
Kreator und Dimmu Borgir entfesseln die musikalische Apokalypse in der Jahrhunderthalle
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Wenn zwei absolute Schwergewichte der europäischen Metalszene zu einer gemeinsamen Co-Headliner-Rutsche blasen, ist eines sicher: Es wird ohrenbetäubend laut und verdammt intensiv. Die „European Apocalypse Tour 2018“ machte ihrem finsteren Namen am 2. Dezember in der Frankfurter Jahrhunderthalle alle Ehre. Als ob Kreator und Dimmu Borgir nicht schon genug Zerstörungskraft mitbringen würden, packten sie sich für dieses amtliche Live-Paket kurzerhand noch Bloodbath und Hatebreed in den Tourbus. Wer hier ein Ticket ergatterte, wusste genau, dass die Nackenmuskulatur in den kommenden knapp sechs Stunden einem echten Härtetest unterzogen wird.
Bloodbath und Hatebreed walzen den musikalischen Teppich aus
Pünktlich und ohne große Vorwarnung stürmten Bloodbath die Bühne. Die Death-Metal-Fraktion fackelte nicht lange, trat das musikalische Gaspedal direkt durch und gab die grobe Marschrichtung des Abends vor. Die altehrwürdige Halle war zu diesem frühen Zeitpunkt bereits beachtlich gefüllt – ein klares Zeichen, wie stark dieses vierköpfige Line-up zog.
Nach einer knackigen Umbaupause, die viele Besucher noch schnell für einen Abstecher zum Merch-Stand nutzten, übernahmen Hatebreed das Kommando. Die Hardcore-Veteranen gingen wie gewohnt brachial in die Vollen. Die Frankfurter feierten die wütenden, stampfenden Riffs ordentlich ab, auch wenn das bei Hatebreed sonst oft berühmt-berüchtigte Ausrasten im Pit an diesem Abend überraschend gesittet ausfiel. Die Security-Mitarbeiter im Graben durften sich über eine verhältnismäßig entspannte Schicht freuen, was der soliden Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.
Dimmu Borgir: Epischer Bombast und norwegische Dunkelheit
Mit Dimmu Borgir betrat schließlich der erste Co-Headliner des Abends die Bühne. Die norwegischen Symphonic-Black-Metal-Giganten drosselten das reine Geschwindigkeits-Level im Vergleich zu den Vorgängern zwar spürbar, lieferten dafür aber eine absolute Lehrstunde in Sachen Bühnenästhetik. Gewohnt episch und umhüllt von einer dichten, pechschwarzen Atmosphäre, rollten sie ein visuelles Effektgewitter aus, das in der Halle seinesgleichen suchte.
Dabei ging die komplexe musikalische Tiefe glücklicherweise zu keiner Zeit im reinen Optik-Bombast unter. Es war deutlich zu spüren, dass ein beträchtlicher Teil der schwarz gekleideten Masse exakt für dieses norwegische Spektakel angereist war. Dimmur Borgir nutzten ihre gleichberechtigte, ausgedehnte Spielzeit voll aus und hinterließen ein bestens auf Betriebstemperatur gebrachtes Publikum.
Kreator brennen die Hütte endgültig nieder
Als Krönung einer ohnehin schon schweißtreibenden Tour de Force übernahmen Kreator schließlich das Ruder. Und die Essener Thrash-Metal-Institution tat das, was sie am besten kann: Sie lieferte gnadenlos ab. Wer geglaubt hatte, nach drei Bands sei die Luft raus, wurde von einem massiven Feuerwerk aus Pyrotechnik, Konfetti-Kanonen und punktgenauen Video-Einspielern förmlich an die Wand gedrückt.
Die Setlist entpuppte sich als eine kompakte Best-of-Auswahl der Bandgeschichte. Auch wenn der eine oder andere Die-Hard-Fan im Nachgang vielleicht ein paar ganz frühe Klassiker vermisste, gab es an der brutalen Energie auf den Brettern absolut nichts auszusetzen. Das Publikum mobilisierte die letzten Reserven und feierte Mille Petrozza und seine Mitstreiter, als gäbe es kein Morgen. Ein hoch-emotionaler Ankerpunkt des Gigs war der Song „Fallen Brothers“, bei dem auf den großen Leinwänden all jener verstorbenen Musiker und Weggefährten gedacht wurde, die die Szene viel zu früh verlassen mussten.
Als nach fast sechs Stunden geballter Metal-Macht die letzten Töne verklangen und sich der Rauch langsam verzog, spuckte die Jahrhunderthalle tausende erschöpfte, aber sichtlich glückliche Metalheads in die kalte Dezembernacht aus. Ein in allen Belangen gelungener Konzertabend, dessen Echo ganz klar lautet: The Kreator will return…
Text & Foto © by Jan Heesch














