
Rheinland-Pfalz Olé in Zweibrücken: Party im Strandkorb
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Mallorca lag am 6. August 2021 für ein paar Stunden erstaunlich nah an Zweibrücken. Beim Strandkorb Open Air auf dem TRIWO Flugplatz zog die Rheinland-Pfalz Olé ein und brachte Partyschlager, bekannte Ballermann-Hits und reichlich Feierlaune auf das weitläufige Gelände. Mia Julia, Michelle, Lorenz Büffel, Norman Langen, Frenzy, Stereoact, Jenice und Specktakel gehörten zum Programm, durch den Abend führte DJ Christian Schall. Der Termin war Teil der Olé-Party-Tour, die 2021 in das Strandkorb-Open-Air-Konzept integriert wurde.
Ungewohnt war nur die Kulisse. Statt dicht gedrängter Menschenmengen standen auf dem Flugplatz hunderte Strandkörbe mit Abstand voneinander. Rund 800 Stück waren für die Zweibrücker Konzertreihe vorgesehen.
Partystimmung mit eingebauter Sitzgelegenheit also.
Lange sitzen blieb trotzdem kaum jemand.
Mia Julia bringt Mallorca nach Zweibrücken
Wenn Mia Julia auf einer Partybühne steht, muss sie ihrem Publikum normalerweise nicht lange erklären, was zu tun ist.
Auch in Zweibrücken ging es schnell nach vorne. Songs wie „M.I.A. Meine Gang“ und „Mallorca (Da bin ich daheim)“ lieferten genau jene Mischung aus Partyschlager, elektronischen Beats und großen Refrains, für die ihre Auftritte bekannt sind.
Die Strandkörbe wurden dabei zunehmend zur Nebensache.
Vor ihnen wurde getanzt, mitgesungen und gefeiert. Natürlich unter den besonderen Bedingungen des Sommers 2021, als Abstände und feste Bereiche bei Veranstaltungen weiterhin zum Alltag gehörten. Das Strandkorb Open Air lief in Zweibrücken vom 30. Juli bis 29. August und sollte genau unter diesen Bedingungen größere Liveveranstaltungen wieder möglich machen.
Mia Julia machte daraus keine zurückhaltende Version einer Mallorca-Party.
Vollgas ging offenbar auch mit Strandkorb.
Michelle bringt Schlager zwischen die Partyhits
Mit Michelle bekam der Nachmittag und Abend eine andere musikalische Farbe.
Die Sängerin stand für den klassischen deutschen Schlager im Line-up und brachte unter anderem bekannte Songs wie „Paris“ und „Du Idiot“ mit nach Zweibrücken. Damit wechselte das Programm immer wieder zwischen Mallorca-Eskalation und großen Schlagerrefrains.
Gerade diese Mischung gehört zum Konzept der Olé-Partys.
Nicht jeder Act klingt gleich. Aber jeder soll innerhalb weniger Minuten dafür sorgen, dass die Menschen vor der Bühne mitmachen.
Michelle musste dafür auf Jahrzehnte Bühnenerfahrung zurückgreifen. Große Gesten, direkte Ansprache und Melodien, die viele Besucher schon nach den ersten Takten erkannten.
Dann wurde wieder gewechselt.
Nächster Act. Nächster Hit.
Lorenz Büffel lässt Johnny Däpp los
Bei Lorenz Büffel war spätestens klar, in welche Richtung es wieder ging.
„Doppelhorn“.
Und natürlich „Johnny Däpp“.
Letzterer gehört seit seinem großen Erfolg 2016 zu den bekanntesten Titeln der modernen Mallorca-Partyszene. In Zweibrücken funktionierte das erwartungsgemäß: Refrain an, Arme hoch.
Mehr braucht dieser Song live eigentlich nicht.
Der Flugplatz verwandelte sich dabei zunehmend in jene Mallorca-Meile, die das Veranstaltungskonzept versprochen hatte. Nur eben mit deutlich mehr Abstand zwischen den einzelnen Partygruppen als am Ballermann.
Ein sonderbares Bild.
Aber nach den Monaten zuvor war Normalität ohnehin relativ.
Norman Langen, Frenzy und Stereoact halten das Tempo hoch
Auch Norman Langen, Frenzy und Stereoact sorgten dafür, dass zwischen den großen Namen keine längeren Ruhephasen entstanden.
Norman Langen brachte Schlager ins Programm, Frenzy stand für die jüngere Partyschlager-Generation. Stereoact wiederum verbinden seit Jahren elektronische Dance-Produktionen mit deutschsprachigem Pop und Schlager.
Mit Jenice und Specktakel kamen weitere Acts hinzu, während DJ Christian Schall die einzelnen Auftritte verband und dafür sorgte, dass zwischen den Künstlerwechseln keine wirkliche Pause entstand.
Genau darin unterscheidet sich eine Olé-Party von einem klassischen Festival.
Hier wartet kaum jemand zwanzig Minuten auf den nächsten Umbau. Die Musik soll weiterlaufen.
Und die Party ebenfalls.
Strandkorb statt Ballermann
Die besondere Situation des Sommers 2021 blieb trotzdem sichtbar.
Das Strandkorb Open Air war als pandemietaugliches Veranstaltungskonzept entstanden. In Zweibrücken konnten bei den einzelnen Veranstaltungen etwa 3.200 Besucher auf dem Flugplatz dabei sein, verteilt auf rund 800 Strandkörbe.
Für einen ruhigen Singer-Songwriter-Abend passt ein Strandkorb sofort.
Für eine Olé-Party?
Das musste man erst einmal ausprobieren.
Zweibrücken lieferte die Antwort ziemlich schnell. Gefeiert wurde eben vor dem Strandkorb, daneben und wahrscheinlich gelegentlich auch darin.
Hauptsache, die Musik lief.
Zweibrücken feiert die Mallorca-Meile auf dem Flugplatz
Mit Mia Julia, Michelle, Lorenz Büffel und den weiteren Acts bekam das Publikum über Stunden einen Querschnitt aus Partyschlager, Mallorca-Hits, Dance und deutschem Schlager.
Keine feine Konzertdramaturgie. Wollte auch niemand.
An diesem Tag ging es um bekannte Refrains, kurze Umbaupausen und den nächsten Song, bei dem wieder alle aufspringen konnten. Nach einer langen Zeit, in der solche Veranstaltungen kaum möglich gewesen waren, hatte das fast etwas Befreiendes.
Der TRIWO Flugplatz war für einen Abend keine Startbahn.
Eher eine ziemlich große Tanzfläche mit 800 Strandkörben.
Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures













