Puppet-Comedian Sascha Grammel steht mit einer seiner bekannten Puppen auf der Bühne im Mannheimer Rosengarten und lächelt ins Publikum.

Sascha Grammel verzaubert den Mannheimer Rosengarten mit „Ich find’s lustig!“

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Der altehrwürdige Mannheimer Rosengarten stand an diesem Abend ganz im Zeichen einer ganz besonderen Form des Humors. Sascha Grammel gastierte mit seinem Erfolgsprogramm „Ich find’s lustig!“ in der Quadratestadt und legte einen Auftritt hin, der genau das hielt, was der Titel verspricht – und noch eine ordentliche Schippe obendrauf. Wer geglaubt hatte, er wüsste nach all den TV-Auftritten und Tourneen genau, was ihn erwartet, wurde im voll besetzten Saal dennoch aufs Angenehmste überrascht.

Der Gute-Laune-Kahn sticht in Mannheim in See

Schon beim Betreten des Foyers lag diese unverwechselbare, fast greifbare Stimmung in der Luft. Eine Mischung aus kindlicher Vorfreude, neugierigem Gemurmel und dem leisen Knistern, das immer dann entsteht, wenn man weiß: In wenigen Minuten wird der graue Alltag für ein paar Stunden komplett ausgeknipst.

Als Sascha Grammel schließlich die Bühne betrat, schipperte er mit seinem legendären, sprichwörtlichen Gute-Laune-Kahn direkt in die Herzen des Publikums. Natürlich hatte er seine geliebte Crew im Gepäck – jene kultigen Puppen, die längst fest zum Inventar der deutschen Comedy-Landschaft gehören und von den Fans wie alte Bekannte begrüßt wurden.

Puppet-Comedy mit Herz, Tiefgang und absurden Momenten

Was folgte, war eine klassische, rundum „grammelige“ Show: Verrückt, herrlich albern, dann wieder überraschend leise und fast schon nachdenklich. Grammel beweist mit seinem Programm ein feines Gespür für Tempo, Erwartungshaltungen und Emotionen. In der einen Sekunde lacht man noch Tränen über eine völlig absurde Pointe, während im nächsten Moment eine bemerkenswerte Ruhe im Raum liegt, die zeigt, dass hier echter Witz auf echtes Gefühl trifft. Es ist Comedy, die sich nicht in oberflächlichen Schenkelklopfern verliert, sondern den perfekten Raum für feine Zwischentöne lässt.

Dabei sind die Puppen im Kosmos des Bauchredners zu jeder Zeit weit mehr als bloße Stichwortgeber. Sie leben, zanken sich, philosophieren über Gott und die Welt und halten ihrem Schöpfer – sowie dem amüsierten Publikum im Saal – ganz charmant den Spiegel vor. Mal frech, mal entwaffnend naiv, aber immer auf den Punkt. Grammel verleiht jeder einzelnen Figur eine so lebendige, eigenständige Persönlichkeit, dass man nach wenigen Minuten völlig vergisst, dass hier im Grunde nur ein einziger Mann auf der Bühne steht und sein Handwerk in Perfektion ausübt.

Spontaneität und ein Ausblick auf kommende Highlights

Besonders stark funktionierten an diesem Abend die vielen kleinen, augenzwinkernden Überraschungen, die sich wie ein roter Faden durch den Abendzogen. Unerwartete Wendungen, wunderbar improvisierte Momente und jene Art von Humor, die ganz still beginnt und sich dann im Saal Bahn bricht. Die Mannheimerinnen und Mannheimer waren von der ersten Minute an hellwach, gingen auf jeden Joke ein und ließen sich bereitwillig auf diese schräge, aber ungemein warme Reise mitnehmen.

„Ich find’s lustig!“ ist eben keine Show, die routiniert und blutleer von der Stange abgespult wird. Sie lebt im Hier und Jetzt, vom direkten Dialog mit den Menschen im Saal und von Grammels ansteckender, spürbarer Freude an der eigenen Kunst. Man verlässt den Rosengarten nicht nur gut unterhalten, sondern mit einem breiten, echten Grinsen im Gesicht.

Und wer nach diesem furiosen Abend bereits den Blick nach vorne richtet, weiß: Lange müssen die Fans nicht darben. Mit seinem Nachfolgeprogramm „FAST FERTIG!“ schickt sich der Berliner Comedian an, bald erneut die Hallen zu füllen. Wenn dieser Abend in Mannheim ein Vorgeschmack darauf war, darf man sich jetzt schon getrost warm anziehen. Sehr sogar.

Text & Foto © by Boris Korpak

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