
Saxon in Düsseldorf: 40 Jahre Heavy Metal unter dem Adler
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Vier Jahrzehnte Heavy Metal lassen sich kaum in einen normalen Konzertabend pressen. Saxon versuchten es am 7. März 2020 trotzdem und machten aus ihrem Auftritt in der Mitsubishi Electric Halle Düsseldorf eine umfangreiche Jubiläumsshow. Unter dem Motto „Castles & Eagles“ standen dabei bewusst die klassischen Jahre der britischen Band im Mittelpunkt. Mit Doro, Diamond Head und Tygers of Pan Tang war bereits das Vorprogramm eng mit der Geschichte des traditionellen Heavy Metal und der New Wave of British Heavy Metal verbunden.
Der Düsseldorfer Termin hatte ursprünglich bereits am 26. Oktober 2019 stattfinden sollen. Nachdem bei Sänger Biff Byford eine Herzerkrankung festgestellt worden war und eine Operation notwendig wurde, mussten Saxon ihre restlichen Konzerte des Jahres verschieben. Am 7. März stand Byford schließlich wieder auf der Bühne.
Tygers of Pan Tang und Diamond Head führen zurück zu den Anfängen
Bereits die Auswahl der Gäste machte deutlich, dass dieser Abend als Rückblick auf eine ganze Metal-Generation gedacht war. Tygers of Pan Tang und Diamond Head gehören wie Saxon zu jenen britischen Bands, die Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre der New Wave of British Heavy Metal ihren Sound gaben.
Gerade Diamond Head besitzen dabei einen Einfluss, der weit über den eigenen kommerziellen Erfolg hinausreicht. An diesem Abend ging es jedoch weniger um musikhistorische Fußnoten als um die Songs selbst. Drei Bands aus derselben Ära innerhalb eines Programms zu erleben, gab dem Jubiläum einen passenden Rahmen.
Mit Doro kam anschließend eine Musikerin hinzu, deren Karriere ebenfalls seit Jahrzehnten fest mit klassischem Heavy Metal verbunden ist. Die Düsseldorferin war dabei mehr als nur ein weiterer Name auf dem Plakat. Später am Abend sollte sie noch einmal gemeinsam mit Saxon auf die Bühne zurückkehren.
Biff Byford zurück auf der Bühne
Der Blick richtete sich bei Saxon zwangsläufig zunächst auf Biff Byford. Wenige Monate zuvor hatte die notwendige Herzoperation noch zur Verschiebung der Show geführt. Nun stand der Sänger wieder vor seinem Publikum und führte die Band durch ein Programm von 21 Songs. Laut dokumentierter Setlist dauerte der Saxon-Auftritt rund eine Stunde und 45 Minuten.
Musikalisch machte die Band keine Umwege.
„Motorcycle Man“ eröffnete den Abend, gefolgt von „Battering Ram“. Bereits mit „Wheels of Steel“ und „Strong Arm of the Law“ rückten zwei jener frühen Alben ins Zentrum, die den Ruf von Saxon entscheidend geprägt haben.
Dass die Band ihre Vergangenheit an diesem Abend deutlich stärker gewichtete als jüngeres Material, gehörte zum Konzept. Das 40-jährige Jubiläum sollte keine gewöhnliche Tourstation werden. Vielmehr arbeitete sich Saxon durch mehrere Phasen der eigenen Geschichte und setzte dabei klare Schwerpunkte auf die frühen Achtzigerjahre.
Doro singt „Denim and Leather“ mit Saxon
Einer der besonderen Momente folgte bereits im ersten Teil des Sets. Für „Denim and Leather“ kam Doro Pesch noch einmal zurück auf die Bühne und sang den Klassiker gemeinsam mit Biff Byford.
Der Song passt ohnehin zu einem Jubiläum dieser Art. Das gleichnamige Album von 1981 gehört zu den zentralen Veröffentlichungen von Saxon und beschäftigt sich stark mit jener Heavy-Metal-Kultur, aus der Band und Publikum gemeinsam entstanden sind.
Danach ging es mit „Thunderbolt“, „Backs to the Wall“ und „They Played Rock and Roll“ weiter. Damit blieb das Set nicht ausschließlich in der Frühphase hängen. Auch Stücke aus jüngeren Jahrzehnten fanden ihren Platz, ohne jedoch den historischen Schwerpunkt des Abends zu verschieben.
Der Adler kehrt bei „The Eagle Has Landed“ zurück
Für eine „Castles & Eagles“-Show durfte ein bestimmtes Bühnenelement nicht fehlen.
Bei „The Eagle Has Landed“ kam der große Saxon-Adler wieder zum Einsatz. Das ältere Bühnenbild gehörte bewusst zur Jubiläumsproduktion und stellte eine direkte Verbindung zu den klassischen Saxon-Shows her. Aus einem ohnehin bekannten Song wurde dadurch einer jener Augenblicke, in denen Musik und Bandgeschichte sichtbar zusammenkamen.
Musikalisch blieb der Abend anschließend breit aufgestellt. „Battalions of Steel“, „Dogs of War“ und „Solid Ball of Rock“ führten in spätere Phasen, bevor „Dallas 1 PM“, „And the Bands Played On“ und „To Hell and Back Again“ wieder tief in den frühen Katalog griffen. „Power and the Glory“ und „Heavy Metal Thunder“ beendeten schließlich das reguläre Set.
Die Auswahl war auffällig konsequent: Vier Stücke stammten allein von „Strong Arm of the Law“, weitere vier von „Denim and Leather“ und drei von „Wheels of Steel“. Damit machten Saxon deutlich, welche Alben bei diesem Jubiläum den Kern bilden sollten.
„Crusader“ eröffnet die Zugabe
Für die Zugabe blieb noch genügend Material übrig.
Mit „Crusader“ begann der letzte Abschnitt, danach folgten „Never Surrender“ und „747 (Strangers in the Night)“. Den Abschluss übernahm „Princess of the Night“.
Damit endete der Abend nicht mit einem aktuellen Song oder einer überraschenden Neuinterpretation. Saxon blieben bis zum Schluss bei der Idee hinter dieser Show: vier Jahrzehnte Bandgeschichte mit möglichst vielen Titeln abzubilden, die für verschiedene Generationen von Fans längst zum festen Heavy-Metal-Repertoire gehören.
Dass Biff Byford wenige Monate nach seiner Operation wieder ein solches Programm absolvierte, verlieh dem Düsseldorfer Jubiläum zusätzliche Bedeutung. Der historische Adler über der Bühne, Doro beim gemeinsamen „Denim and Leather“ und eine Setlist mit deutlichem Schwerpunkt auf den frühen Klassikern machten die „Castles & Eagles“-Show zu weit mehr als einer gewöhnlichen Station einer Tour.
Setlist Saxon in Düsseldorf
Motorcycle Man
Battering Ram
Wheels of Steel
Strong Arm of the Law
Denim and Leather – mit Doro Pesch
Thunderbolt
Backs to the Wall
They Played Rock and Roll
The Eagle Has Landed
Battalions of Steel
Dogs of War
Solid Ball of Rock
Dallas 1 PM
And the Bands Played On
To Hell and Back Again
Power and the Glory
Heavy Metal Thunder
Zugabe:
Crusader
Never Surrender
747 (Strangers in the Night)
Princess of the Night
Text & Foto © Jan Heesch














