Frontmann Fred Durst von Limp Bizkit steht live auf der Bühne des Zeltfestivals Rhein-Neckar in Mannheim und singt ins Mikrofon.

Limp Bizkit beim Zeltfestival Mannheim: Ein Nu-Metal-Abriss

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Schon lange vor dem ersten Riff stand fest: An diesem schwülen Dienstagabend wird das Palastzelt auf dem Mannheimer Maimarktgelände an seine physische Belastungsgrenze stoßen. Seit Wochen meldete das Zeltfestival Rhein-Neckar für den 19. Juni 2018 ein restlos ausverkauftes Haus. Die Erwartungshaltung der Fans, die seit 2015 auf eine vollwertige Hallentour der Nu-Metal-Pioniere warten mussten, war unter der Kuppel fast greifbar. Als Fred Durst und seine Truppe schließlich die Bühne enterten, entlud sich die Spannung augenblicklich – es gab kein Halten mehr.

Rote Kappe und harte Riffs: Der Moshpit kocht sofort

Wer gedacht hätte, Limp Bizkit würden es nach all den Jahren vielleicht etwas ruhiger angehen lassen, wurde in den ersten Sekunden eines Besseren belehrt. Mit einer ohrenbetäubenden Mischung aus donnernden Beats, krachenden Gitarrenwänden und Hip-Hop-Flows fackelte die Band ein Live-Feuerwerk ab, das keine Anlaufzeit benötigte. Fred Durst spazierte in gewohnt rotziger Manier über die Bretter, stachelte die Menge an und hatte das Mannheimer Publikum fest im Griff. Als die ersten Töne von „Rollin‘“ und „My Generation“ durch die wuchtige PA drückten, brachen im vorderen Drittel sofort massive Moshpits auf. Die Menge sprang, grölte und feierte die lauten Helden ihrer Jugend.

Wes Borland als visuelles und musikalisches Zentrum

Ein Limp-Bizkit-Konzert ist jedoch weit mehr als eine reine One-Man-Show des Frontmanns. Auf der rechten Bühnenhälfte lieferte Gitarrist Wes Borland den perfekten, irren Kontrast. In seinem exzentrischen, komplett bemalten Outfit drosch er stoisch Riffs aus den Saiten, die live noch eine ganze Spur wuchtiger und dreckiger klangen als auf Platte. Gerade bei den großen Meilensteinen wie „Nookie“ oder dem treibenden, bedrohlichen „Take a Look Around“ bewies die Band, warum dieser spezielle Sound um die Jahrtausendwende weltweit die Arenen füllte. Die brachiale Energie übertrug sich nahtlos auf die dicht gedrängte, schwitzende Masse im Zelt.

Gnadenlose Hit-Maschine bis zur letzten Minute

Obwohl im Hintergrund angeblich schon länger an frischem Studio-Material geschraubt wurde, verzichtete die Band an diesem Abend komplett auf Experimente oder unbekannte Filler. Das Set konzentrierte sich voll auf die Klassiker, was die Fans mit bedingungsloser Textsicherheit dankten. Den ultimativen Höhepunkt fand der schweißtreibende, gut 90-minütige Abriss schließlich wenig überraschend bei „Break Stuff“. Das Palastzelt glich einem einzigen, wild hüpfenden Hexenkessel, in dem sich die letzte aufgestaute Energie restlos entlud. Als kurz darauf das Saallicht wieder anging, spuckte das Zelt tausende ausgepowerte, klitschnasse, aber sichtlich glückliche Fans in die laue Mannheimer Nacht aus.

Foto & Text © by Boris Korpak

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