
Saltatio Mortis beim Zeltfestival Rhein-Neckar: Mittelalter-Rock trifft Piraten-Folk
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Wer am 8. Juni 2018 das Palastzelt auf dem Mannheimer Maimarktgelände ansteuerte, wusste genau, was ihn erwartet: Ein schweißtreibendes Dreierpack aus Mittelalter-Rock, Irish Speedfolk und Piraten-Punk. Das Zeltfestival Rhein-Neckar hatte bei bestem Frühsommerwetter zu einer ordentlichen Abriss-Party geladen. Und die drei Bands des Abends – Saltatio Mortis, Fiddler’s Green und Mr. Hurley & Die Pulveraffen – dachten gar nicht daran, Gefangene zu machen.
Mr. Hurley & Die Pulveraffen entern die Bühne
Schon als der Abend noch hell war, roch es unter dem Zeltaufbau förmlich nach Salzwasser und Rum. Mr. Hurley & Die Pulveraffen aus dem karibischen Osnabrück hatten die Aufgabe, das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Das gelang dem Trio mit seinem unverschämt gut gelaunten „Grog’n’Roll“ mühelos. Statt braver Aufwärmübungen gab es direkt eingängige Melodien, freche Texte und massig Interaktion mit der Menge. Die Besucher nahmen die Steilvorlage dankend an: Es wurde vom ersten Akkord an getanzt, geschunkelt und aus voller Kehle mitgegrölt. Ein Auftakt nach Maß.
Fiddler’s Green bringen das Palastzelt zum Kochen
Wer dachte, die Stimmung hätte damit bereits ihren Höhepunkt erreicht, wurde wenig später von Fiddler’s Green eines Besseren belehrt. Die Erlanger Szene-Veteranen ließen ihr bewährtes Irish-Speedfolk-Gewitter über Mannheim los. Die treibenden Mandolinen-Riffs, krachenden Gitarren und das rasante Tempo ließen der Menge kaum Zeit zum Durchatmen. Bei Klassikern wie „Rocky Road to Dublin“ oder „Johnny Jump Up“ verwandelte sich der vordere Bereich vor der Bühne in einen riesigen tanzenden Mob. Fiddler’s Green zeigten eindrucksvoll, warum sie seit Jahrzehnten zu den besten Live-Bands des Landes zählen – die Energie war schlichtweg ansteckend.
Feuershow und Dudelsäcke: Saltatio Mortis reißen ab
Nachdem das Vorprogramm das Zelt bereits ordentlich vorgeheizt hatte, machten Saltatio Mortis schließlich den Deckel drauf. Die Karlsruher Mittelalter-Rocker fackelten im wahrsten Sinne des Wortes ein visuelles und akustisches Spektakel ab. Sänger Alea der Bescheidene fegte wie ein Derwisch über die Bretter, während die massiven Dudelsack-Wände und harten Gitarrenriffs durch die PA drückten. Bei Songs wie dem wütenden „Wo sind die Clowns?“ oder dem Fan-Favoriten „Eulenspiegel“ sangen tausende Kehlen textsicher mit. Die dichte Atmosphäre im Palastzelt, gepaart mit perfekt getimten Pyro-Effekten und Funkenregen, sorgte für Gänsehaut-Momente am laufenden Band.
Den definitiven Höhepunkt hoben sich die Bands jedoch für den Schluss auf. In einer massiven, gemeinsamen Performance standen am Ende Musiker aller drei Gruppen zusammen auf der Bühne. Ein gewaltiges, lautes und harmonisches Finale, bei dem das Maimarktgelände noch einmal komplett auf links gedreht wurde, bevor das erschöpfte, aber restlos glückliche Publikum in die milde Mannheimer Nacht entlassen wurde.
Foto & Text ©by Boris Korpak














