Sänger Ben Kowalewicz von Billy Talent steht live auf der Bühne im Schlachthof Wiesbaden bei einem Benefiz-Konzert vor feierndem Publikum.

F.U.M.S.: Billy Talent rocken den Schlachthof Wiesbaden für den guten Zweck

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Es gibt Konzerte, bei denen geht es um weit mehr als um bloße Unterhaltung, den neuesten Chart-Erfolg oder das reine Feiern. Wenn eine Band wie Billy Talent in den Schlachthof Wiesbaden lädt, steht ein Thema im absoluten Vordergrund, das die Musiker tief im Inneren betrifft: Multiple Sklerose – eine chronisch-entzündliche, neurologische Erkrankung, deren Erforschung nach wie vor dringend auf Spenden und Aufmerksamkeit angewiesen ist.

Da Schlagzeuger Jordan Hastings selbst von dieser Krankheit betroffen ist, hat der Kampf gegen MS für das kanadische Quartett eine persönliche Tragweite. In ihrer Heimat veranstalten sie längst jährliche Benefiz-Abende, und in Deutschland fiel die Wahl für eine solche Premiere passgenau auf den Schlachthof Wiesbaden, der weit über die Grenzen hinaus für sein soziales Engagement bekannt ist. Die Fans dankten es der Band: Das Event war rasend schnell restlos ausverkauft.

Metz und Itchy bereiten den perfekten Boden

Bevor der Hauptact die Bretter betreten durfte, stand ein bärenstarkes Vorprogramm auf dem Zettel. Den Auftakt machte die Band Metz, ehe die deutschen Punk-Rocker von Itchy übernahmen. Mit ihrer unbändigen Live-Energie, rotzigen Gitarren und eingängigen Melodien verstanden sie es vorzüglich, den Kessel im Schlachthof von Sekunde eins an ordentlich einzuheizen. Die Stimmung im Saal war auf dem besten Weg nach oben.

Nach einer bewegenden und sehr persönlichen Ansprache zum Thema MS von Schlagzeuger Jordan Hastings gab es für die 2.300 anwesenden Fans endgültig kein Halten mehr. Als Billy Talent die Bühne stürmten, verwandelte sich die alte Kalthalle in einen einzigen, kochenden Moshpit.

Raritäten, Klassiker und 2.300 Menschen als eine Einheit

Die Setlist war ein absolutes Geschenk für treue Anhänger. Neben modernen Krachern wie „Afraid of Heights“ und dem frenetisch gefeierten „Red Flag“ packte die Band auch echte Live-Raritäten aus, die jahrelang nicht mehr zu hören waren. Jeder einzelne Song wurde von der Menge lauthals mitgesprochend und gefeiert. Man hatte an diesem Abend das starke Gefühl: Auf und vor der Bühne standen keine getrennten Parteien, sondern eine verschworene Gemeinschaft aus 2.300 Menschen, die für dieselbe Sache brannten.

Dass der Abend nicht nur musikalisch ein absoluter Volltreffer war, bewies auch das Endergebnis abseits der Bühne: Allein während der Veranstaltung kamen über 2.000 Euro an zusätzlichen Spenden zusammen. Der Charity-Gedanke wurde in vollem Umfang erfüllt – und Wiesbaden zeigte einmal mehr, wie kraftvoll und zusammenschweißend handgemachter Punk-Rock sein kann.

Text & Foto © by Jan Heesch

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