Böhse Onkelz live bei ihrer Warm-Up-Show in Frankfurt mit energiegeladener Bühnenperformance und begeisterten Fans

Böhse Onkelz eröffnen den Konzertsommer: Intime Warm-Up-Show in Frankfurt

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Frankfurt am Main, 1. Juli 2026 – Bevor es wenige Tage später auf die große Bühne des Hockenheimrings geht, luden die Böhsen Onkelz zu einer exklusiven Warm-Up-Show in die ausverkaufte Jahrhunderthalle Frankfurt. Rund 4.800 Fans erlebten einen Abend, der bewusst auf Nähe setzte und dennoch die gesamte Wucht einer Stadionproduktion erahnen ließ. Die Band nutzte den Abend nicht nur als Generalprobe, sondern als leidenschaftliches Statement an ihre treuesten Anhänger.

Schon mit „Heilige Lieder“ wurde klar, dass die Onkelz keine halben Sachen machen würden. Von der ersten Sekunde an verwandelte sich die Jahrhunderthalle in einen einzigen Chor. Es folgte „Finde die Wahrheit“, ehe mit „Gehasst, verdammt, vergöttert“ einer der größten Klassiker die Stimmung endgültig zum Kochen brachte.

Die Setlist spannte einen beeindruckenden Bogen durch die Bandgeschichte. Songs wie „Buch der Erinnerung“, „Leere Worte“ und „Onkelz 2000“ zeigten, wie zeitlos viele Stücke der Band geworden sind. Besonders „So sind wir“ wurde von den Fans lautstark gefeiert – ein Moment, der eindrucksvoll zeigte, wie eng Band und Publikum auch nach Jahrzehnten miteinander verbunden sind.

Mit „Wenn Du wirklich willst“ und „Terpentin“ wechselte die Stimmung zwischen Nachdenklichkeit und purer Energie. Anschließend sorgten „Stunde des Siegers“ und die 2001er-Version von „Ich bin in Dir“ für emotionale Höhepunkte, bevor „Ohne mich“ die Halle erneut in ein Meer aus erhobenen Fäusten verwandelte.

Auch gesellschaftskritische Töne fehlten nicht. „Nichts ist so hart wie das Leben“, „Keine Amnestie für MTV“ und „Das Signum des Verrats“ erinnerten daran, dass die Onkelz stets klare Kante gezeigt haben. Besonders eindrucksvoll gelang dies mit „Der Platz neben mir – Part I + II“, das live eine intensive Atmosphäre entwickelte.

Im letzten Teil des regulären Sets steigerten sich Band und Publikum nochmals gemeinsam. „Danke für nichts“, „Kirche“ und das unvergängliche „Nichts ist für die Ewigkeit“ sorgten für Gänsehautmomente und minutenlange Sprechchöre.

Natürlich ließ sich Frankfurt die Band nicht ohne Zugabe von der Bühne verabschieden. Nach dem orchestralen „Intro Oratorium“ explodierte die Halle förmlich, als „Wir ham‘ noch lange nicht genug“ erklang. Spätestens bei „Mexico“ gab es kein Halten mehr – die gesamte Halle sang lauter als die Band selbst.

Den emotionalen Schlusspunkt setzten „Auf gute Freunde“ und „Erinnerungen“. Tausende Handylichter tauchten die Jahrhunderthalle in ein warmes Lichtermeer, während Kevin Russell die letzten Zeilen sang. Es war ein Finale, das zeigte, warum die Onkelz für ihre Fans weit mehr als nur eine Rockband sind.

Musikalisch präsentierte sich die Band in bestechender Form. Stephan Weidners druckvoller Bass, Matthias Röhrs‘ prägnante Gitarrenarbeit, Pe Schorowskys gewohnt kraftvolles Schlagzeugspiel und Kevin Russells markante Stimme harmonierten hervorragend. Die Warm-Up-Show wirkte zu keinem Zeitpunkt wie eine reine Generalprobe – vielmehr vermittelte sie den Eindruck eines vollwertigen Konzertabends mit einer Band, die bestens vorbereitet in den Konzertsommer startet.

Auch die Produktion überzeugte. Licht, Sound und Bühnenbild waren bereits auf Stadionniveau, wurden in der intimen Atmosphäre der Jahrhunderthalle jedoch noch intensiver wahrgenommen. Gerade diese Nähe machte den besonderen Reiz des Abends aus und verlieh selbst den größten Hymnen eine ungewohnte persönliche Note.

Am Ende blieb der Eindruck eines außergewöhnlichen Konzertabends. Die Warm-Up-Show war weit mehr als ein Testlauf – sie war ein Dankeschön an die Fans, ein emotionales Wiedersehen und zugleich der perfekte Auftakt für die anstehenden Großkonzerte. Wer das Glück hatte, in der Jahrhunderthalle dabei zu sein, erlebte einen Abend, der sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Text und Bilder by Jan Heesch

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