
Science Fiction Treffen Speyer 2019: Wenn Fiktion auf echte Raumfahrt trifft
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Sturmtruppen marschieren an einem Space Shuttle vorbei, Darth Vader trifft auf Raumfahrtgeschichte und plötzlich stehen Jedi, Klingonen und andere Gestalten aus weit entfernten Galaxien zwischen echten technischen Exponaten. Am 28. und 29. September 2019 wurde das Technik Museum Speyer wieder zu einem ziemlich ungewöhnlichen Treffpunkt. Beim 12. Science Fiction Treffen hieß es zwei Tage lang: Fiktion trifft Realität.
Und kaum ein Veranstaltungsort könnte dafür besser passen.
Wo sonst Raumfahrttechnik und technische Meilensteine die Blicke auf sich ziehen, übernahmen an diesem Wochenende hunderte kostümierte Science-Fiction-Fans einen Teil des Museums. Star Wars, Star Trek, Doctor Whound andere fantastische Welten trafen auf reale Technikgeschichte.
Sturmtruppen zwischen Raumfahrt-Exponaten
Ein wesentlicher Bestandteil des Science Fiction Treffens waren die zahlreichen Fangruppen, die teilweise mit enormem Aufwand nach Speyer kamen.
Besonders präsent: die German Garrison, der deutsche Ableger der internationalen 501st Legion. Rund 250 kostümierte Mitglieder sorgten mit Sturmtruppen, imperialen Offizieren und anderen Figuren aus dem Star-Wars-Universum dafür, dass der Museumsbesuch stellenweise wie ein Spaziergang durch eine Filmkulisse wirkte.
Natürlich durfte auch Darth Vader nicht fehlen.
Gerade die Kombination aus den detailreichen Kostümen und den echten Exponaten machte den Reiz aus. Science-Fiction beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Raumfahrt, fremden Welten und technischen Visionen. In Speyer standen diese Fantasien plötzlich direkt neben Maschinen, mit denen Menschen tatsächlich Grenzen überwunden haben.
Das passte.
Star Wars trifft Star Trek und Doctor Who
Auf ein einziges Universum beschränkte sich das Treffen allerdings nicht.
Zwischen den zahlreichen Star-Wars-Figuren tauchten auch Charaktere aus Star Trek, Doctor Who und anderen Science-Fiction-Welten auf. Besucher blieben stehen, fotografierten sich mit ihren Lieblingsfiguren oder diskutierten über Kostüme und Details.
Und Details gab es reichlich.
Viele Cosplayer steckten unzählige Stunden Arbeit in Rüstungen, Masken, Uniformen und Requisiten. Manche Kostüme wirkten, als wären sie gerade direkt vom Filmset nach Speyer gebeamt worden.
Das Publikum machte gerne mit. Immer wieder bildeten sich kleine Gruppen für Fotos, Kinder standen staunend vor den kostümierten Figuren und erwachsene Fans hatten sichtbar genauso viel Spaß.
Science-Fiction kennt eben keine Altersgrenze.
Cosplay wird im Technik Museum zur Hauptattraktion
Das Science Fiction Treffen im Technik Museum Speyer lebte vor allem davon, dass die Fans selbst Teil der Veranstaltung wurden.
Hier gab es keine klare Grenze zwischen Akteuren und Besuchern. Wer im passenden Outfit kam, gehörte automatisch ein Stück weit zur Kulisse.
Beim Cosplay-Wettbewerb rückte diese Kreativität besonders in den Mittelpunkt. Aufwendige Rüstungen, bekannte Filmfiguren und selbst gebaute Kostümteile zeigten, wie viel Arbeit hinter dem Hobby steckt.
Ein Kostüm kaufen und fertig?
Für viele Teilnehmer kommt das nicht infrage. Da wird gebaut, lackiert, genäht und so lange an Kleinigkeiten herumgeschraubt, bis selbst eingefleischte Fans genauer hinschauen müssen.
Lichtschwerter und Mitmachaktionen statt Museumsruhe
Ruhig blieb es an diesem Wochenende ohnehin nicht lange.
Zum Programm gehörten verschiedene Aktionen rund um die bekannten Science-Fiction-Welten. Besonders Lichtschwert-Darbietungen und inszenierte Kämpfe zogen immer wieder Zuschauer an.
Jedi gegen Sith.
Ein Klassiker.
Gerade für jüngere Besucher war die Möglichkeit interessant, ihren Filmhelden einmal unmittelbar gegenüberzustehen. Statt Figuren ausschließlich auf dem Bildschirm zu sehen, liefen Sturmtruppen plötzlich wenige Meter entfernt durch das Museum.
Das sorgte regelmäßig für große Augen.
Die Kulisse macht den Unterschied
Science-Fiction- und Cosplay-Veranstaltungen gibt es viele. Speyer besitzt jedoch einen Vorteil, den kaum eine klassische Convention bieten kann: die Raumfahrtausstellung des Technik Museums.
Das verändert die Atmosphäre erheblich.
Zwischen realen Zeugnissen der Luft- und Raumfahrt wirken futuristische Kostüme eben anders als in einer gewöhnlichen Messehalle. Realität und Fantasie liegen hier tatsächlich nur wenige Schritte auseinander.
Genau deshalb funktioniert das Motto „Fiktion trifft Realität“ so gut.
Man kann sich mit einem Science-Fiction-Charakter fotografieren lassen und kurz darauf echte Raumfahrtgeschichte entdecken. Der Wechsel wirkt manchmal kurios, meistens aber ziemlich passend.
Ein Wochenende für große und kleine Science-Fiction-Fans
Das 12. Science Fiction Treffen in Speyer zeigte, wie lebendig die Fangemeinde bereits 2019 war. Einige Besucher kamen wegen Star Wars, andere wegen Star Trek oder wegen des Cosplays. Familien wiederum nutzten den Tag, um das Treffen mit einem Museumsbesuch zu verbinden.
Am Ende liefen alle durch dieselben Hallen.
Genau darin lag der Charme dieser Veranstaltung. Niemand musste tief in irgendeinem Fanuniversum stecken, um seinen Spaß zu haben. Ein Darth Vader zwischen historischen Exponaten zieht schließlich auch dann Blicke auf sich, wenn man nicht jede Minute der Star-Wars-Saga auswendig kennt.
Für zwei Tage wurde das Technik Museum Speyer damit zu einem Ort, an dem Raumfahrtgeschichte und Science-Fiction erstaunlich selbstverständlich nebeneinanderstanden.
Und manchmal war gar nicht mehr so leicht zu erkennen, wo die Realität aufhörte und die Fiktion anfing.
Text & Foto © by Boris Korpak | bokopictures













