
NASCAR am Hockenheimring: V8-Sound beim American Fan Fest
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Schon beim Start wird klar, dass dieser Samstag nicht gemütlich werden dürfte. Mehr als 400 PS starke Stockcars stürmen dicht nebeneinander auf die erste Kurve zu, V8-Motoren donnern über die Tribünen und im Feld bleibt kaum Platz für Fehler. Am 29. Juli 2017 feiert die NASCAR Whelen Euro Series beim American Fan Fest ihre Premiere auf dem Hockenheimring. Und die liefert gleich reichlich Action.
Ford Mustang, Chevrolet SS und Toyota Camry statt Formelwagen. Dazu US-Cars im Fahrerlager, Showprogramm und jede Menge amerikanisches Motorsport-Flair. Für die Fans rund um den 3,692 Kilometer langen Kurs fühlt sich Hockenheim an diesem Wochenende ein gutes Stück anders an.
Alon Day holt die Pole, Borja Garcia gewinnt
Am Vormittag setzt zunächst Alon Day die Bestmarke. Im Chevrolet SS fährt der Israeli in der Superpole eine 1:31,825 und startet damit vor Borja Garcia und Anthony Kumpen aus der ersten Reihe. Frédéric Gabillon folgt auf Position vier.
Im Rennen dreht Garcia die Reihenfolge um.
Der Spanier übernimmt mit seinem Ford Mustang die Spitze und gibt sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Einfach macht es ihm der amtierende Champion Anthony Kumpen allerdings nicht. Runde für Runde bleibt der Chevrolet des Belgiers in Schlagdistanz, wartet auf eine Lücke und erhöht den Druck.
Die kommt nicht.
Mit gerade einmal 1,220 Sekunden Vorsprung bringt Garcia seinen Mustang über die Linie und schreibt sich damit als erster Sieger eines NASCAR-Whelen-Euro-Series-Rennens auf dem Hockenheimring in die Ergebnislisten ein. Kumpen wird Zweiter, Frédéric Gabillon fährt auf Rang drei. Pole-Setter Alon Day muss sich mit Platz vier zufriedengeben.
Kollisionen sorgen für reichlich Arbeit
Hinter der Spitze geht es deutlich weniger geordnet zu.
Schon nach dem Start kommt es zu mehreren Berührungen. Auch der Deutsche Patrick Simon wird in eine Kollision verwickelt und beschädigt die Front seines Chevrolet schwer. Später trifft es Eric De Doncker und Carlo Alberto Forte noch heftiger: De Doncker dreht sich, Forte kann nicht mehr ausweichen und schlägt seitlich ein. Das Rennen muss schließlich vorzeitig beendet werden.
Genau solche Szenen machen den Unterschied zu vielen klassischen europäischen Rundstreckenserien sichtbar. Die schweren Stockcars fahren eng, Körperkontakt gehört schneller zum Rennen und selbst kleine Fehler können ein Feld innerhalb weniger Sekunden komplett durcheinanderwürfeln.
Für die Zuschauer gibt es kaum Zeit zum Wegschauen.
Auch ein deutscher Fahrer kann sich am Samstag über ein gutes Ergebnis freuen. Marko Stipp bringt seinen Chevrolet auf Platz zwölf ins Ziel und wird Zweiter in der Challenger-Wertung.
Thomas Ferrando gewinnt den Krimi der Elite 2
Wer nach dem Elite-1-Lauf glaubt, das sei bereits genug Action für einen Tag gewesen, bekommt in der Elite 2 die nächste Portion serviert.
Thomas Ferrando, Guillaume Dumarey, Maciej Dreszer und Nicki Petersen liefern sich an der Spitze einen engen Kampf. Petersen übernimmt zwischenzeitlich sogar die Führung, verliert Platz eins nach einem harten Duell aber wieder an Ferrando. Ein schleichender Plattfuß zwingt den Dänen später an die Box und wirft ihn bis auf Rang 15 zurück.
Vorne wird es nicht ruhiger.
Dreszer liegt zeitweise in Führung, ehe Dumarey ihn kurz vor Schluss dreht. Die Rennleitung bestraft den Belgier für die Aktion. Dadurch rückt Dreszer wieder auf Platz zwei vor, Jean-Baptiste Simmenauer komplettiert die ersten drei. Thomas Ferrando behält in diesem Durcheinander die Oberhand und gewinnt den siebten Saisonlauf der Elite 2.
Für Ferrando ist dieser Sieg besonders wertvoll. Er reist als Tabellenführer nach Hockenheim und kann seine Position vor den Playoffs weiter festigen. Die Deutschland-Runde bildet das letzte Wochenende der regulären Saison, bevor im September die entscheidende Meisterschaftsphase beginnt.
Amerikanisches Motorsport-Flair mitten in Hockenheim
Auf der Strecke ist NASCAR der Mittelpunkt. Rundherum versucht das American Fan Fest aber bewusst mehr zu sein als ein gewöhnliches Rennwochenende.
Im Infield stehen US-Cars und Rennfahrzeuge, Showacts begleiten die Rennen und auch das Rahmenprogramm hält die Besucher zwischen den NASCAR-Läufen auf dem Gelände. Tausende Fans kommen am Samstag zum Hockenheimring und sorgen schon bei der Premiere für gut gefüllte Tribünen.
Vor allem der Sound bleibt hängen.
Wenn das NASCAR-Feld geschlossen vorbeikommt, wird aus einzelnen V8-Motoren eine massive Wand aus Lärm. Keine feine Hochdrehzahl-Symphonie. Eher ein tiefes Grollen, das man auf der Tribüne nicht nur hört.
Man spürt es.
Und morgen geht es weiter. Am Sonntag stehen für Elite 1 und Elite 2 jeweils die zweiten Rennen des Wochenendes an. Nach diesem Samstag dürfte sich herumgesprochen haben, dass NASCAR und Hockenheim ziemlich gut zusammenpassen.
Ergebnisse NASCAR Hockenheimring am 29. Juli 2017
Elite 1:
- Borja Garcia – Ford Mustang
- Anthony Kumpen – Chevrolet SS
- Frédéric Gabillon – Ford Mustang
- Alon Day – Chevrolet SS
Elite 2:
- Thomas Ferrando – Ford Mustang
- Maciej Dreszer
- Jean-Baptiste Simmenauer














