
Bülent Ceylan feiert als „Luschtobjekt“ im Capitol Mannheim
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Gestern Abend erlebten die Fans in der restlos ausverkauften und wunderbar intimen Atmosphäre des historischen Capitol Mannheim ein Comedy-Highlight der ganz besonderen Art: Der gefeierte Mannheimer Comedian Bülent Ceylan präsentierte dort sein mittlerweile 11. Live-Programm unter dem vielsagenden und herrlich selbstironischen Titel „Luschtobjekt“. Wer den Ausnahmekünstler sonst eher aus den riesigen, gigantischen Arenen der Republik kennt, genoss es sichtlich, ihn in diesem hautnahen, direkten Rahmen zu erleben.
Optik statt Inhalt: Die Abrechnung mit der Generation Instagram
Die scharfsinnige Prämisse des Abends lautete unmissverständlich: Von der viel zitierten „Generation Instagram“ lernen, heißt im modernen Showgeschäft siegen lernen! Genau aus diesem Grund zeigte Bülent Ceylan seinem feiernden Publikum an diesem Abend keineswegs die kalte Schulter, sondern präsentierte völlig selbstbewusst die blank rasierte Brust. In einer Gesellschaft, die scheinbar nur noch auf Filter und perfekte Posen Wert legt, macht sich der Comedian kurzerhand selbst zum ultimativen LUSCHTOBJEKT.
Seine klare Devise für das Heimspiel in der Quadratestadt lautete: Optik statt Inhalt, Nippel statt Nietzsche! Hochtrabende Kabarettpreise müssen da eben einfach mal warten. Stattdessen bediente der gebürtige Kurpfälzer als fleischgewordenes Objekt der Begierde virtuos alle nur denkbaren Geschlechter, Fetische und Vorlieben. Ob osmanophile Kurpfalz-Lover, hingebungsvolle Langhaar-Fetischisten oder ganz spezielle Liebhaber von großen Nasen und kleinen Bärten – bei Bülent packte im Saal ausnahmslos jeden die reine „Wolluscht“. Doch keine Sorge: Wer Intelligenz und Wortwitz sexy findet, durfte dank der raffinierten Pointen am Ende des Abends ebenfalls vollauf befriedigt den Heimweg antreten.
Von Gummifröschen, Atomkraftwerken und fliegenden Hämmern
Aber der Comedian beließ es in seinem Programm nicht nur dabei, sich selbst auf das Podest der allgemeinen Begierde zu heben. In gewohnt schonungsloser und liebevoll spöttischer Manier nahm er sich auch die kuriosen Vorlieben anderer Menschen zur Brust – und verschonte dabei auch nicht seine ganz eigenen Schwächen. Völlig ungeniert plauderte er über seine persönliche, leicht skurrile Faszination für Frauenfüße und seine innige Liebe zu Gummifröschen.
In der heutigen, völlig überreizten Zeit kann offenbar absolut alles zu einem Luschtobjekt werden: seien es teure Autos, neue Schuhe, die neuesten blinkenden Smartphones oder gar Menschen, die eine leidenschaftliche Bindung zu Atomkraftwerken aufbauen. Und da laut Ceylans brillanter Logik selbst die allmächtigen Götter im Himmel tief im Inneren objektophil veranlagt sind, durfte eine göttliche Premiere nicht fehlen. Da der nordische Donnergott Thorbekanntermaßen eigentlich ein waschechter, gebürtiger Mannheimer ist, verriet er auf der Bühne im Capitolweltexklusiv und zum allerersten Mal, wo, wann und vor allem wie bei ihm der sagenumwobene Hammer hängt. Ein intimer, großartiger Abend, der genau so „luschtig“ wurde, wie Bülent es versprochen hatte!
Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures














