
Suzi Quatro live in Lorsch: Rock’n’Roll-Feuerwerk zum 20-jährigen Jubiläum des Musiktheater REX
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Wenn eine echte Rocklegende zum runden Geburtstag bittet, feiert man das am besten dort, wo handgemachter Sound noch ein Zuhause hat. Lorsch stand im Zeichen des Sommer-Open-Airs zum 20-jährigen Jubiläum des Musiktheater REX. Nach dem erfolgreichen Auftakt am Vortag übernahm am 15. August 2018 keine Geringere als Suzi Quatro das Kommando auf der Bühne. Wer dachte, die Grande Dame des Glam-Rock würde nach über fünf Jahrzehnten im Musikgeschäft auch nur einen Gang zurückschalten, wurde an diesem lauen Sommerabend schnell eines Besseren belehrt. Es wurde laut, es wurde schweißtreibend, und es war vor allem eins: purer, ungeschnittener Rock’n’Roll.
Lederoutfit, Bassgitarre und ungebändigte Energie
Schon beim ersten Akkord war die schier endlose Power greifbar, die Suzi Quatro bis heute antreibt. Im gewohnten, ikonischen Lederoutfit und mit dem tief hängenden Bass in der Hand dominierte sie die Bühne vom ersten Moment an. Ihre markante, kraftvolle Stimme durchschnitt die Sommernacht mühelos, während ihre erstklassig eingespielte Band für ein massives, druckvolles Fundament sorgte. Hier stand keine Künstlerin auf den Brettern, die bloß ihren Dienst tat – Suzi Quatro genoss sichtlich jede einzelne Sekunde im Rampenlicht, grinste ins Publikum und versprühte eine elektrisierende, ansteckende Lebensfreude.
Eine Zeitreise durch unsterbliche Glam-Rock-Hymnen
Die Setlist fühlte sich an wie ein veritables Best-of-Album der 70er-Jahre-Rockgeschichte. Ein Klassiker jagte den nächsten: Von „Can The Can“ über das treibende „48 Crash“ bis hin zu „Devil Gate Drive“ tobte das Publikum vor der Bühne. Es wurde mitgeklatscht, getanzt und jede einzelne Textzeile lautstark mitgesegelt.
Zwischen den harten, treibenden Rock-Nummern bewies die US-Amerikanerin aber auch ihre feinsinnige Seite. Als die ersten Töne von „If You Can’t Give Me Love“ erklangen, legte sich eine fast schon intime Gänsehautstimmung über den Platz. Zwischendurch griff die Musikerin immer wieder zum Mikrofon, um charmante Anekdoten aus ihrer bewegten Karriere zu teilen, was der großen Open-Air-Show eine wunderbar persönliche, nahbare Note verlieh. Dass sie neben den alten Hits auch frischeres Material einstreute, unterstrich eindrucksvoll, dass sie sich künstlerisch nie auf ihren Lorbeeren ausruhte.
Ein euphorisches Finale für das Musiktheater REX
Mit über 55 Millionen verkauften Tonträgern im Rücken denkt die Rock-Ikone glücklicherweise noch lange nicht an den Ruhestand. Das zeigte spätestens das explosive Finale: Mit „The Wild One“ und einer unwiderstehlichen Version von Chuck Berrys „Sweet Little Rock & Roller“ brachte Suzi Quatro das Publikum endgültig zum Ausrasten. Die Menge tobte, forderte lautstark Zugaben und feierte die Band mit frenetischem Applaus.
Als die letzten Töne verklangen, stand fest: Dieser Abend hat dem 20-jährigen Jubiläum des Musiktheater REX einen mehr als würdigen, unvergesslichen Höhepunkt beschert. Suzi Quatro & Band haben an diesem Augustabend in Lorsch eindrucksvoll bewiesen, dass echter Rock’n’Roll schlicht und einfach niemals altert.
Text & Foto © by Boris Korpak














