EMPires brennen hell. THE ORDER im absoluten Angriffsmodus. 

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Fast zwanzig Jahre Bandgeschichte münden in einem Album, das keine Umwege geht. Empires klingt roh, fokussiert und entschlossen. Massive Riffs treffen auf klare Haltung. Macht, Manipulation und der Zerfall von Systemen stehen im Zentrum. Mit Fight For Your Rights setzen THE ORDER ein erstes Statement. Laut, direkt, kompromisslos. Produziert von V.O. Pulver in den Little Creek Studios. Gleichzeitig schlägt Frontmann Gianni Pontillo ein weiteres Kapitel auf und übernimmt den Gesang bei NAZARETH, ohne THE ORDER den Rücken zu kehren. Die Band steht an einem spannenden Punkt ihrer Laufbahn.

Empires wird als euer fokussiertestes Album beschrieben. Was habt ihr diesmal bewusst anders gemacht als auf früheren Veröffentlichungen.

Nicht zuletzt wegen der Corona-Zwangspause hatten wir für dieses Album alle Zeit der Welt, die ersten Songs sind bereits kurz nach der Veröffentlichung von „Supreme Hypocrisy“ entstanden, also bereits im Jahr 2021. Zum Zweiten wollten wir bewusst eine etwas härtere Richtung einschlagen, weniger 80er Hardrock, mehr Metal. Naja, ein paar 80er-inspirierte Rocker haben‘s dann doch aufs Album geschafft. Auch zeichnete sich ab, dass die Lyrics diesmal etwas gesellschaftskritischer und politischer ausfallen würden. Aber einen Masterplan oder eine fixe Idee hatten wir nicht, die Songs sind wie immer ganz natürlich und spontan entstanden, die besten Ideen haben wir weiterverfolgt und ausgearbeitet, die Füller alle über Bord geschmissen. Mit dem Endresultat sind wir jedenfalls sehr zufrieden.

Fight For Your Rights ist ein klarer Aufschlag. Gegen was richtet sich dieser Song ganz konkret. Persönlich, gesellschaftlich, politisch.

Fight For Your Rights war einer der ersten Songs, die wir für dieses Album geschrieben haben, die Musik und auch die Lyrics sind bereits vor mehr als drei Jahren entstanden. Dass der Song resp. der Text zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung derart aktuell sein würde, konnten wir damals nicht vorausahnen. Das Lied ruft zum Widerstand gegen autoritäre Regime auf, im Zentrum steht hier insbesondere ein exzentrischer, machtbesessener und verrückter Führer eines Imperiums, welcher das eigene Volk unterdrückt und die Souveränität anderer Länder aus rein macht- und geopolitischen Gründen bedroht. Ähnlichkeiten mit einer ganz spezifischen, realen Person mit orangen Haaren sind rein zufällig 😊

Die Themen Macht, Manipulation und der Untergang von Imperien ziehen sich durch das Album. Gab es reale Auslöser oder war das eher eine innere Entwicklung.

Nun, es zeichnet sich seit Jahren ab, dass autoritäre Regime immer mächtiger und unverschämter werden und Demokratien an Bedeutung verlieren… Heute gilt die Macht des Stärkeren, Institutionen wie die UNO verlieren zunehmend an Bedeutung. Eine besorgniserregende Entwicklung. Da werden Erinnerungen an die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wach und wir wissen alle, wozu dies geführt hat. Wir müssen aufstehen, unsere Stimmen erheben und für unsere Rechte einstehen. Von daher gab es beim Songwriting schon reale Auslöser.

Musikalisch erinnert vieles an die rohe Energie von Son Of Armageddon, wirkt aber reifer. Wie schwer war es, diese Balance zu finden.

Das war überhaupt nicht schwierig, sondern ein ganz natürlicher Prozess. Da wir seit 20 Jahren in nahezu unveränderter Besetzung unterwegs sind will ich doch hoffen, dass wir heute reifer klingen als bei unserem Debut aus dem Jahr 2006, alles andere wäre ja auch ein wenig merkwürdig. Son Of Armageddon ist wie ein Rohdiamant, ungeschliffen und direkt in die Fresse. Diese Energie wollten wir einfangen, haben aber auch deutlich mehr Zeit ins Songwriting investiert, die Arrangements immer wieder überarbeitet und verbessert. Wir sind als Musiker und Songwriter gewachsen. Einen Song wie „The Bonehead’s Back – Promises and Illusions“ hätten wir vor 20 Jahren so wohl nicht hinbekommen. 

V.O. Pulver hat das Album produziert. Was bringt er in eurer Zusammenarbeit auf den Punkt, was ihr allein nicht erreichen würdet.

Mit einer einzigen Ausnahme (Rock’n’Rumble aus dem Jahr 2016) war V.O. bei all unseren Alben beteiligt. Wir kennen V.O. schon ewig, Tschibu (Drummer) und ich waren ja auch Mitglieder von Gurd. Wir sind einfach ein eingespieltes Team, V.O. weiss genau, wie wir klingen wollen, wir sind dadurch extrem effizient unterwegs. Natürlich hat sich der Recording-Prozess während der letzten 20 Jahre verändert. Während wir die ersten beiden Alben (Son Of Armageddon und Metal Casino) in den Little Creek Studios alle zusammen live eingespielt haben, nehmen wir mittlerweile nur noch das Schlagzeug und den Gesang im Studio auf, Alain (Bassist) und ich spielen unsere Parts in unseren Homestudio ein. Die Spuren werden dann von V.O. zusammengemischt und auch das Mastering erfolgt wiederum in den Litte Creek Studios. Das funktioniert hervorragend und hat den Vorteil, dass wir zuhause ohne Zeitdruck aufnehmen können.

Nach fast 20 Jahren Bandgeschichte. Was treibt euch heute stärker an als früher. Wut, Hunger, Freude, Disziplin.

Der stärkste Treiber und die grösste Motivation ist unsere Freundschaft: Wir sind seit 20 Jahren in nahezu unveränderter Besetzung unterwegs, haben verdammt viel zusammen erlebt und daraus ist eine tiefe Verbundenheit entstanden. Ich bin überzeugt, dass unsere Freundschaft auch THE ORDER überdauern wird, falls irgendwann mal Schluss mit der Band sein sollte. Das ist es, was zählt, und dafür bin ich dankbar.

Gianni, dein Einstieg bei NAZARETH ist ein großer Schritt. Was nimmst du aus dieser Erfahrung mit zurück zu THE ORDER.

Für Gianni ist das eine riesige Chance und wir gönnen ihm diese von Herzen. Natürlich hat das auch Auswirkungen auf The Order, Nazareth werden 2026 um die 80 Shows auf der ganzen Welt spielen. Wir mussten die geplanten Shows alle schieben, aber tatsächlich haben wir keine einzige absagen müssen. Wir konnten für alle Shows neue Daten finden. 

Gab es intern Diskussionen oder Sorgen, dass sich durch NAZARETH etwas an der Identität von THE ORDER verändern könnte.

Überhaupt nicht. Wir haben uns einfach für Gianni gefreut. Musikalisch ist das ja eine ganz andere Kiste, ich denke nicht, dass das einen Einfluss auf unserer Identität haben wird. Jedenfalls ist nicht geplant, dass wir „Love Hurts“ oder „Dream On“ nun in unsere Setlist mit aufnehmen werden. Im besten Fall werden wir einige Nazareth-Fans für The Order gewinnen können, da sich der Stil aber doch stark unterscheidet, wird der Effekt wohl eher gering sein.

Ihr sprecht von einem kommenden 20-jährigen Jubiläum mit spezieller Setlist. Nach welchen Kriterien wählt ihr Songs aus so einer langen Geschichte aus.

Wir spielen einfach die Songs, die uns am besten gefallen! Dann gibt es natürlich auch ein paar unverzichtbare Klassiker, wie z.B. „Son Of Armageddon“ oder „Mama, I love Rock’n’Roll“, welche das Publikum von uns erwartet und welcher ganz einfach spielen müssen. Zudem ist uns wichtig, dass alle Alben und unser gesamtes Schaffen der letzten 20 Jahre berücksichtigt wird. Und natürlich müssen mindestens drei Songs vom neuen Album mit dabei sein. Die Setlist wird um die 20 Songs umfassen.

Wenn Empires in fünf Jahren rückblickend betrachtet wird. Was soll man über dieses Album sagen.

Dass The Order mit „Empires“ ein verdammt starkes und hartes Album voller Hits gelungen ist, welches auch von den Lyrics her den Zeitgeist von 2026 perfekt eingefangen hat. Und dass genau dieses Album The Order an die Spitze der Charts befördert hat und der Band endlich die Aufmerksamkeit zukommen lassen hat, welche sie auch verdient 😊

Vielen Dank für eure Zeit, eure Offenheit und eure Energie. Empires zeigt eine Band, die weiß, wo sie steht und wohin sie will. Ich wünsche euch maximale Wucht für den Release, starke Shows und einen Jubiläumszyklus, der eurer Geschichte gerecht wird. Alles Beste für die kommenden Schritte. 

Herzlichen Dank und auch dir alles Gute!

Interview by CK 

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