Alvaro Soler in Worms beim Jazz & Joy 2024 auf dem Marktplatz

Alvaro Soler in Worms: Latin-Pop trifft auf Sommerabend

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Alvaro Soler in Worms: Am 16. August 2024 spielte der deutsch-spanische Sänger beim 33. Worms: Jazz & Joy mit einem Sonderkonzert auf der Sparkassen-Bühne am Marktplatz. Unterstützt wurde er von seinem jüngeren Bruder Greg Taro, der den Abend als Support eröffnete. Das Festival selbst lief vom 16. bis 18. August rund um den Wormser Dom.

Ein lauer Sommerabend, die Kulisse zwischen Dom und historischem Marktplatz, davor ein Publikum mit erstaunlich großer Altersspanne. Familien mit Kindern standen neben langjährigen Fans, und schon früh war klar, dass Soler hier leichtes Spiel haben würde. Sein Latin-Pop braucht keine komplizierte Gebrauchsanweisung. Rhythmus an, Refrain auf, Bewegung drin.

Greg Taro eröffnet Jazz & Joy vor seinem Bruder

Bevor Alvaro Soler die große Bühne übernahm, gehörten die ersten rund 30 Minuten Greg Taro. Der jüngere Bruder des Headliners trat mit Gitarrenbegleitung auf und bewies, dass hinter seinem Namen inzwischen mehr steckt als die familiäre Verbindung zum erfolgreichen Latin-Popstar.

Auch beim Eurovision Song Contest 2024 war Taro musikalisch beteiligt, allerdings anders, als gelegentlich berichtet wurde: „Always on the Run“ wurde von Isaak gesungen, der damit für Deutschland den zwölften Platz erreichte. Greg Taro gehörte zum Autorenteam des Songs und war beim ESC als Background-Sänger dabei.

Später sollte er noch einmal zurückkehren. Dann gemeinsam mit seinem Bruder.

„Candela“ und „Magia“ bringen den Marktplatz sofort in Bewegung

Kurz nach 22 Uhr war die Bühne bereit für den Hauptact. Alvaro Soler startete nach einem kurzen Intro mit „Candela“, bevor mit „Magia“ bereits früh einer seiner bekanntesten Songs folgte. Der Effekt war unmittelbar. Vor der Bühne wurde getanzt, Kinder saßen auf den Schultern ihrer Eltern, die ersten großen Refrains gingen quer über den Marktplatz.

Soler braucht dafür keine überladene Inszenierung. Vieles funktioniert über seine Präsenz, die Band und Songs, deren Melodien oft schon nach wenigen Takten erkennen lassen, wohin die Reise geht. Pop mit spanischer Wärme, Reggae- und Latin-Einflüssen, dazu genügend elektronischer Druck, damit auch die hinteren Reihen etwas davon haben.

Mit „Oxígeno“ zeigte Soler zugleich, dass er 2024 nicht ausschließlich seine bewährten Hits verwalten wollte. Die damals aktuelle Single verband Reggaeton und Dance-Elemente mit seinem bekannten Pop-Sound und stand für eine musikalische Phase, in der er hörbar neue Farben ausprobierte. Die Veröffentlichung war vom Künstler selbst als Weiterentwicklung seines Latin-Pop-Sounds beschrieben worden.

„Alma De Luz“ nimmt für einen Moment das Tempo heraus

Dass der Abend nicht ausschließlich aus Tanzbeats bestand, zeigte „Alma De Luz“. Soler griff selbst zur Gitarre und spielte den Song gemeinsam mit zwei Musikern sitzend als Trio. Plötzlich wurde es ruhiger auf dem Marktplatz. Kein Stillstand, eher ein kurzer Perspektivwechsel.

Gerade solche Momente tun einer Show wie dieser gut. Denn Hits mit sofort zündenden Refrains besitzt Alvaro Soler reichlich. Interessanter wird es, wenn er das Tempo herausnimmt und seine Songs auf Stimme, Melodie und wenige Instrumente reduziert.

Direkt danach folgte eine familiäre Besonderheit: Für „Diferente“ kam Greg Taro erneut auf die Bühne. Die beiden Brüder teilten sich den Song und lieferten damit einen jener Momente, die sich nicht beliebig von Tourstadt zu Tourstadt austauschen lassen.

„La Cintura“ und „Sofía“ werden zum großen Mitsing-Finale

Je länger der Abend dauerte, desto weniger musste Soler sein Publikum noch auffordern mitzumachen. Die großen Songs erledigten das selbst.

Vor allem „La Cintura“ verwandelte den Platz endgültig in eine Tanzfläche. Arme gingen nach oben, überall bewegten sich Menschen, und selbst dort, wo vorher noch vergleichsweise ruhig zugeschaut worden war, hatte sich die Zurückhaltung erledigt. Danach blieb eigentlich nur noch ein Song.

„Sofía“.

Der Hit wurde zum passenden Abschluss der rund 90-minütigen Show und noch einmal von weiten Teilen des Publikums mitgesungen. Viel komplizierter musste dieser Freitagabend auch gar nicht werden.

Das Sonderkonzert zeigte, warum Alvaro Soler für ein Festival wie Jazz & Joy gut funktioniert. Sein Pop besitzt genug Leichtigkeit für einen warmen Abend unter freiem Himmel, gleichzeitig hat er inzwischen einen Katalog aufgebaut, bei dem mehrere Generationen ihre Songs finden. Alvaro Soler in Worms war deshalb weniger die große musikalische Überraschung als eine sehr zuverlässig funktionierende Sommerparty.

Und manchmal reicht genau das: ein voller Marktplatz, ein paar starke Refrains und „Sofía“ über den Dächern von Worms.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures

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