Nicht Chicago, aber Frankfurt – Clueso auf Tour

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Am Abend des 23. März 2026 wurde die Festhalle Frankfurt zum Schauplatz eines besonderen Doppelkonzerts, das Fans deutschsprachiger Popmusik noch lange in Erinnerung behalten werden. Mit Lotte als Support und Clueso als Headliner traf emotionale Tiefe auf mitreißende Leichtigkeit – ein Abend, der mühelos zwischen Gänsehaut und Euphorie pendelte.

Ein starker Auftakt: Lotte berührt

Bereits der Support-Act bewies, wie viel Kraft in leisen Tönen liegen kann. Lotte eröffnete den Abend mit einer intensiven Performance, die von klarer Stimme und ehrlichen Texten getragen wurde. Zwischen nachdenklichen Momenten und hoffnungsvollen Hymnen gelang es ihr schnell, die noch einströmenden Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Ihre Nahbarkeit und die spürbare Freude am Auftritt machten sie zur perfekten Einstimmung auf das, was folgen sollte.

Clueso übernimmt – und die Halle lebt

Als Clueso schließlich die Bühne betrat, war die Festhalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit „Chicago“ eröffnete er sein Set und setzte direkt den Ton für einen Abend, der sowohl musikalisch als auch emotional breit aufgestellt war. Es folgten Songs wie „Gib mir was Echtes“ und „Neuanfang“, die vom Publikum lautstark begleitet wurden.

Spätestens bei „Keinen Zentimeter“ verwandelte sich die Halle in einen riesigen Chor. Clueso zeigte sich dabei wie gewohnt publikumsnah, suchte immer wieder den direkten Kontakt und ließ die Grenzen zwischen Bühne und Zuschauerraum verschwimmen.

Die Setlist spannte einen weiten Bogen durch seine Karriere: Von Klassikern wie „Gewinner“ und „Barfuß“ bis hin zu neueren Stücken wie „Deja Vu“ und „Flugmodus“. Besonders intensiv wurde es, als Clueso für „Fanpost“ und „Herz Boom Boom“ mitten ins Publikum ging – Momente, die für viele Fans wohl unvergesslich bleiben werden.

Auch die verkürzten Versionen von „Freidrehen“, „37 Grad im Paradies“, „Heimatstadt“ und „Leider Berlin“ fügten sich nahtlos ins Set ein und sorgten für ein hohes Tempo ohne Brüche. Mit „Cello“, im Original von Udo Lindenberg, und „Zusammen“ von Die Fantastischen Vier bewies Clueso zudem einmal mehr sein Gespür für gelungene Interpretationen.

Finale mit Gänsehautgarantie

Nach einem energiegeladenen Hauptset verabschiedete sich Clueso zunächst, kehrte jedoch für die Zugabe zurück. „Achterbahn“ leitete das Finale ein, bevor mit „Gewinner“ (noch einmal – diesmal mitten im Publikum) und „Barfuß“ ein emotionaler Schlusspunkt gesetzt wurde.

Das Konzert in der Festhalle Frankfurt war mehr als nur eine Aneinanderreihung von Songs – es war ein durchdacht inszeniertes Erlebnis. Lotte überzeugte als gefühlvoller Auftakt, während Clueso mit seiner Mischung aus Hits, Nähe zum Publikum und spürbarer Spielfreude einen Abend schuf, der gleichermaßen intim und gigantisch wirkte.

Ein Konzert, das zeigt, warum deutschsprachiger Pop aktuell so viele Menschen erreicht – ehrlich, nahbar und voller Leben.

Bilder und Text by Jan Heesch

Lotte

Clueso

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