Gloryhammer live bei der European Galactic Terrortour 2020 in der Batschkapp Frankfurt

Gloryhammer in Frankfurt: Power Metal zwischen Fantasy und Galaxie

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Am 5. Februar 2020 machte die „European Galactic Terrortour“ Station in der Batschkapp. Mit Gloryhammer, Nekrogoblikon und Wind Rose trafen dabei drei Bands aufeinander, die Metal mit ausgeprägten Fantasy-Konzepten verbinden, musikalisch aber deutlich unterschiedliche Wege einschlagen. Für Gloryhammer in Frankfurt bedeutete das einen Abend zwischen klassischem Power Metal, härteren Death-Metal-Passagen und den schweren Folk-Metal-Riffs von Wind Rose. Der Frankfurter Termin war Teil einer Europatour, die im Januar begann und einen Tag später in Wien fortgesetzt wurde.

Wind Rose eröffnen mit schweren Riffs und Dwarf Metal

Wind Rose setzten früh einen klaren musikalischen Akzent. Die Italiener kombinieren Power- und Folk-Metal mit tief gestimmten Gitarren, Chören und einem Fantasy-Konzept, das sich konsequent um Zwerge und unterirdische Königreiche dreht. In Frankfurt bestand ihr kompakter Set aus „Wintersaga“, „Drunken Dwarves“, „Mine Mine Mine!“, dem inzwischen fest mit der Band verbundenen „Diggy Diggy Hole“ und „To Erebor“.

Gerade diese Stücke zeigen die Stärke von Wind Rose recht deutlich. Die Arrangements setzen weniger auf Geschwindigkeit als auf Gewicht. Gitarren und Rhythmusgruppe geben den Songs einen fast marschartigen Unterbau, darüber liegen große Chöre und eingängige Melodien. Das funktioniert als Auftakt für einen Power-Metal-Abend, ohne bereits zu viel von Gloryhammers hymnischer Ausrichtung vorwegzunehmen.

Nekrogoblikon setzen den härteren Kontrast

Mit Nekrogoblikon wechselte anschließend die musikalische Farbe. Die amerikanische Band brachte deutlich aggressivere Elemente in das Paket und verband Melodic Death Metal mit der bewusst überzeichneten Goblin-Thematik ihrer Shows.

Damit entstand ein sinnvoller Bruch zwischen Wind Rose und dem späteren Headliner. Wo zuvor schwere Folk- und Power-Metal-Strukturen dominierten, wurden die Gitarren schärfer, die Vocals extremer und das Tempo wechselhafter. Dass Nekrogoblikon tatsächlich beim Frankfurter Termin am 5. Februar auf der Bühne standen, ist dokumentiert; eine vollständige und verlässlich rekonstruierte Setlist des Auftritts liegt allerdings nicht vor.

Gerade deshalb sollte man bei den einzelnen Songs nichts ergänzen, was sich im Nachhinein nicht sauber belegen lässt.

Gloryhammer spielen ihr Fantasy-Konzept konsequent aus

Bei Gloryhammer gehört die Geschichte ebenso fest zum Konzert wie die Musik. Die Band entwickelt seit ihrem 2013 erschienenen Debüt „Tales from the Kingdom of Fife“ eine zusammenhängende Fantasy- und Science-Fiction-Welt um Figuren wie Angus McFife, Zargothrax und den Hootsman. Auf der damaligen Tour stand Thomas Winkler als Angus McFife XIII am Mikrofon. Das 2019 veröffentlichte dritte Album „Legends from Beyond the Galactic Terrorvortex“ bildete einen wichtigen Schwerpunkt des Programms.

Musikalisch blieb Gloryhammer dabei klar im Power Metal verankert. Schnelle Gitarren, markante Keyboardflächen, große Refrains und ein klarer, hoher Gesang treffen auf bewusst überdimensionierte Fantasy-Motive. Das funktioniert gerade deshalb, weil die Band das eigene Konzept nicht halbherzig behandelt. Kostüme, Figuren und Handlung gehören zur Inszenierung, während die Songs handwerklich fest genug gebaut sind, um auch ohne Kenntnis der Geschichte zu funktionieren.

Der Frankfurter Set begann nach den Einspielern „Delilah“ und „Into the Terrorvortex of Kor-Virliath“ mit „The Siege of Dunkeld (In Hoots We Trust)“. Danach folgten unter anderem „Gloryhammer“, „Angus McFife“, „Magic Dragon“ und „The Land of Unicorns“.

„Hootsforce“ führt in ein starkes Finale

Im weiteren Verlauf griff Gloryhammer auf alle drei bis dahin erschienenen Studioalben zurück. „The Hollywood Hootsman“, „Goblin King of the Darkstorm Galaxy“ und „Legend of the Astral Hammer“ vertraten das zweite Album „Space 1992: Rise of the Chaos Wizards“, während „Masters of the Galaxy“ und „Hootsforce“ wieder den damals aktuellen „Terrorvortex“ in den Mittelpunkt rückten.

Für die Zugabe ging es anschließend noch einmal zurück durch die Bandgeschichte. „Rise of the Chaos Wizards“ und „Universe on Fire“ führten zum Abschluss „The Unicorn Invasion of Dundee“, einem der zentralen Songs des Debütalbums. Insgesamt bestand das Frankfurter Hauptprogramm aus 14 live gespielten Titeln, ergänzt durch mehrere Einspieler.

Damit zeigte die „European Galactic Terrortour“ in der Batschkapp drei sehr verschiedene Spielarten eines bewusst theatralischen Metal-Abends. Wind Rose arbeiteten mit schweren Chören und Folk-Metal-Strukturen, Nekrogoblikon sorgten für die deutlich aggressivere Seite, Gloryhammer bündelten das Ganze schließlich in einem konsequent inszenierten Power-Metal-Set mit großen Melodien und klarer Fantasy-Dramaturgie.

Setlist Gloryhammer in Frankfurt

The Siege of Dunkeld (In Hoots We Trust)
Gloryhammer
Angus McFife
Magic Dragon
The Land of Unicorns
Questlords of Inverness, Ride to the Galactic Fortress!
The Hollywood Hootsman
Goblin King of the Darkstorm Galaxy
Legend of the Astral Hammer
Masters of the Galaxy
Hootsforce

Zugabe:
Rise of the Chaos Wizards
Universe on Fire
The Unicorn Invasion of Dundee

Text & Foto © Jan Heesch

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