Comedy Splash beim Strandkorb Open Air in der BRITA-Arena Wiesbaden 2021

Comedy Splash in Wiesbaden: Ein Abend voller Pointen

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Am 2. Juli 2021 wurde es in der BRITA-Arena deutlich lauter als bei einem gewöhnlichen Strandkorb-Abend. Diesmal standen keine Rock- oder Popbands auf der Bühne, sondern gleich eine ganze Reihe bekannter Namen aus der deutschen Comedy-Szene. Beim Comedy Splash in Wiesbaden wechselten sich unter anderem Tahnee, Torsten Sträter, Markus Krebs, Johann König, Maxi Gstettenbauer und Alain Frei am Mikrofon ab. Durch den Abend führten Salim Samatou und Marvin Endres

Der ursprüngliche Text nennt den 17. August 2025. Tatsächlich fand die Veranstaltung bereits am Freitag, 2. Juli 2021, im Rahmen des Strandkorb Open Airs statt. Auch die genannte Zahl von rund 5.000 Zuschauern passt nicht zum damaligen Veranstaltungskonzept: Für die BRITA-Arena war unter den geltenden Bedingungen eine maximale Kapazität von rund 2.500 Gästen vorgesehen. 

Viele Comedians, kurze Wege zur nächsten Pointe

Das Prinzip des Abends war einfach und funktionierte gerade deshalb gut. Statt eines zweistündigen Soloprogramms gab es viele unterschiedliche Handschriften hintereinander. Kaum hatte man sich auf einen Stil eingestellt, kam bereits der nächste Wechsel.

Tahnee gehörte ebenso zum Programm wie Torsten SträterMarkus KrebsJohann KönigMaxi Gstettenbauerund Alain Frei. Dazu kamen Andre Herrmann, Serkan Ateş-Stein, Carl Josef, Maria Clara Groppler und Costa Meronianakis. Damit trafen sehr unterschiedliche Arten von Stand-up und Comedy innerhalb weniger Stunden aufeinander. Das vollständige Line-up des Wiesbadener Termins ist für den 2. Juli 2021 dokumentiert. 

Gerade diese Mischung hielt den Abend in Bewegung. Trockene Beobachtungen folgten auf schnellere Stand-up-Passagen, kurze Geschichten auf pointierte Alltagsbetrachtungen. Nicht jeder Gag traf bei jedem Zuschauer gleich, musste er aber auch nicht. Wenige Minuten später stand ohnehin schon jemand anderes auf der Bühne.

Torsten Sträter braucht keine große Bewegung

Bei Torsten Sträter reichten wie gewohnt Mikrofon, Mütze und seine ausgesprochen ruhige Art, einen Gedanken immer ein kleines Stück länger laufen zu lassen, als man zunächst erwartet.

Gerade zwischen den schnelleren Auftritten funktionierte das gut. Sträter musste weder über die Bühne laufen noch permanent das Publikum animieren. Sein Timing lebte von Pausen und davon, scheinbar beiläufig erzählte Beobachtungen irgendwann genau dort enden zu lassen, wo die Pointe wartete.

Markus Krebs ging einen anderen Weg. Hier stand die klassische Pointe deutlicher im Mittelpunkt. Kurze Geschichten und ein schneller Rhythmus sorgten dafür, dass aus den Strandkörben regelmäßig laute Reaktionen zurückkamen.

Von Tahnee bis Maria Clara Groppler

Mit Tahnee bekam der Abend wiederum eine andere Energie. Direkt, schnell und körperlich präsent nutzte sie die große Bühne deutlich stärker. Sie gehörte bereits in den ersten Ankündigungen zu den zentralen Namen des Comedy Splash in Wiesbaden. 

Auch die jüngere Generation bekam viel Platz.

Maria Clara GropplerCarl JosefCosta Meronianakis und Serkan Ateş-Stein erweiterten das Programm um andere Perspektiven und einen moderneren Stand-up-Ton. Gerade bei einer Mixshow war das wichtig. Der Abend sollte schließlich keine Abfolge von zehn nahezu identischen Auftritten werden.

Dazwischen standen mit Johann König, Maxi Gstettenbauer und Alain Frei Künstler, die bereits über reichlich Bühnenerfahrung verfügten und jeweils ihre eigene Art mitbrachten.

Salim Samatou und Marvin Endres hielten den Abend zusammen

Bei so vielen Künstlerwechseln brauchte es Moderatoren, die mehr machten, als lediglich den nächsten Namen anzusagen.

Diese Aufgabe übernahmen Salim Samatou und Marvin Endres. Sie führten von einem Auftritt zum nächsten, reagierten auf das Publikum und überbrückten die Umbaupausen. Beide waren für die Moderation des Wiesbadener Comedy Splash offiziell angekündigt. 

Gerade diese kurzen Übergänge sorgten dafür, dass der Abend nicht in einzelne Nummern zerfiel. Das Tempo blieb hoch, ohne dass ein Comedian dem nächsten unmittelbar auf die Füße trat.

Lachen aus dem Strandkorb

Der ungewöhnlichste Teil der Veranstaltung befand sich ohnehin vor der Bühne.

Die BRITA-Arena war für den Strandkorb Open Air Sommer 2021 mit dem entsprechenden Abstandskonzept ausgestattet. Statt einer dicht stehenden Menge saßen die Besucher in abgegrenzten Bereichen und Strandkörben. Die Reihe begann am 18. Juni mit Revolverheld und umfasste in Wiesbaden zahlreiche Konzerte und Shows bis Ende Juli. 

Bei einem Konzert konnte man sich an diese Optik relativ schnell gewöhnen. Bei einer Comedyshow war sie noch einmal interessanter. Ein Comedian lebt unmittelbar davon, ob eine Pointe funktioniert. Lachen muss zurück auf die Bühne kommen.

Und genau das funktionierte.

Die Abstände machten die Reaktionen vielleicht etwas weniger kompakt, aber keineswegs leise. Je länger der Abend dauerte, desto weniger spielte das ungewöhnliche Sitzkonzept eine Rolle.

Eine große Mixshow statt eines einzelnen Programms

Der Comedy Splash zeigte an diesem Abend vor allem, wie gut unterschiedliche Künstler innerhalb eines gemeinsamen Formats funktionieren können. Niemand musste zwei Stunden alleine tragen, jeder bekam seinen eigenen Abschnitt.

Für das Publikum bedeutete das eine ziemlich hohe Schlagzahl. Wenn ein Humor nicht ganz den eigenen Geschmack traf, stand wenige Minuten später bereits der nächste Comedian bereit.

Nach Monaten, in denen Bühnen zeitweise komplett leer geblieben waren, hatte selbst diese geordnete Strandkorb-Situation etwas Befreiendes. Wieder Menschen vor einer Bühne. Wieder spontane Reaktionen. Wieder Künstler, die unmittelbar merkten, ob ihre Pointe ankam.

Am 2. Juli 2021 war das in der BRITA-Arena für einige Stunden wieder ziemlich deutlich zu hören.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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