Die Pop-Sängerin Namika singt am Mikrofon auf einer kleinen Bühne während ihres exklusiven RPR1. Wohnzimmerkonzerts vor Publikum.

Namika ganz nah: So war das exklusive RPR1. Wohnzimmerkonzert

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Wer es auf die Gästeliste für das RPR1. Wohnzimmer schafft, weiß, dass ihn kein gewöhnliches Konzert erwartet. Keine Absperrgitter, kein riesiger Fotograben, stattdessen intime Club-Atmosphäre und direkter Blickkontakt zur Bühne. Am 10. Juni 2018 gehörte dieses besondere Setting einer Künstlerin, die genau diese Nähe zum Publikum spielend leicht für sich zu nutzen weiß: Namika.

Ein Comeback im denkbar intimsten Rahmen

Drei Jahre nach dem durchschlagenden Erfolg ihres Debütalbums stand an diesem Abend mehr als nur ein routinierter Promo-Auftritt auf dem Zettel. Es war eine musikalische Rückmeldung. Und die fiel im kompakten RPR1. Studio bemerkenswert ehrlich aus. Statt sich hinter einer massiven Bühnenproduktion zu verstecken, ließ die Frankfurterin an diesem Abend vor allem ihre sanfte, aber im Kern enorm durchsetzungsfähige Stimme für sich sprechen. Wer Namika noch als reines Pop-Phänomen von 2015 auf dem Schirm hatte, erlebte an diesem Abend eine sichtlich gereifte Musikerin, die ihr Handwerk versteht.

Die Mischung macht’s: Von „Lieblingsmensch“ bis „Je ne parle pas français“

Die Setlist des Abends fühlte sich an wie eine gut kuratierte Reise durch ihr Schaffen. Als die ersten Akkorde ihres Über-Hits „Lieblingsmensch“ anklangen, ging sofort ein Ruck durch die Reihen. Doch der Song wirkte im kleinen Studio-Setting keinesfalls abgedroschen. Vielmehr entfaltete er durch die reduzierte Akustik eine fast schon melancholische, sehr direkte Wärme, die das Publikum sofort einfing.

Dass sie musikalisch jedoch längst ein paar Schritte weiter ist, bewies Namika spätestens bei „Je ne parle pas français“. Der Track brachte augenblicklich eine lockere Leichtigkeit in den Raum. Der geschickte Wechsel zwischen modernem deutschen Pop-Entwurf und französischer Sprachmelodie funktionierte live hervorragend. Die geladenen Gäste wippten im Takt, die Stimmung war durchweg ausgelassen, blieb dabei aber immer voll fokussiert auf das Geschehen auf den Brettern.

Eine spürbare Verbindung zwischen Bühne und Fans

Was dieses Wohnzimmerkonzert so stark machte, war die ständige Interaktion. Keine einstudierten Stadion-Ansagen, sondern kleine Gesten und echte Reaktionen auf das handverlesene Publikum. Namika hatte die Menge vom ersten Moment an fest im Griff, ohne sich aufdrängen zu müssen.

Als nach dem dichten, energiegeladenen Set die letzten Töne im Studio verklangen und der Applaus aufbrandete, blieb das Gefühl zurück, nicht einfach nur ein Konzert konsumiert, sondern einen echten, authentischen Musikmoment geteilt zu haben. Ein starker Auftritt einer Künstlerin, die an diesem Abend bewies, dass guter deutschsprachiger Pop vor allem dann richtig zündet, wenn er nahbar bleibt.

Foto & Text © by Boris Korpak

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