Robbie Williams bei seiner XXV Tour in der ausverkauften Festhalle Frankfurt am 15. Februar 2023

Robbie Williams in Frankfurt: Große Hits, große Klappe, große Gefühle

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Das Licht geht aus. Sekunden später steht die Festhalle. Einige Fans haben ihre Smartphones längst in Position gebracht, andere wollen einfach nur sehen, was da vorne passiert. Dann beginnt Robbie Williams seinen Abend in Frankfurt mit „Hey Wow Yeah Yeah“, und spätestens beim unmittelbar folgenden „Let Me Entertain You“ gibt es kein Halten mehr.

Am 15. Februar 2023 machte der britische Entertainer mit seiner „XXV Tour“ Station in der ausverkauften Festhalle Frankfurt. Es war der erste von zwei Abenden an gleicher Stelle; bereits am folgenden Tag stand Williams erneut auf der traditionsreichen Frankfurter Bühne. Die Tour feierte 25 Jahre seiner Solokarriere und begleitete das 2022 veröffentlichte Album „XXV“, für das zahlreiche seiner bekanntesten Songs neu arrangiert und teilweise orchestral eingespielt worden waren.

Lufthaus eröffnen, dann übernimmt Robbie die Festhalle

Bevor sich alles auf Robbie Williams konzentriert, gehört die Bühne zunächst Lufthaus. Das elektronische Projekt ist als Support für den Frankfurter Abend angekündigt und schlägt mit seinem Sound eine deutlich andere Richtung ein als das Pop-Feuerwerk, das später folgen wird.

Dann Umbau. Warten.

Kurz nach 21 Uhr kippt die Atmosphäre. Die ersten Reihen werden unruhiger, immer mehr Menschen stehen von ihren Sitzen auf. Als Williams schließlich erscheint, wirkt die Festhalle innerhalb weniger Minuten wie ein einziger großer Chor.

„Let Me Entertain You“ trägt seinen Auftrag schon im Titel. Williams nimmt ihn ziemlich ernst.

Er läuft über die Bühne, grinst in die Menge, wirft Sprüche Richtung Publikum und sucht ständig die Reaktion aus den Rängen. Diese Mischung aus Konzert, Stand-up und kontrollierter Selbstinszenierung beherrscht er seit Jahrzehnten. Manchmal großspurig. Oft selbstironisch. Fast immer mit perfektem Timing.

Strong und Come Undone machen Frankfurt textsicher

Nach „Land of 1000 Dances“ und „Monsoon“ kommt „Strong“. Jetzt muss Williams den Refrain kaum noch allein tragen.

Die Festhalle singt.

Bei „Come Undone“ wird es dunkler, danach führt der Abend zurück in die Take-That-Zeit. „Do What U Like“ kommt vom Band, „Could It Be Magic“ wird kurz angespielt, ehe Williams mit dem Oasis-Klassiker „Don’t Look Back in Anger“ einen dieser Momente schafft, bei denen sich tausende Stimmen unter der gewaltigen Kuppel der Festhalle miteinander vermischen. Anschließend folgt „The Flood“ aus seiner späteren Take-That-Phase. Die dokumentierte Frankfurter Setlist spannt damit bewusst den Bogen von den frühen Jahren bis zur Solokarriere.

Williams erzählt zwischendurch. Über früher, über sich selbst, über das Älterwerden. Und natürlich scherzt er.

Genau diese Unterbrechungen gehören bei ihm zum Konzert. Wo andere Künstler möglichst schnell zum nächsten Song wechseln, braucht Robbie Williams manchmal erst eine Geschichte. Das Publikum wartet gerne.

Feel, Kids und Rock DJ treiben die Stimmung nach oben

Mit „Love My Life“ und der XXV-Version von „Eternity“ wird es zunächst etwas ruhiger. Dann kommt „Candy“.

Die nächste Welle rollt durch die Halle.

Spätestens bei „Feel“ sind die Handys wieder überall über den Köpfen. Der Song gehört seit 2002 zu den festen Größen seiner Karriere und funktioniert in der Festhalle auch zwei Jahrzehnte später ohne jede Anlaufzeit.

Dann „Kids“.

Kylie Minogue steht natürlich nicht plötzlich in Frankfurt auf der Bühne, trotzdem singt das Publikum ihren Part bereitwillig mit. Williams lässt die Menge arbeiten, genießt die Reaktion und schiebt mit „Rock DJ“ unmittelbar den nächsten großen Treffer hinterher.

Jetzt tanzt auch auf den Rängen kaum noch jemand nur mit den Füßen.

Der reguläre Teil endet nach rund anderthalb Stunden. Aber niemand bewegt sich ernsthaft Richtung Ausgang.

Bei Angels gehört die Festhalle den Fans

Zur Zugabe kommt Robbie Williams mit „No Regrets“ zurück. Danach „She’s the One“.

Zwei Songs, die einen deutlich ruhigeren Ton setzen. Die große Show wird für ein paar Minuten kleiner, Williams lässt seiner Stimme mehr Raum und die Festhalle hört genauer hin.

Dann beginnen die ersten Töne von „Angels“.

Mehr braucht es nicht.

Von unten bis hoch unter die Kuppel setzt der Gesang ein. Williams steht vorne und lässt sich immer wieder von seinem Publikum tragen. Dieser Song ist seit Ende der 1990er-Jahre der große emotionale Fixpunkt seiner Shows, und Frankfurt macht daraus genau jenen Moment, auf den viele den ganzen Abend gewartet haben.

Danach könnte eigentlich Schluss sein.

Ist es aber noch nicht ganz.

Williams bleibt auf der Bühne und singt Teile von „Strong“, „Love My Life“, „Candy“, „Come Undone“, „Feel“ und noch einmal „Angels“ a cappella. Gegen 23 Uhr endet die knapp zweistündige Show.

Keine neue Platte muss an diesem Abend mühsam verkauft werden. Kein kompliziertes Konzept trägt die Show. Robbie Williams feiert seine eigene Geschichte und macht daraus eine ziemlich große Party.

Als die Lichter in der Festhalle wieder angehen, läuft bereits „(I’ve Had) The Time of My Life“ vom Band.

Setlist von Robbie Williams in Frankfurt

  1. Hey Wow Yeah Yeah
  2. Let Me Entertain You
  3. Land of 1000 Dances
  4. Monsoon
  5. Strong
  6. Come Undone
  7. Do What U Like
  8. Could It Be Magic
  9. Don’t Look Back in Anger
  10. The Flood
  11. Love My Life
  12. Eternity
  13. Candy
  14. Feel
  15. Kids
  16. Rock DJ

Zugabe:

  1. No Regrets
  2. She’s the One
  3. Angels
  4. Strong / Love My Life / Candy / Come Undone / Feel / Angels – a cappella

Text & Foto © Jan Heesch

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