Chad Kroeger von Nickelback singt und spielt live Gitarre auf der großen Bühne bei einem Konzert in der Festhalle Frankfurt.

Nickelback live in der Festhalle Frankfurt: Eine amtliche Rockstar-Party

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Wenn eine der kommerziell erfolgreichsten Rockbands der Nullerjahre in die Mainmetropole lädt, sind die Erwartungen entsprechend hoch. Nickelback brachten auf ihrer aktuellen Tournee ein gewaltiges Hit-Paket mit in die Festhalle Frankfurt. Als musikalische Unterstützung hatte sich das kanadische Quartett die Post-Grunge-Veteranen von Seether eingeladen – eine stilistisch absolut treffende Wahl, um das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen.

Seether im Dunkeln: Ein massiver, aber trüber Sound

Die Südafrikaner um Frontmann Shaun Morgan liefern seit Jahren verlässlichen, harten Rock. Musikalisch machten Seether auch an diesem Abend keine halben Sachen, allerdings spielte die Technik während des Support-Sets nicht ganz mit. Der Sound wummerte sehr basslastig und streckenweise blechern durch das Rund der Festhalle. Erschwerend kam hinzu, dass die Lichtregie die Musiker fast durchgehend im Halbdunkel stehen ließ, was die Verbindung zum Publikum spürbar erschwerte. Eine solide musikalische Leistung, die durch die suboptimalen Rahmenbedingungen jedoch etwas gedämpft wurde.

Klarer Klang und spürbare Spielfreude beim Headliner

Das Blatt wendete sich komplett, als der Vorhang für Nickelback fiel. Die Tontechniker hatten offensichtlich die richtigen Stellschrauben gefunden: Plötzlich drückte ein glasklarer, differenzierter Sound aus den Boxen, und auch die opulente Lichtshow setzte die Musiker perfekt in Szene.

Von Routine oder Abnutzungserscheinungen war bei Chad Kroeger und seinen Bandkollegen keine Spur zu sehen. Im Gegenteil: Das Quartett feierte den Abend, als stünden sie zum ersten oder vielleicht letzten Mal auf einer so großen Bühne. Die Spielfreude war greifbar. Kroeger suchte unentwegt den Kontakt zu den Fans, warf mit lockeren Sprüchen um sich und bewies dabei eine ordentliche Portion Selbstironie. Hier nahm sich niemand auf der Bühne zu ernst, was der ohnehin schon lockeren Stimmung in der Halle einen zusätzlichen Schub verpasste.

Fans im Rampenlicht: Magische Momente bei „Rockstar“ und „Animals“

Wie nah die Band ihren Fans wirklich ist, zeigte sich bei den absoluten Fan-Favoriten des Abends. Für den Welthit „Rockstar“ holte Chad Kroeger kurzerhand zwei Zuschauer – Tobias und eine weitere Dame – auf die Bühne, um den Song gemeinsam zu performen. Auch ein kleines Mädchen aus den vorderen Reihen hatte sich euphorisch gemeldet. Kroeger lehnte jedoch augenzwinkernd ab: Es fühle sich einfach falsch an, ein Kind bei Textzeilen über Drogen und Sex ins Rampenlicht zu zerren. Da der enttäuschte Blick des Mädchens den Sänger aber offenbar nicht losließ, spazierte er später kurzerhand in den Fotograben, um den Refrain dort unten, auf Augenhöhe, gemeinsam mit ihr zu singen. Ein unvergesslicher Augenblick, der lauten Jubel erntete.

Noch eine Schippe drauf legte ein Fan namens Mark. Er durfte für den treibenden Track „Animals“ auf die Bühne kommen und sich eine Gitarre umhängen. Wer nun dachte, hier würde jemand vor Nervosität keinen sauberen Akkord greifen, irrte gewaltig. Mark rockte das Riff mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit runter und bewegte sich über die Bretter, als wäre er schon seit Jahren festes Mitglied der Band.

Hitfeuerwerk vor imposanter Kulisse

Die Setlist ließ erwartungsgemäß keine Wünsche offen und pflügte einmal quer durch die Diskografie der Kanadier. Neben den energetischen Rock-Nummern durften natürlich auch die großen Balladen und Radio-Hymnen wie „Someday“, „What Are You Waiting For?“ und das unvermeidliche „How You Remind Me“ nicht fehlen. Optisch wurde jeder Song durch maßgeschneiderte Video-Einspieler und eine durchdachte Licht- und Laserproduktion abgerundet, die das Geschehen auf der Bühne wuchtig untermalte, ohne davon abzulenken. Nach einem schweißtreibenden Set endete der Abend in Frankfurt laut, leuchtend und mit dem Beweis, dass Nickelback live eine absolut verlässliche Bank sind.

Foto © by Boris Korpak / Text © Jan Heesch

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