.

Dann war Soler dran.

„Sofia“ und „El Mismo Sol“ werden zum Gemeinschaftschor

Mit seinem Debütalbum „Eterno Agosto“ und Songs wie „El Mismo Sol“„Sofia“ oder „Yo Contigo, Tú Conmigo (The Gong Gong Song)“ hatte Álvaro Soler innerhalb weniger Jahre eine internationale Karriere hingelegt.

In Frankfurt zeigte sich, warum diese Songs so gut funktionieren.

Die Melodien sind direkt, die Refrains groß und spätestens nach wenigen Takten kann selbst mitsingen, wer beim Spanischunterricht früher lieber aus dem Fenster geschaut hat. Bei den bekannten Hits übernahm das Publikum deshalb bereitwillig Teile des Gesangs.

Laut wurde es.

Soler selbst wirkte dabei angenehm locker. Statt den unnahbaren Popstar zu geben, suchte er immer wieder die Verbindung zu den Fans und ließ die Show stellenweise eher wie eine große Sommerparty wirken.

„Mar de Colores“ gibt den Ton des Abends vor

Im Mittelpunkt der Tour stand natürlich „Mar de Colores“. Das Album setzte den erfolgreichen Weg seines Debüts fort und erweiterte Solers Latin-Pop um weitere musikalische Farben.

Genau das kam live gut rüber.

Mal standen tanzbare Rhythmen im Vordergrund, dann wurde es melodischer und etwas ruhiger. Lange hielt diese Ruhe allerdings selten. Schon beim nächsten Refrain bewegten sich die Reihen wieder.

Dabei brauchte Soler keine übertriebene Inszenierung, um die Jahrhunderthalle mitzunehmen. Seine Songs leben von Rhythmus, eingängigen Hooks und einer Leichtigkeit, die live ziemlich schnell ansteckend wird.

Zwischen Barcelona, Tokio und Berlin

Hinter dieser Musik steckt eine Biografie, die internationaler kaum sein könnte. Álvaro Soler hat eine spanische Mutter und einen deutschen Vater und verbrachte mehrere Jahre seiner Jugend in Tokio.

Später kehrte er nach Barcelona zurück und studierte zunächst Industriedesign.

2015 zog Soler nach Berlin, wo seine Solokarriere richtig Fahrt aufnahm. „Eterno Agosto“ erreichte hohe Chartplatzierungen in mehreren europäischen Ländern. Vor allem „Sofia“ entwickelte sich zu einem internationalen Hit und machte den Sänger weit über Deutschland und Spanien hinaus bekannt.

Seine verschiedenen kulturellen Erfahrungen hört man seiner Musik durchaus an. Hier wird nicht versucht, möglichst traditionell spanisch zu klingen. Soler nimmt Latin-Rhythmen, klassischen Pop und moderne Produktion und baut daraus seinen eigenen Sound.

Álvaro Soler macht Frankfurt zur Tanzfläche

Dass hinter den locker klingenden Songs ein ziemlich erfolgreicher Popmusiker steckt, geriet während des Konzerts fast zur Nebensache.

Und das war gut so.

Denn Álvaro Soler funktioniert live vor allem dann, wenn man nicht über Chartplatzierungen, Streamingzahlen oder Auszeichnungen nachdenkt. Die Musik will raus aus den Boxen und rein ins Publikum.

In der ausverkauften Jahrhunderthalle Frankfurt gelang genau das. Es wurde gesungen, getanzt und bei den bekannten Refrains ordentlich mitgemacht. Kelvin Jones hatte zuvor den passenden Einstieg geliefert, anschließend übernahm Soler und brachte seine musikalische Mischung aus Spanien, Deutschland und jeder Menge Fernweh auf die Bühne.

Für ein paar Stunden fühlte sich Frankfurt jedenfalls deutlich weiter südlich an.

Text & Fotos © by Boris Korpak | bokopictures

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