Harsh – Feels

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Mit „Feels“ liefern HARSH kein glattpoliertes Retro-Album ab. Die Band aus Paris setzt auf Emotion statt bloßer Nostalgie. Das macht ihre zweite Platte stärker als viele aktuelle Veröffentlichungen zwischen Sleaze, Arena Rock und modernem Hardrock. Hier geht es nicht nur um große Refrains. Hier geht es um Spannung, Verletzlichkeit und Dynamik.

Schon „Break Your Way“ macht klar, wohin die Reise geht. Druckvolle Gitarren, ein breiter Sound und eine Produktion, die bewusst modern bleibt, ohne den klassischen Hardrock-Kern zu verlieren. Genau das ist eine der größten Stärken des Albums. HARSH versuchen nicht, die Achtziger zu kopieren. Sie nehmen deren Energie und übertragen sie in einen zeitgemäßen Kontext.

Hannes Braun von KISSIN’ DYNAMITE hat beim Mix und Mastering ganze Arbeit geleistet. Die Songs wirken groß, aber nicht künstlich aufgeblasen. Gitarren und Vocals behalten genug Kanten. Gerade die Rhythmussektion sorgt dafür, dass Tracks wie „Fuel To The Fire“ oder „Don’t Mess With Me“ trotz aller Melodie nie ins Belanglose abrutschen.

Besonders interessant wird „Feels“ immer dann, wenn die Band emotional tiefer gräbt. „Back To Life“ gehört klar zu den stärksten Momenten des Albums. Die melancholischen Strophen bauen Spannung auf, bevor der Refrain aufreißt und genau die emotionale Wucht entfaltet, die HARSH erreichen wollen. Der Song wirkt ehrlich und nicht kalkuliert. Das ist wichtig, denn viele Bands scheitern aktuell genau an diesem Punkt.

Auch „Forever Yesterday“ und „Losing My Mind“ zeigen, dass HARSH verstanden haben, wie modernes Songwriting im Hardrock funktionieren kann. Die Hooks sitzen. Gleichzeitig bleibt genug Atmosphäre erhalten, damit die Songs nicht wie reine Streaming-Ware wirken. Die Band gibt den Arrangements Raum zum Atmen.

Natürlich bewegt sich „Feels“ nicht komplett außerhalb bekannter Genregrenzen. Einige Refrains setzen stark auf Wiederholung und Zugänglichkeit. Manchmal hätte man sich etwas mehr Mut zu Brüchen oder härteren Kontrasten gewünscht. Gerade im Mittelteil des Albums entsteht kurz das Risiko, dass sich gewisse Strukturen wiederholen. Doch HARSH retten sich immer wieder durch Energie, Spielfreude und ein gutes Gespür für Dramaturgie.

Was „Feels“ letztlich stark macht, ist die Balance. Die Band kombiniert Eingängigkeit mit echter Leidenschaft. Viele moderne Hardrock-Alben wirken heute entweder steril oder völlig überladen. HARSH vermeiden beides. Die Platte lebt von Emotionen, ohne kitschig zu werden. Sie lebt von Druck, ohne stumpf zu klingen.

Mit „Feels“ zeigen HARSH, dass sie deutlich mehr sind als eine weitere Nachwuchsband im Retro-Rock-Kosmos. Das Album klingt wie der nächste logische Schritt einer Band, die verstanden hat, dass gute Hardrock-Songs nicht nur laut sein müssen. Sie müssen etwas transportieren. Genau das gelingt HARSH auf dieser Platte erstaunlich oft.

Text CK

Harsh
Feels

Label: Fireflash Records/Edel
VÖ: 03.07.2026
Genre: Rock
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