Komponist Ramin Djawadi dirigiert live ein großes Orchester auf der Bühne bei der Game of Thrones Concert Experience vor einer riesigen Videoleinwand.

Winter is here: Die Game of Thrones Live Concert Experience

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Als die ersten, tiefen Celli das weltbekannte Titelthema durch die abgedunkelte Arena schicken, gibt es auf den Rängen kein Halten mehr. Die Gänsehaut stellt sich fast augenblicklich ein. Was in den vergangenen Jahren als Soundtrack unzählige Fernsehabende dominierte, entfaltet live gespielt eine völlig neue Wucht. Mit der „Game of Thrones Live Concert Experience“ bringt der deutsch-iranische Komponist Ramin Djawadi die musikalische Seele von Westeros auf die große Bühne – und beweist eindrucksvoll, dass epische Serienmusik auch abseits des Bildschirms ganze Arenen füllen kann.

Eine musikalische Reise durch sieben Staffeln

Djawadi steht an diesem Abend nicht einfach nur als Schöpfer der Musik im Mittelpunkt, er dirigiert das gewaltige Orchester und den dazugehörigen Chor gleich selbst. Man merkt dem 50-Jährigen die pure Freude an, sein über Jahre gewachsenes Werk nun direkt mit den Fans teilen zu können. Es ist genau diese spürbare Leidenschaft, die den Funken sofort überspringen lässt. Die Setlist bedient sich großzügig aus den ersten sieben Staffeln der HBO-Erfolgsserie. Dabei zeigt sich, wie präzise Djawadi den einzelnen Häusern und Figuren von Westeros musikalische Identitäten auf den Leib geschneidert hat. Wenn die bedrohlichen Streicher der Lennisters erklingen oder die treibenden Trommeln die Dothraki ankündigen, taucht das Publikum sofort in die jeweilige Stimmung ein.

Hochmoderne Technik trifft auf epische Klassik

Ein reines Klassikkonzert ist dieser Abend allerdings nicht. Die Produktion fährt visuell schwere Geschütze auf, um die musikalische Reise angemessen zu untermalen. Hochmoderne Videotechnik und riesige Leinwände hüllen die Bühne in ein stetig wechselndes, eigenes Bühnenbild. Rote Flammen schießen in die Höhe, Kunstschnee rieselt von der Decke und monumentale Szenen der Serie verschmelzen mit dem Live-Spiel der Musiker. Die emotionalen Höhepunkte und massiven Kampfszenen bekommen durch die drückende Wucht des Orchesters eine zusätzliche, physisch spürbare Dimension. Licht, Sound und Bild greifen hier fast nahtlos ineinander.

Gänsehautmomente und ein Popkultur-Phänomen

Besonders intensiv wird es immer dann, wenn Stücke gespielt werden, die tief mit den emotionalsten Wendungen der Serie verknüpft sind. Die tiefe Stille im Saal, kurz bevor der Chor zu monumentalen Gesängen ansetzt, spricht Bände über die Wirkung dieser Musik. Djawadi hat mit seinen Kompositionen ein echtes Popkultur-Phänomen geschaffen, das weit über die Vorlage von George R. R. Martin hinausgeht. An diesem Abend zeigt sich deutlich: Die Musik von Game of Thrones funktioniert nicht nur als begleitender Soundtrack, sondern steht als kraftvolles Live-Erlebnis absolut für sich. Als das Orchester schließlich den letzten Bogenstrich beendet, entlädt sich die angestaute Spannung in minutenlangem, ohrenbetäubendem Applaus.

Foto & Text © by Jan Heesch

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