Darsteller von Monster High Live am 6. Mai 2016 bei der Musicalshow im Rosengarten Mannheim

Monster High Live in Mannheim: Tanzparty der Monster

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Bunte Haare, schräge Kostüme, bleiche Gesichter und jede Menge Bewegung. Wer am 6. Mai 2016 den Rosengarten Mannheim betrat, landete für einen Nachmittag direkt auf den Fluren der Monster High. Draculaura, Frankie Stein, Clawdeen Wolf und ihre Freunde waren von Spielzeug, Büchern und Bildschirm auf die Bühne gewechselt. Monster High Live in Mannheim verband Musical, Tanz und Show zu einem Familienerlebnis, das vor allem die jungen Fans kaum lange auf ihren Sitzen hielt. Beginn der Vorstellung war bereits um 17 Uhr. 

Ursprünglich sollte das Gastspiel in der SAP Arena stattfinden. Im Februar war die Produktion jedoch in den Rosengarten Mannheim verlegt worden. Der Termin blieb bestehen. Für die Show erwies sich der kompaktere Rahmen als passend: Die farbenfrohen Figuren rückten näher ans Publikum, Choreografien und Kostüme ließen sich unmittelbar verfolgen und die jungen Monster-High-Fans waren schnell mitten im Geschehen. 

Ein Tanzwettbewerb sorgt für Aufregung an der Monster High

Die Geschichte beginnt mit einer Ankündigung der kopflosen Schulleiterin Bloodgood. An der Monster High steht ein besonderes Ereignis bevor: der nur alle hundert Jahre ausgetragene Tanzwettbewerb. Für Draculaura, Frankie Stein, Clawdeen Wolf und den Rest der Clique klingt das zunächst nach einer perfekten Gelegenheit für Musik, ausgefallene Outfits und spektakuläre Tanznummern.

Natürlich läuft nichts nach Plan. Während der Vorbereitungen geschehen merkwürdige Dinge, die Freunde müssen sich immer neuen Herausforderungen stellen und neben dem großen Wettbewerb beschäftigen sie jene Probleme, die trotz aller Monster-Gene erstaunlich menschlich wirken: Schule, Freundschaft, Gerüchte, erste Liebe und die Frage, ob man einfach so sein darf, wie man ist. 

Damit blieb die Geschichte auch für jüngere Zuschauer leicht nachvollziehbar. Es ging nicht darum, eine komplizierte Musicalhandlung zu entwirren. Die Bühne gehörte den Charakteren, ihrem Zusammenhalt und vor allem der nächsten großen Tanznummer.

Draculaura, Frankie Stein und Clawdeen Wolf werden lebendig

Optisch hatte Monster High Live reichlich zu bieten. Knallige Perücken, aufwendig geschminkte Gesichter und Kostüme mit Streifen, Karos, Totenköpfen und kräftigen Farben ließen die bekannten Figuren sofort erkennen. Das Bühnenbild griff die typische düster-verspielte Schulwelt der Marke auf und wurde durch Licht- und Videoprojektionen immer wieder verändert.

Gerade bei einer Produktion, deren Figuren viele Kinder bis dahin hauptsächlich als Puppen oder aus Animationsgeschichten kannten, war dieser Übergang spannend. Plötzlich stand Frankie Stein tatsächlich auf der Bühne. Draculaura tanzte wenige Meter entfernt. Clawdeen Wolf bewegte sich durch eine echte Kulisse.

Die Sänger und Tänzer hielten das Tempo entsprechend hoch. Choreografien, Dance-Moves, Musik und Spezialeffekte wechselten sich schnell ab, sodass sich die Inszenierung weniger wie klassisches Kindertheater und stärker wie eine moderne Pop-Musicalshow anfühlte. 

Der Rosengarten wird zur Monster-High-Schule

Besonders vorne im Saal war schnell zu sehen, wie vertraut viele Kinder mit den Figuren waren. Die extravaganten Outfits auf der Bühne fanden sich teilweise auch im Publikum wieder. Verkleiden war bei der Tour ausdrücklich erwünscht und passte perfekt zu einer Show, die Anderssein nicht verstecken, sondern feiern wollte. 

Das war auch die angenehmste Botschaft hinter all dem bunten Grusel. Monster High lebte von Figuren, die gerade wegen ihrer Unterschiede zusammengehörten. In der Bühnengeschichte wurden Freundschaft, Mut, Akzeptanz und Zusammenhalt deshalb stärker, je näher das Finale rückte. Niemand musste normal werden, um Teil der Clique zu sein. 

Dazu passte die ausgelassene Atmosphäre im Rosengarten. Musik setzte ein, die Darsteller begannen zu tanzen und im Publikum wippten die ersten Reihen unmittelbar mit. Ein Musical zum ehrfürchtigen Stillhalten war das nicht.

Beim Finale zählt vor allem die Freundschaft

Je näher der Tanzwettbewerb rückte, desto größer wurde die Show. Die verschiedenen Handlungsstränge fanden zusammen, die Monsterclique musste ihre Probleme lösen und schließlich zeigte sich, worauf die Geschichte von Anfang an hinauslief: Gemeinsamkeit schlägt Konkurrenz.

Das Finale bündelte noch einmal die Stärken der Produktion. Farben, Kostüme, Tanz und Musik wurden größer, die komplette Monsterclique kam zusammen und aus der Schulgeschichte wurde eine ausgelassene Abschlussnummer. Die jungen Zuschauer hatten längst ihre Favoriten gefunden.

„Monster High Live“ wollte keinen echten Schrecken verbreiten. Dafür war alles viel zu bunt, verspielt und fröhlich.

Ein bisschen gruselig durfte es trotzdem sein. Schließlich war Schule noch nie ganz ungefährlich.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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