Santiano Live – Da braut sich was zusammen

Meistgelesene Artikel

- Anzeige -spot_img

Die Frankfurter Festhalle verwandelte sich am 19. April 2026 in ein tobendes Meer aus Musik, Emotionen und nordischer Sehnsucht: Santiano machten auf ihrer aktuellen Tour Halt in der Mainmetropole und lieferten ein Konzert, das gleichermaßen kraftvoll wie berührend war. Vor gut gefülltem Haus zeigte die Band einmal mehr, warum sie seit Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Live-Acts zählt.

Schon mit dem Opener „Tanzen wie die Teufel“ war die Richtung des Abends klar vorgegeben: energiegeladen, publikumsnah und voller Leidenschaft. Die Zuschauer ließen sich keine Sekunde bitten und verwandelten die Halle in einen brodelnden Chor. Mit „Salz auf unserer Haut“ und „Gott muss ein Seemann sein“ folgten direkt zwei Klassiker, die das maritime Lebensgefühl der Band perfekt transportierten.

Santiano verstanden es meisterhaft, zwischen stimmungsvollen Hymnen und ruhigeren, nachdenklichen Momenten zu wechseln. Während „Ekke Nekkepenn“ und „Doggerland“ die mystische Seite der Seefahrerromantik betonten, sorgten Songs wie „Land of Green“ und „Nichts als Horizonte“ für Gänsehautstimmung. Besonders eindrucksvoll geriet „Der Alte und das Meer“, das mit seiner erzählerischen Tiefe das Publikum in seinen Bann zog.

Ein emotionaler Höhepunkt war „Wo schläfst du heute Nacht“, gefolgt von „Dann bin ich weg“, bei dem viele Fans sichtbar bewegt mitsangen. Mit „Da braut sich was zusammen“ nahm das Konzert wieder Fahrt auf, bevor die Band mit „Nie wieder Krieg“ ein starkes, aktuelles Statement setzte – eindringlich und nachhallend.

Auch internationale Einflüsse fanden ihren Platz im Set: „The Foggy Dew“ wurde mit viel Gefühl interpretiert und fügte sich nahtlos in das Gesamtbild des Abends ein. Mit „Es klingt nach Freiheit“ und „Könnt ihr mich hören“ erreichte die Stimmung erneut ihren Höhepunkt – die gesamte Halle sang mit, als gäbe es kein Morgen.

Der zweite Teil des Konzerts stand ganz im Zeichen von Gemeinschaft und Erinnerung. „Alte Seelen“ und „Lieder der Freiheit“ führten diesen Gedanken fort, bevor „Wie ein Albatros“ die Sehnsucht nach Ferne und Freiheit musikalisch auf den Punkt brachte. Ein besonderes Highlight war das Medley aus „Johnny Boy“, „Frei wie der Wind“, „Joho und ne Buddel voll Rum“ und „Hooray for Whiskey“, das für ausgelassene Stimmung und tanzende Reihen sorgte.

Mit „Auf nach Californio“, „Lange her“ und „Zack Ahoi“ steuerte das Konzert auf sein Finale zu, bevor „Es gibt nur Wasser“ die reguläre Setlist kraftvoll abschloss.

Doch natürlich ließ das Publikum die Band nicht ohne Zugaben gehen. Mit „Santiano“ kehrten sie unter tosendem Applaus zurück auf die Bühne. „Mädchen von Haithabu“ sorgte noch einmal für ausgelassene Mitsingmomente, bevor „Hoch im Norden“ als würdiger Abschluss eines unvergesslichen Abends erklang.

Santiano bewiesen in Frankfurt eindrucksvoll, dass ihre Mischung aus Seemannsliedern, Rock und Folk nicht nur auf Platte, sondern vor allem live ihre volle Wirkung entfaltet. Es war ein Konzert voller Energie, Emotion und Verbundenheit – ein Abend, der den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Bilder und Text by Jan Heesch

- Anzeige -spot_img

Neuste Artikel