ick Carter live bei seiner Who I Am Tour im Zoom Frankfurt

Nick Carter in Frankfurt: Nostalgie, Nähe und Backstreet-Boys-Hits

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Am 21. Juli 2024 wurde das Zoom Frankfurt zum Treffpunkt für rund 1.000 Fans, die einen Künstler erleben wollten, dessen Stimme für viele eng mit den 1990er-Jahren verbunden ist. Nick Carter in Frankfurt bedeutete an diesem Sonntagabend allerdings weit mehr als eine Backstreet-Boys-Nostalgieshow. Mit seiner „Who I Am“-Tour blickte der damals 44-jährige US-Sänger auf seine musikalische Geschichte zurück, spielte eigene Songs, Coverversionen und natürlich jene Hits, die ihn bereits als Teenager weltberühmt machten.

Gegen 20.30 Uhr war Schluss mit Warten. Ein längeres Intro setzte ein, dann erschien Carter auf der beleuchteten Showtreppe und eröffnete mit „Larger Than Life“. Die Reaktion ließ keinen Zweifel daran, welche Verbindung viele Besucherinnen und Besucher zu diesen Songs haben. Der Refrain kam laut aus dem Publikum zurück. Aufwärmphase? Überflüssig.

„Who I Am“ wird zur musikalischen Reise durch Nick Carters Leben

Der Titel der Tour war Programm. Carter erzählte seine Geschichte nicht in langen Monologen, sondern ließ Musik sprechen. Die Reise führte zurück zu seiner Kindheit, zu musikalischen Einflüssen der 1980er und schließlich zu jenem Moment, als er im Alter von 13 Jahren Teil der später weltweit erfolgreichen Backstreet Boys wurde.

Mit „Everybody Wants to Rule the World“ von Tears for Fears und Corey Harts „Sunglasses at Night“ griff er Songs auf, die ihn musikalisch geprägt haben. Später folgten seine eigenen Stücke „Get Over Me“ und „80’s Movie“. Auch „Don’t You (Forget About Me)“ von Simple Minds, Oasis’ „Wonderwall“ und Bon Jovis „Wanted Dead or Alive“ fanden ihren Platz.

Das hätte schnell nach beliebiger Cover-Show klingen können. Tat es aber nicht. Die Songs waren eingebettet in Carters persönliche Erzählung und machten deutlich, welche Musik ihn begleitet hat, bevor Millionen Menschen seinen Namen kannten.

Deutschland bleibt für Nick Carter ein besonderer Ort

Einer der persönlichsten Momente des Abends kam vor „I Got You“. Carter wandte sich direkt an das Publikum und sprach darüber, wie viel ihm Deutschland bedeutet. Sinngemäß erinnerte er daran, dass er durch seine Karriere zwar die ganze Welt bereist habe, aber nie vergessen werde, wo für ihn vieles begann: in Deutschland.

„Es ist unglaublich, hier zu sein. Es fühlt sich an, als ob ich nach Hause komme“, sagte Carter und verband seine Worte schließlich mit dem Titel des folgenden Songs: „I got you.“

Solche Momente funktionierten im vergleichsweise intimen Zoom anders als in großen Arenen. Man stand dichter an Carter, hörte seine Geschichten unmittelbarer und bekam einen Künstler zu sehen, der an diesem Abend keine riesige Boyband-Produktion brauchte. Gerade das machte den Reiz aus.

Backstreet-Boys-Hits bringen das Zoom Frankfurt zum Singen

Natürlich wusste jeder im Raum, dass die großen Backstreet-Boys-Songs kommen würden. Carter ließ sich damit Zeit.

„Shape of My Heart“, „Just Want You to Know“ und „Show Me the Meaning of Being Lonely“ sorgten bereits für reichlich Nostalgie. Bei „We’ve Got It Goin’ On“ ging es noch einmal zurück an den Anfang der Backstreet-Boys-Karriere, während „Quit Playing Games (With My Heart)“ zu jenen Songs gehörte, bei denen plötzlich sehr viele Stimmen im Zoom den eigentlichen Sänger unterstützten.

Dazwischen setzte Carter immer wieder Solomaterial. „Do I Have to Cry for You“, „Superman“, „Blow Your Mind“, „19 in 99“ und „Made for Us“ zeigten eine Seite des Sängers, die zwangsläufig weniger bekannt ist als die großen Boyband-Hymnen. Genau diese Mischung hielt den Abend zusammen. Nick Carter in Frankfurt war deshalb keine reine Reise in die Vergangenheit, auch wenn die Erinnerungen an die Hochphase der Backstreet Boys überall im Raum greifbar waren.

„I Want It That Way“ wird zum emotionalsten Moment des Abends

Für die Zugabe kehrte Carter mit „As Long as You Love Me“ auf die Bühne zurück. Danach folgte jener Moment, der weit über eine normale Konzertszene hinausging.

„I Want It That Way“ widmete Carter an diesem Abend Jenny, die mit einem Wünschewagen zum Konzert gekommen war. Während der Ballade ging er zu ihr, blieb direkt bei ihr und hielt ihre Hand. Ein stiller, sehr persönlicher Augenblick mitten in einem Konzert, das zuvor von Mitsingen, Erinnerungen und ausgelassener Stimmung gelebt hatte.

Dann änderte sich die Energie noch einmal komplett. „Everybody (Backstreet’s Back)“ setzte den letzten Punkt unter den Abend. Der Song braucht nach fast drei Jahrzehnten kaum eine Einladung. Die ersten Takte reichen, und ein ganzer Raum weiß, was zu tun ist.

Setlist von Nick Carter im Zoom Frankfurt

  1. Larger Than Life
  2. Everybody Wants to Rule the World
  3. Sunglasses at Night
  4. Get Over Me
  5. 80’s Movie
  6. Don’t You (Forget About Me)
  7. I Got You
  8. Shape of My Heart
  9. I Need You Tonight
  10. Do I Have to Cry for You
  11. Superman
  12. Help Me
  13. Wonderwall
  14. Wanted Dead or Alive
  15. Just Want You to Know
  16. Blow Your Mind
  17. Show Me the Meaning of Being Lonely
  18. We’ve Got It Goin’ On
  19. 19 in 99
  20. Quit Playing Games (With My Heart)
  21. Made for Us
  22. As Long as You Love Me
  23. I Want It That Way
  24. Everybody (Backstreet’s Back)

Text & Fotos © Kristina Kuhfs

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