Am 14. April 2026 verwandelte sich die Festhalle Frankfurt in einen Ort voller Emotionen, Nähe und musikalischer Intensität. Der Abend gehörte zwei Künstlern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch perfekt harmonierten: Ian Hooper als Support und Headliner Johannes Oerding.
Einfühlsamer Auftakt mit Ian Hooper
Ian Hooper eröffnete den Abend mit einer ruhigen, fast intimen Atmosphäre. Nur mit Gitarre und seiner markanten Stimme schaffte er es, die große Halle auf Wohnzimmergröße schrumpfen zu lassen. Seine Songs – geprägt von Folk- und Indie-Einflüssen – wirkten wie ein persönliches Gespräch mit dem Publikum. Schnell wurde klar: Das war mehr als nur ein Support-Act, sondern ein stimmungsvoller Einstieg, der die Zuhörer emotional abholte.
Johannes Oerding: Nähe trotz Größe
Als Johannes Oerding die Bühne betrat, war die Energie sofort eine andere – größer, aber nicht distanzierter. Mit einem kurzen Snippet von „An guten Tagen“ eröffnete er das Set und leitete über in „Hier gehör ich hin“, das sich wie ein programmatisches Statement für den Abend anfühlte.
Die Mischung aus neuen Songs und bekannten Hits zog sich konsequent durch die Show. Titel wie „Mehr Glück als Verstand“, „So schön“ und „Kreise“ sorgten für ausgelassene Stimmung.
Reduzierte Momente als Höhepunkte
Besonders eindrucksvoll waren die akustischen Passagen. Bei „Wimpernschlag“, „Hotel“ und einem halb solo gespielten „Hundert Leben“ zeigte Oerding seine größte Stärke: Authentizität. Ohne große Produktion, nur Stimme und Instrument, entstand eine fast greifbare Nähe.
Ein Highlight war die B-Stage im Publikum. Dort performte er „Heimat“, „Parallel“ und „Alles brennt“ komplett reduziert. Die Halle wurde still – ein seltener Moment in dieser Größenordnung.
Interaktion und Gänsehaut
Zurück auf der Hauptbühne brachte „Ecke Schmilinsky“ die Zuschauer aktiv ins Geschehen: Die gesamte Festhalle wurde zum Gospelchor. Spätestens hier war klar, wie stark die Verbindung zwischen Künstler und Publikum an diesem Abend war.
Ein besonderer Moment folgte mit „Wolken“, das Oerding gemeinsam mit Ian Hooper im Duett performte – ein musikalischer Kreis, der sich schloss und die Zusammenarbeit der beiden Künstler eindrucksvoll unterstrich.
Finale mit Strahlkraft
Mit „Leuchtschrift (Große Freiheit)“ und einer erneuten Version von „An guten Tagen“ steuerte das Konzert auf sein Finale zu. Doch das Publikum ließ ihn nicht gehen: In der Zugabe überzeugte Oerding mit „Jahreszeiten“ und einem berührenden, akustischen „Für immer ab jetzt“.
Das Konzert in der Festhalle Frankfurt war mehr als nur eine Station auf einer Tour – es war ein Abend voller Geschichten, Emotionen und echter Verbindung. Johannes Oerding bewies einmal mehr, dass er zu den stärksten Live-Künstlern im deutschsprachigen Raum gehört, während Ian Hooper den perfekten Gegenpol bildete.
Ein Konzert, das nicht durch Effekte, sondern durch Ehrlichkeit und musikalische Qualität im Gedächtnis bleibt.
Text und Bilder by Jan Heesch
Ian Hooper
Johannes Oerding







































