Partystimmung bei La Ola Mannheim am 9. Juli 2016 mit Schlagerstars auf dem Maimarktgelände

La Ola Mannheim 2016: Schlagerparty unter freiem Himmel

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Sonnenbrillen auf, Arme hoch und möglichst wenig Gedanken an den Montag verschwenden. Am 9. Juli 2016 wird das Mannheimer Maimarktgelände wieder zur großen Open-Air-Tanzfläche. Bei La Ola Mannheim 2016 geben sich vom frühen Nachmittag bis in den späten Abend Party- und Popschlager-Acts praktisch stündlich das Mikrofon weiter. Jürgen Drews, Mickie Krause, Oli P., Jürgen Milski, Marry, Markus, Almklausi, Jörn Schlönvoigt und die Schlagermafia sorgen für einen langen Sommertag, bei dem vor der Bühne kaum jemand auf musikalische Feinheiten wartet. Hier geht es ums Feiern. Und das funktioniert. Ein zeitgenössischer Rückblick beschreibt die zweite Mannheimer La-Ola-Ausgabe entsprechend mit Sommer, Sonnenschein und ausgelassener Partystimmung. 

Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr zuvor kehrt das Festival damit erneut ins Rhein-Neckar-Delta zurück. Die Idee bleibt denkbar einfach: ein großes Gelände, bekannte Refrains, kurze Umbauzeiten und ein Line-up, das zwischen klassischem Schlager, Mallorca-Party und Pop keine komplizierten Grenzen zieht. Ab 14 Uhr läuft das Bühnenprogramm, moderiert wird der Tag von Oli P., der später selbst zum Mikrofon greift. Gegen 23 Uhr soll Schluss sein. Bis dahin liegt ein kompletter Partymarathon vor Mannheim. 

Die Schlagermafia eröffnet, Markus bringt die Achtziger mit

Den Anfang macht am Nachmittag Die Schlagermafia. Eine Stunde später übernimmt Almklausi, und schon früh wird deutlich, wie das Festival funktioniert: lange Pausen sind nicht vorgesehen. Ein Künstler geht, der nächste kommt. Getränke holen muss taktisch geplant werden.

Um 16 Uhr steht mit Markus plötzlich ein Stück Neue Deutsche Welle auf der Bühne. Der Sänger gehört seit „Ich will Spaß“ zu den bekanntesten Namen dieser Ära und bringt damit einen anderen Farbton in das ansonsten stark von modernem Party- und Popschlager geprägte Programm. Danach übernimmt Marry, die das Tempo wieder klar in Richtung Tanzfläche verschiebt. Das Publikum vor der Bühne ist längst in Bewegung, Hände wandern nach oben und irgendwo findet sich immer jemand, der den nächsten Refrain schon vor dem ersten Ton mitsingt. Der veröffentlichte Ablauf führte die Acts tatsächlich im Stundentakt von 14 bis 22 Uhr auf die Bühne. 

Jörn Schlönvoigt und Jürgen Milski halten die Party am Laufen

Gegen 18 Uhr folgt Jörn Schlönvoigt. Vielen ist er vor allem aus dem Fernsehen bekannt, doch an diesem Samstag gehört die Bühne seiner musikalischen Seite. Eine Stunde später übernimmt Jürgen Milski, bei dem zwischen Sänger, Moderator und Stimmungsmacher ohnehin kaum noch sauber zu trennen ist. Genau deshalb passt er zu La Ola.

Das Gelände lebt zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr nur von dem, was unmittelbar auf der Bühne passiert. Überall stehen Gruppen zusammen, es wird getanzt, fotografiert, angestoßen. Luftige Sommerkleidung statt Konzertjacke, Sonnenlicht statt Hallendecke. Das Open-Air-Konzept macht aus den einzelnen Auftritten einen langen Festivaltag und nicht bloß eine Folge kurzer Schlagerkonzerte. Dass die Bilder des damaligen Tages fast ausschließlich lachende, tanzende und feiernde Besucher zeigen, passt zur Atmosphäre. 

Oli P. wechselt vom Moderator zum Sänger

Oli P. führt nicht nur durch das Programm. Um 20 Uhr tauscht er die Moderatorenrolle gegen den eigenen Auftritt. Für viele im Publikum gehört seine Karriere längst zur Popnostalgie der späten Neunziger und frühen 2000er, gleichzeitig funktioniert er bei einem solchen Festival als Bindeglied zwischen den Generationen.

Kaum ist sein Slot vorbei, beginnt die Phase, auf die ein beträchtlicher Teil des Geländes gewartet hat. Zwei Namen stehen noch auf dem Ablaufplan.

Mickie Krause.

Jürgen Drews.

Mehr Mallorca geht an einem Mannheimer Sommerabend kaum.

Mickie Krause übernimmt die vorletzte Runde

Um 21 Uhr kommt Mickie Krause. Jetzt braucht niemand mehr eine Anleitung, wie La Ola gedacht ist. Die Hände sind oben, vorne wird getanzt und selbst weiter hinten bleibt kaum jemand völlig unbeteiligt. Krause gehört seit Jahren zu den zuverlässigsten Stimmungsmachern der deutschen Partyszene und findet hier genau das passende Umfeld.

Die Mischung aus Ironie, leicht mitsingbaren Refrains und bewusst überdrehter Partystimmung funktioniert unter freiem Himmel noch einmal anders als in einer Konzerthalle. Es gibt keine Sitzplätze, die jemanden zurückhalten. Keine dunklen Ränge. Vor der Bühne liegt ein offenes Festivalgelände, und Krause nutzt diesen Raum. Die zeitgenössische Berichterstattung nannte ihn gemeinsam mit Jürgen Drews ausdrücklich als einen der zentralen Stars der zweiten Mannheimer La-Ola-Ausgabe. 

Jürgen Drews setzt den Schlusspunkt

Kurz nach 22 Uhr gehört die Bühne schließlich Jürgen Drews. Der selbsternannte König von Mallorca ist der logische Schlussact eines Tages, an dem Party- und Popschlager fast zehn Stunden lang den Takt vorgegeben haben. Drews muss in diesem Umfeld niemandem mehr erklären, wer er ist. Seine jahrzehntelange Karriere und die Verbindung zur Mallorca-Partyszene machen ihn zum natürlichen Finale.

Jetzt ist die Sonne längst verschwunden, aber müde wirkt das Maimarktgelände noch nicht. Noch einmal wird gesungen, noch einmal wandern die Arme nach oben. Was am frühen Nachmittag mit der Schlagermafia begonnen hat, endet mit einem Künstler, dessen Songs mehrere Generationen solcher Partys begleitet haben. Der offizielle Zeitplan sah seinen Auftritt ab 22 Uhr vor, ehe gegen 23 Uhr das Festivalende angesetzt war. 

La Ola versucht an diesem Tag gar nicht erst, etwas anderes zu sein als eine große Sommerparty.

Genau deshalb funktioniert sie. Sonne über Mannheim, Schlager aus den Boxen und vor der Bühne eine einzige lange Welle.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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