CAGE FIGHT HÄUTET SICH BRUTAL: „EXUVIA“ IST IHR BISLANG BESTES ALBUM!

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Cage Fight haben mit ihrem Debüt 2022 einen kleinen Hardcore-Bums hingelegt, der vor allem durch rohe Energie und direkte Wucht überzeugt hat. Jetzt, vier Jahre später, kommt „Exuvia“ – und die Band hat sich tatsächlich gehäutet. Der Titel ist Programm: Exuvia ist die abgeworfene Haut von Insekten und Spinnentieren, der Moment, in dem etwas Altes stirbt und etwas Neues, Stärkeres entsteht. Genau das passiert hier.

Schon der Einstieg mit „Confined“ und „Oxygen“ zeigt: Das ist nicht mehr nur wütender UK-Hardcore. Die Riffs sind fetter, die Grooves sitzen tiefer, die Drums von Nick Plews knüppeln präziser denn je. Aber vor allem ist da plötzlich Raum. Raum für Atmosphäre, für Melodie, für echte Dynamik. Produzent Sam Bloor und Mixer Jim Pinder (Sleep Token, Malevolence) haben der Band einen Sound verpasst, der gleichzeitig dreckig und riesig klingt – wie eine Mischung aus alten Earth Crisis, modernerer Gojira und dem melodischen Touch von Employed To Serve.

Label: Spinefarm Records

Release: 01. Mai 2026

Exuvia track-list:
1. Confined
2. Oxygen
3. Pig
4. Pick Your Fighter
5. Un Bon Souvenir
6. Deathstalker
7. Le Déni
8. Exuvia
9. The Hammer Crush
10. IHYG (I Hate Your Guts)
11. Élégie
Un Bon Souvenir (Single Version – Digital only)

Der größte Unterschied zum Debüt ist allerdings der neue Bassist Will Horsman. Er ist nicht nur technisch ein Upgrade, er bringt auch frische Ideen und sogar zwei eigene Texte mit („Deathstalker“ und „The Hammer Crush“). „Deathstalker“ ist ein absoluter Monster-Track: schleppender, bedrohlicher Groove, Rachel Aspes Vocals zwischen Knurren und klarem Gesang, ein Refrain, der sich sofort ins Hirn brennt. „The Hammer Crush“ wiederum ist pure Aggression – kurzer, brutaler Breakdown, der live wahrscheinlich die Hölle loslassen wird.

Besonders spannend wird es bei den französischsprachigen Songs „Un Bon Souvenir“, „Le Déni“ und „Élégie“. Hier zeigen Cage Fight eine neue, fast cinematic Seite. Rachel Aspe singt teilweise richtig melodisch, die Gitarren von James Monteith legen atmosphärische Schichten drüber, und plötzlich klingt die Band nicht mehr nur wie eine wütende Hardcore-Band, sondern wie eine, die auch in großen Hallen funktionieren könnte. „Un Bon Souvenir“ (die digitale Single-Version) ist schon jetzt ein Ohrwurm-Kandidat.

Das Titelstück „Exuvia“ selbst ist das emotionale und musikalische Herzstück: sieben Minuten, die von ruhigen, fast post-rockigen Passagen in einen gewaltigen, alles zerfetzenden Schluss explodieren. Hier hört man wirklich, wie die Band „sich selbst besser kennengelernt hat“, wie Monteith es formuliert hat.

Kritik? Man könnte höchstens anmerken, dass „IHYG (I Hate Your Guts)“ und „Pig“ etwas zu sehr in altbekannten Hardcore-Gefilden bleiben und dadurch im Vergleich zu den neuen, mutigeren Momenten etwas blass wirken. Aber das sind wirklich Kleinigkeiten auf einem ansonsten extrem starken Album.

Fazit: „Exuvia“ ist genau das, was man sich von einer guten zweiten Platte wünscht: Die Band behält ihren Kern, wirft aber alles Überflüssige ab und wächst in jede Richtung. Cage Fight klingen größer, tighter, epischer und gleichzeitig noch wütender. Ein echtes Statement.

Sterne-Bewertung: ★★★★½ (4,5 von 5) – und ein sehr starkes Argument dafür, dass 2026 eines der besten Jahre für britischen Metal/Hardcore werden könnte.

Wer die Band bisher nur wegen des Debüts kannte, sollte jetzt unbedingt mal hinhören. Die Haut ist abgeworfen. Das neue Cage Fight ist da.

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