Oliver und Amira Pocher live beim Strandkorb Open Air 2021 auf dem Flugplatz Zweibrücken

Die Pochers in Zweibrücken: Klartext beim Strandkorb Open Air

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Am 10. August 2021 wurde auf dem Flugplatz Zweibrücken ausnahmsweise nicht geflogen, sondern gelästert. Oliver und Amira Pocher machten mit „Die Pochers LIVE“ beim Strandkorb Open Air Station und brachten ihre ganz eigene Mischung aus Ehealltag, Schlagzeilen, spontanen Seitenhieben und direktem Humor auf die Bühne. Zweibrücken gehörte 2021 zu den zahlreichen Stationen der Open-Air-Reihe, bei der die Besucher pandemiebedingt in Strandkörben beziehungsweise abgegrenzten Bereichen saßen.

Das passte erstaunlich gut. Denn während andere Künstler auf dem Flugplatz Gitarren, große Lichtshows oder komplette Bands mitbrachten, brauchten die Pochers für ihren Abend vor allem zwei Dinge: Mikrofone und genügend Gesprächsstoff.

Davon gab es reichlich.

Oliver und Amira Pocher nehmen kein Blatt vor den Mund

Wer Oliver Pocher kennt, erwartet keine vorsichtig formulierten Beobachtungen. Auf der Bühne in Zweibrücken blieb der Comedian seiner Linie treu. Direkt, bissig und immer bereit, noch einen Satz hinterherzuschieben, wenn andere längst aufgehört hätten.

Amira Pocher übernahm dabei keineswegs die Rolle der stillen Begleitung.

Gerade das Zusammenspiel der beiden machte den Abend aus. Oliver setzte eine Pointe oder überspitzte eine Geschichte, Amira konterte, ordnete ein oder ließ ihren Mann auch einmal sehenden Auges weiterreden. Manchmal schien bereits klar, wer später die Scherben zusammenkehren durfte.

Diese Dynamik funktionierte besser als eine klassische Stand-up-Show mit fest einstudierter Nummernfolge. „Die Pochers LIVE“ lebte davon, dass Gespräche kippen konnten und der nächste Seitenhieb nicht immer vorhersehbar war.

Zwischen Ehealltag und aktuellen Schlagzeilen

Material mussten Oliver und Amira 2021 nicht lange suchen.

Die beiden waren zu dieser Zeit regelmäßig gemeinsam in der Öffentlichkeit präsent und hatten ihre private Dynamik längst zum Teil ihres Unterhaltungsformats gemacht. Genau daraus entstand auf der Bühne eine Mischung aus persönlicher Geschichte und öffentlichem Geschehen.

Oliver Pocher teilte aus. Amira hielt dagegen.

Dabei lag der Reiz gerade darin, dass nicht jede Pointe wie aus einem Comedy-Drehbuch klang. Vieles wirkte eher wie ein Gespräch, das eigentlich im Wohnzimmer hätte stattfinden können, nur dass diesmal ein ganzes Open-Air-Publikum zuhörte.

Diskretion war an diesem Abend jedenfalls keine Kernkompetenz.

Strandkörbe statt klassischem Theatersaal

Auch die Kulisse machte den Auftritt ungewöhnlich.

Das Strandkorb Open Air Zweibrücken war 2021 Teil eines Veranstaltungskonzepts, das Kulturveranstaltungen trotz der damals geltenden Corona-Beschränkungen ermöglichen sollte. Je Strandkorb beziehungsweise abgegrenztem Publikumsbereich waren zwei Tickets vorgesehen, Abstände und geregelte Zugänge gehörten fest zum Konzept. Die Pochers standen am 10. August zwischen Veranstaltungen von Völkerball und Rea Garvey auf dem Zweibrücker Spielplan.

Für Comedy hatte diese Situation einen eigenen Charme. Statt dicht gedrängter Reihen saßen die Besucher mit Abstand auf dem Flugplatz, während von der Bühne die Spitzen verteilt wurden.

Ein ziemlich deutsches Pandemie-Sommerbild: Comedy im Strandkorb auf einem ehemaligen Flughafengelände.

Die Pochers funktionieren vor allem als Duo

Oliver Pocher kann einen solchen Abend problemlos allein tragen. Interessanter wurde die Show aber durch die Reibung zwischen ihm und Amira.

Sie ließ ihm Raum für seine typische Art, griff aber ein, wenn es nötig wurde. Daraus entstanden jene Momente, die weniger nach vorbereiteter Bühnennummer und stärker nach einem öffentlichen Ehegespräch mit Publikum wirkten.

Genau hier lag die Stärke des Formats.

Keine aufwendigen Kulissen. Keine künstlich aufgeblasene Produktion. Zwei Menschen auf der Bühne, die sich sehr gut kennen und genau wissen, an welchen Stellen sie den anderen treffen können.

Und Oliver Pocher?

Der sagte, was er sagen wollte.

Amira konnte danach immer noch aufräumen.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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