Wenn Deutschpop durchatmet. MYLLER über Mut, Energie und seinen Weg auf die Bühne

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MYLLER geht konsequent seinen eigenen Weg. Mit Leidenschaft, Ausdauer und einem klaren Ziel vor Augen. Seine Musik steht für ehrlichen Deutschpop. Handgemacht, positiv und nah am Leben. Seine Songs erzählen von Höhen und Tiefen, von Mut, Zweifel und dem Moment, in dem man wieder Luft holen kann.

Seit seiner ersten Single Lass dich nicht mehr ran im Jahr 2021 hat sich viel bewegt. Die EP Wenn du weg bist brachte Radio-Airplay, TV-Auftritte und neue Fans. Gleichzeitig entwickelte sich MYLLER live zu einer starken Bühnenpersönlichkeit. Support-Shows für Wincent Weiss, LEONY, Revolverheld, JORIS und Stefanie Heinzmann brachten ihn vor tausende Menschen.

Mit der Single Luftholen setzt er diesen Weg fort. Der Song steht für Optimismus und den Mut, sich im Chaos des Alltags wieder selbst zu finden.

Zeit für ein Gespräch über Musik, Ausdauer und die Kraft, seinen eigenen Weg zu gehen.

Deine Musik strahlt viel Optimismus aus. Gab es einen Moment in deinem Leben, in dem du selbst dieses „Luftholen“ gebraucht hast.

MYLLER: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, solche Momente kennt jeder. Bei mir waren das oft Phasen, in denen alles gleichzeitig kam – Druck, Selbstzweifel, das Gefühl, nicht schnell genug voranzukommen. „Luftholen“ bedeutet für mich dann, kurz stehenzubleiben und sich wieder daran zu erinnern, warum man das alles macht. Sich selbst wiederzufinden, statt sich im Außen zu verlieren. Genau daraus ist der Song auch entstanden.

Du stehst für ehrlichen Deutschpop ohne künstliches Drama. Wie schwierig ist es heute, in einer stark produzierten Musiklandschaft authentisch zu bleiben.

MYLLER: Ich glaube, es ist herausfordernd, aber genau das macht es auch wertvoll. Es gibt natürlich viele Trends und Sounds, an denen man sich orientieren kann.

Aber für mich war immer klar: Wenn ich Musik mache, dann muss sie sich nach mir anfühlen. Sobald ich merke, dass ich etwas nur mache, weil es gerade gut funktioniert, verliere ich mich selbst darin und das fühlt sich für mich einfach nicht richtig an. Authentisch zu bleiben ist manchmal der schwierigere Weg – aber langfristig der Einzige, der sich richtig anfühlt.

Seit deiner ersten Single Lass dich nicht mehr ran hat sich viel entwickelt. Was hat dich in diesen Jahren als Künstler am stärksten geprägt.

MYLLER: Vor allem die Live-Erfahrungen. Auf der Bühne lernst du extrem viel über dich selbst, was funktioniert, was die Menschen berührt und wo du noch wachsen kannst.

Und natürlich auch die ganzen Höhen und Tiefen zwischendurch. Es läuft nicht immer alles glatt, und genau diese Phasen haben mich am meisten geprägt.

Ich glaube, ich bin dadurch nicht nur als Künstler, sondern auch als Mensch deutlich gewachsen.

Du hast bereits als Support für große Acts gespielt. Was hast du aus diesen Shows für deine eigene Bühnenpräsenz gelernt.

MYLLER: Dass es am Ende immer um Verbindung geht. Du kannst die beste Show spielen – wenn du die Leute nicht erreichst, bleibt es oberflächlich.

Ich habe gelernt, mutiger zu sein, mehr ich selbst zu sein und die Momente wirklich zuzulassen. Und auch, wie wichtig Dynamik ist – ruhige Momente genauso wie die, in denen alles nach vorne geht.

Deine Songs erzählen Geschichten aus dem echten Leben. Wann weißt du beim Schreiben, dass ein Song wirklich funktioniert.

MYLLER: Meistens merke ich das ziemlich früh. Wenn ich beim Schreiben selbst schon ein Gefühl bekomme, bei dem ich kurz innehalte und denke: „Okay, das Gefühl resoniert mit mir.“, dann ist das ein gutes Zeichen. Und spätestens, wenn ich den Song anderen vorspiele und merke, dass er etwas in ihnen auslöst, weiß ich: Der funktioniert nicht nur für mich, sondern auch für andere.

Live wirkst du extrem energiegeladen. Was passiert in dir in dem Moment, wenn du auf die Bühne gehst und die ersten Töne erklingen.

MYLLER: Das ist schwer zu beschreiben, ich bin normalerweise jemand, der sich immer sehr viele Gedanken über alles macht. Aber sobald ich die Bühne betrete, ist es wie so ein Schalter. Alles, was vorher im Kopf war, wird plötzlich ruhig. Und dann ist da einfach nur noch dieser Moment – die Musik, die Menschen vor dir und diese Energie, die sich im Raum aufbaut.

Das gibt mir unglaublich viel und ist jedes Mal aufs Neue besonders und vor allem jedes Mal auch anders!

Viele Deutschpop-Songs bleiben sehr melancholisch. Du gehst bewusst einen anderen Weg. Ist Optimismus für dich eine künstlerische Entscheidung oder einfach Teil deiner Persönlichkeit.

MYLLER: Ich glaube, es ist beides. Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der versucht, Dinge positiv zu sehen, auch wenn das nicht immer leicht ist.

Und gleichzeitig ist es für mich auch eine bewusste Entscheidung, genau das in meiner Musik zu transportieren.

Nicht, weil ich unbedingt Probleme ausblenden will, sondern weil ich zeigen möchte, dass es immer auch einen Weg raus gibt.

Wenn du heute auf deine ersten Schritte zurückblickst. Welche Hürde war auf deinem Weg bisher die größte.

MYLLER: Ich denke, die größte Hürde war oft ich selbst. Zweifel, Ungeduld, der Vergleich mit anderen. Das sind Dinge, die einen extrem ausbremsen können.

Zu lernen, damit umzugehen und trotzdem weiterzumachen, war wahrscheinlich der wichtigste Schritt.

Im Mai 2026 startest du deine erste Deutschlandtour. Was bedeutet dir dieser Schritt persönlich.

MYLLER: Das ist für mich ein riesiger Traum, der in Erfüllung geht. Eigene Shows zu spielen, in verschiedenen Städten unterwegs zu sein und Menschen zu treffen, die meine Musik hören – das ist genau das, worauf ich die letzten Jahre hingearbeitet habe. Ich habe mir das so lange gewünscht. Das fühlt sich schon jetzt krass an und es ist ja noch anderthalb Monate hin. (lacht)

Frankfurt im Nachtleben wird eine sehr direkte Clubshow. Was können die Menschen erwarten, die dich dort zum ersten Mal live erleben.

MYLLER: Eine sehr ehrliche, direkte Show. Ohne große Distanz – sondern nah dran. Ich will, dass sich die Leute gesehen fühlen, dass sie für einen Abend alles andere ausblenden können.

Es wird emotionale Momente geben, aber auch richtig viel Energie. Und hoffentlich gehen am Ende alle mit dem Gefühl raus: „Das hat gerade gut getan.“ 

Vielen Dank für das offene Gespräch und deine Zeit. Deine Musik zeigt, wie viel Kraft in ehrlichen Geschichten und echter Leidenschaft steckt. Für die kommende Tour wünsche ich dir volle Clubs, starke Momente auf der Bühne und viele Menschen, die in deiner Musik genau das finden, was sie gerade brauchen. Alles Gute für die nächsten Kapitel deiner Reise.

Interview by CK 

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