
Monster Magnet in Wiesbaden: Powertrip zurück im Schlachthof
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Am 13. Februar 2020 rückten Monster Magnet im Schlachthof Wiesbaden eines der wichtigsten Alben ihrer Karriere in den Mittelpunkt. Die „Powertrip A Celebration!“-Tour führte Dave Wyndorf und seine Band noch einmal tief in das 1998 veröffentlichte Material zurück, das Monster Magnet international den kommerziellen Durchbruch brachte. Als Support eröffneten die New York Wannabes den Abend.
Für Monster Magnet war das keine gewöhnliche Retrospektive. „Powertrip“ markierte Ende der 1990er eine Phase, in der die psychedelischen Wurzeln der Band stärker mit geradlinigem Hard Rock und Heavy Metal verschmolzen. Das Album erreichte Platz 97 der US-Billboard-Charts und wurde in den USA mit Gold ausgezeichnet; „Space Lord“ entwickelte sich zum bekanntesten Song der Band.
„Powertrip“ bestimmt den Sound des Abends
Die Wiesbadener Setlist machte den Schwerpunkt früh deutlich. Nach „Goliath and the Vampires“ vom Band eröffnete die Band mit „Atomic Clock“, gefolgt von „Tractor“ und „Crop Circle“. Alle drei Stücke stammen aus der „Powertrip“-Phase und zeigen unterschiedliche Seiten jenes Sounds, mit dem Monster Magnet damals ihre psychedelischen Einflüsse in deutlich kompaktere Rockstrukturen überführten.
Gerade live lebt dieses Material von seiner physischen Wirkung. Die Gitarren stehen breit und schwer im Raum, während Dave Wyndorfs Gesang zwischen lakonischer Coolness und aggressiverem Druck wechselt. Monster Magnet brauchen dafür keine besonders komplexe Bühnendramaturgie. Entscheidend sind Riff, Groove und Lautstärke.
Mit „Temple of Your Dreams“, „3rd Eye Landslide“ und „See You in Hell“ blieb die Band zunächst konsequent beim Jubiläumsalbum. Die Stücke verdeutlichten zugleich, dass „Powertrip“ keineswegs nur aus den bekannten Singles besteht. Zwischen eingängigen Hooks finden sich längere psychedelische Passagen, repetitive Gitarrenfiguren und jene Space-Rock-Elemente, die Monster Magnet schon vor dem Album geprägt hatten.
Dave Wyndorf bleibt das Zentrum von Monster Magnet
Seit der Gründung Ende der 1980er ist Dave Wyndorf die prägende Figur der Band. Auch auf der Europatour 2020 stand seine Mischung aus Gesang, Gitarre und ausgeprägter Frontmann-Präsenz im Zentrum. Zur damaligen Tourbesetzung gehörten unter anderem Phil Caivano, Garrett Sweeney, Bob Pantella und Alec Morton.
Bei „Baby Götterdämerung“ und dem ausgedehnteren „Bummer“ zeigte sich besonders gut, wie Monster Magnet ihre Songs live aufbauen. Die Musik arbeitet mit Wiederholungen und stetig wachsendem Druck, bevor sich die Spannung in schweren Gitarrenpassagen entlädt. Das hat mit klassischem Stoner Rock zu tun, greift aber ebenso auf Psychedelic-, Hard- und Space-Rock zurück.
Diese stilistische Offenheit gehört seit Jahrzehnten zum Kern der Band. Gerade deshalb wirkt der Begriff Stoner Rock bei Monster Magnet immer etwas zu eng. „Powertrip“ brachte die einzelnen Einflüsse 1998 stärker auf den Punkt und verschob das Verhältnis hin zu direkteren Songs, ohne die psychedelische Grundlage vollständig aufzugeben.
„Powertrip“ und „Space Lord“ liefern die erwarteten Höhepunkte
Im letzten Abschnitt des regulären Sets standen schließlich die beiden Titel, die am stärksten mit dem Album verbunden sind. Zunächst „Powertrip“, danach „Space Lord“. Gerade letzterer wurde Ende der 1990er zum internationalen Aushängeschild von Monster Magnet und blieb auch mehr als zwei Jahrzehnte später ein fester Bezugspunkt ihrer Live-Shows.
Der Konzertabend endete damit allerdings nicht. In der Zugabe öffneten Monster Magnet das Programm über „Powertrip“ hinaus. „Twin Earth“ führte zurück zum Album „Superjudge“, anschließend folgte mit „The Right Stuff“ die von Monster Magnet interpretierte Robert-Calvert-Nummer. „Look to Your Orb for the Warning“ und „Negasonic Teenage Warhead“ vom 1995 veröffentlichten „Dopes to Infinity“ bildeten den letzten Block.
Damit setzte die Band einen sinnvollen Kontrapunkt zum vorherigen Albumfokus. Der Blick zurück auf „Powertrip“ stand zwar klar im Zentrum, die Zugaben erinnerten aber daran, dass dessen Erfolg auf einer musikalischen Entwicklung aufbaute, die Monster Magnet bereits Jahre zuvor begonnen hatten.
Setlist Monster Magnet im Schlachthof Wiesbaden
Atomic Clock
Tractor
Crop Circle
Temple of Your Dreams
3rd Eye Landslide
See You in Hell
Baby Götterdämerung
Bummer
Powertrip
Space Lord
Zugabe:
Twin Earth
The Right Stuff
Look to Your Orb for the Warning
Negasonic Teenage Warhead
Text & Foto © Jan Heesch














